Community-Blog: Erbarme, die Hesse komme!

Die zweite Saison ist immer die schwerste. So lautet eine Faustregel im Sport. Letzte Saison fielen ihr die Bietigheim Steelers zum Opfer, die nach überraschend guter erster Saison in ihrer zweiten chancenlos abstiegen. In der kommenden Saison wären dementsprechend die Löwen Frankfurt dran. Die scheinen daran aber kein Interesse zu haben.

Vorlage Blogbild

(Foto: Grizzlys Wolfsburg - City Press)

Nein. Absteigen will wahrlich keiner, aber treffen wird´s am Ende eben doch einen. Damit es am Ende nicht der Abstieg, sondern vielmehr die Playoffs werden, lassen die Löwen diesen Sommer auf dem Transfermarkt ziemlich aufhorchen. Die Verlängerungen von Bokk und Rowney waren das erste Ausrufezeichen. Der eine hätte mit seinem Talent bei allen Topklubs der Liga unterschreiben können, sein kongenialer erfahrener Partner sicher auch. Beide entschieden sich zu bleiben und bilden mit einigen weiteren wichtigen Verlängerungen wie Nehring, Breitkreuz und Kapitän McNeill das Grundgerüst der Löwen.

Dazu kommen einige beachtenswerte Neuzugänge, die die Löwen wieder in die Playoffs führen sollen. Aus Schwenningen lotste man mit Lajunen einen der besten Offensivverteidiger der DEL nach Frankfurt. Aus Finnland kommt der aktuelle CHL-Sieger Matushkin und aus Bayreuth mit Simon Gnyp ein junger Verteidiger mit DEL-Erfahrung. Für den Sturm holte man mit Cameron Brace einen Import im besten Alter, der die letzten Jahre bereits in Europa spielte und mit Markus Schweiger ein sehr vielversprechendes Talent. Zudem kommen mit Lua Niehus (Verteidiger) und Kevin Bicker (Stürmer) zwei frisch gebackene DNL-Meister aus Mannheim.

Der Kader ist zwar bei weitem noch nicht komplett, aber verpflichtet man noch ein gutes Torhüterduo und einige weitere Ergänzungen könnte für die Löwen Frankfurt diese Saison sogar mehr als die Pre-Playoffs drin sein.

Insgesamt zeigen die Leistungen der Löwen Frankfurt und der Bietigheim Steelers einen interessanten Fakt auf, der dem einen oder anderen DEL-Klub nicht schmecken dürfte: Die sportliche Diskrepanz zwischen erster und zweiter Liga ist bei weitem nicht so groß wie gerne behauptet. „Der Abstieg bringt das deutsche Eishockey keinen Furz nach vorne!“ Das sagte Stefan Ustorf 2021. Zwei Jahre spöter lässt sich klar erwidern: und wie er das tut! Die Klubs in der DEL sind endlich wieder dazu verpflichtet sportlich abzuliefern und die Aufsteiger bringen frischen Wind in die Liga. Es wird endlich wieder ein sportlicher Wettbewerb geliefert. Über die Aufstiegsregelung muss natürlich weiterhin gestritten werden. Meister müssen aufsteigen! Dass dies nicht gewährleistet wird, liegt einzig und allein an den zu strengen Lizenzbedingungen der DEL. Die bisherigen Aufsteiger haben den sportlichen Mehrwert geliefert. Bleibt nur zu hoffen, dass weitere Klubs folgen.

_
Daniel Kraus - Eisblog-Community
_

Auch dich beschäftigt ein Thema, das du gerne mit der Eishockeywelt teilen möchtest?
Schreib uns einfach eine Mail oder Nachricht auf den Sozialen Medien mit deinem Thema.