Die letzte echte Familie

Heute Abend runden Köln und Schwenningen das erste Saisonviertel ab und anders als in der DEL2 können im deutschen Oberhaus durchaus erste erstzunehmende Schlüsse gezogen werden.

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(Foto: City-Press)

Einer davon ist: Die Eisbären Berlin wären eine unverschämt schlechte Familie im Serienhit „Game of Thrones“ gewesen. Wieso? Sie ist intakt! Keine Intrigen, kein böses Blut, keine Skandale und auf diese Art und Weise schaffen sie es auch noch auf den Thron. Jeder andere Standort in Eishockeydeutschland hätte nach der letzten Saison den Kopf Aubin´s rollen lassen, in Berlin skandierte nicht mal das erfolgsverwöhnte Publikum nach diesem und zum Dank gibts die pure Dominanz im ersten Viertel der Saison. Wie der Verfolger aus Mannheim es auf Rang zwei geschafft hat, ist für mich eins der großen Rätsel der Neuzeit und gleichzeitig wenig überraschend. Der Kader ist, auch vor der Vorstellung von Tyler Ennis, das personifizierte „Eier raus“ und war auf dem Papier eine Kampfansage - vor allem gen München - die seinesgleichen sucht.

In München löste diese so viel Angst aus, dass direkt der Rückzug ausgerufen wurde. Toni Söderholm konnte als Antwort auf die Ära Jackson nur verlieren, doch macht er sich das Leben auch einfach selbst schwer. Der Kader ist beinahe unverändert und feierte in dieser Form erst die deutsche Meisterschaft. Nun gibt es den Systemwechsel, welcher zu einem so stark bestückten Kader schlicht nicht passt und das auch noch kurz vorm Umzug in die neue Luxusarena.

Apropos München, trotz der sportlichen Talfahrt, sorgten sie ja auch für die bisherige größte Überraschung. Steve Walker reifte an der Seite von Jackson zum echten Headcoach heran und ist zudem ein Meister der Täuschung. Was hat uns der 50-jährige in der Vorbereitung doch an der Nase herumgeführt. Keine Tore schießen können….. schon klar! Die Wild Wings überraschen und überzeugen zugleich. Ich sehe in ihnen keine Eintagsfliege, allein das Tor ist dafür zu stark besetzt und der Run durch die Liga läuft doch zu geradlinig und mittlerweile auch zu lang.

Im letzten Podcast adelte Simon Alfred Prey „als besten Manager der PENNY DEL“ und wenn ich eins nicht will, dann ihm diesbezüglich widersprechen. Beinahe jedes benötigte Puzzlestück wurde und wird gefunden, Problemstellen ausgemerzt und das mal eben zwischen Tagesschau und Wetterkarte. So stehen die Norddeutschen auf einem völlig verdienten dritten Tabellenplatz und könnten auf ohnehin schon beeindruckende Spielzeiten dieses Jahr ein Sahnehäubchen aufsetzen. Vielleicht als Abschiedsgeschenk für einen der besten seiner Art? Bislang nur Gerüchte, also spare ich mir jegliche weitere Ausführungen.

Es wird Zeit sich über den Keller zu unterhalten. Auch wenn ich da eine klare Meinung vertrete und der Schießbude der Liga - den Roosters - eine düstere fortlaufende Saison prophezeie, könnte dieser eine ganz heiße Nummer werden. Düsseldorf, natürlich Augsburg und aktuell Ingolstadt mischen fleißig mit. Für die Schanzer und die DEG finde ich noch gute Argumente für eine Formverbesserung mit Happy End und auch bei Augsburg habe ich greifbare Ansätze für einen „Plot Twist“. Einzig für die humorvollste Medienabteilung der PENNY DEL sehe ich leider kein Romcom-Format, vielmehr den Horrorklassiker und leider enden diese selten gut.

Zwischen Himmel und Hölle - wir müssen beim Eisblog die Nähe zur Religion schließlich wahren - finden wir zudem noch Köln, Frankfurt, Nürnberg und Wolfsburg. Allesamt Clubs die sich noch entscheiden oder eher für eine Seite beweisen müssen. Licht oder Schatten? Was darf es sein? Der Weg dürfte in beide Richtungen wahnsinnig steinig werden. Was Straubing und Bremerhaven nach oben oder Ingolstadt und Düsseldorf nach unten wagen ist vielleicht nicht für jeden aus der Mittelschicht etwas.

Ich glaube nicht, dass wir heute bereits die Tabellenkonstellation des in der Zukunft liegenden 52. Spieltages sehen. Ich vermute aber einige Steinhauer, die an den Rängen eins und 14 bereits die Meißel ansetzen. 
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Erik Pannach