Finaltag vom Red Bulls Salute 2024
Samstagnachmittag zur besten Zeit Eishockey, was will man mehr. Auf Seiten der Münchner gab es einige Änderungen im Line-Up, Yasin Ehliz fehlte, weil er beim Abschiedsspiel seines langjährigen Reihenkollegen Patrick Reimer mit von der Partie war. Für Ehliz kam Andy Eder ins Team und in der Verteidigung durfte Youngster Jakob Weber ran. Es kam zum Duell der Nationaltorhüter – Niederberger gegen Kickert. Der Mann mit der besten Frisur des Turniers ist Konrad Abeltshauser. Glückwunsch, Konni! Der sympathische Bayer hat sich die Haare blond gefärbt und grinst eigentlich immer, wenn man ihn sieht.

Von Beginn an haben sich die beiden Teams nichts geschenkt und keinen Millimeter Eis hergegeben. Die erste Großchance des Spiels hatten die Mozartstädter, doch Niederberger war zur Stelle. Mein gestriger Gesprächspartner von den Münchnern erzielte das erste Tor des Spieltages. Klausi Heigl konnte den Rebound ins leere Tor von David Kickert einschieben. Wenig später wanderte Sten Fischer für ein Beinstellen auf die Strafbank und es gab den Ausgleich der Salzburger. Peter Schneider zog ab und der Puck schlug neben Niederbergers Kopf ein. Je länger das Spiel ging, desto physischer wurde es auch. Es kam zu kleinen Crosschecks in den Rücken, welche ja besonders angenehm sein sollen, und man hat sich auch Sprüche gepresst. Domink Bittner ging kurz vor Ende des ersten Drittels vom Eis, und konnte danach auch nicht mehr am Spiel teilnehmen. An dieser Stelle schnelle und gute Genesung!
Den besseren Start ins Mitteldrittel hatte die Mannschaft von Oliver David, Niederberger wurde zum zweiten Mal an diesem Nachmittag überwunden. Salzburg versuchte die Führung weiter auszubauen doch sie kamen vorerst nicht mehr vorbei. Den Münchner schmeckte der Rückstand fast so wenig wie mir Spinat (gar nicht). Man erhöhte den Druck und schnürte die Salzburger immer wieder fest. Veit Oswald konnte seinen Alleingang gegen Kickert dann zum Ausgleich verwerten und damit den vierten Treffer des Spiels erzielen. Kurz vor der Spielmitte kamen die roten Bullen aus Salzburg wieder mit Speed in das Münchner Drittel und konnten sich die Führung erneut zurückholen.
Im Schlussabschnitt hatten die Münchner Bock wieder was Zählbares auf die Anzeigetafel zu bringen und übten mehr und mehr Druck auf die Salzburger Spieler aus. Die Salzburger bleiben aber weitestgehend unbeeindruckt, kreierten gute Chancen und setzen sich auch im Münchner Drittel immer mal wieder fest. So hart es auf dem Eis zu ging, so friedlich war es auf den Rängen, man hat gemeinsam gesungen und eine gute Zeit gehabt. Salzburg erzielte durch Auer noch das 4:2 und hat sich damit Platz drei des Red Bull Salutes 2024 gesichert. Nach dem Spiel habe ich Phil Wimmer von Salzburg noch kurz interviewen dürfen.
Wie würden Sie das Spiel zusammenfassen?
Phil Wimmer: „Das war eine geile Partie von uns! Wir haben hart gearbeitet und das, was wir uns vorgenommen haben, umgesetzt. Wir wollten lange Pässe, einen guten Forecheck, schnelle Transition, viele Schüsse zum Tor und das hat sich ausgezahlt und funktioniert.“
Für Sie und Salzburg steht jetzt bald die CHL an. Was erwarten Sie von der CHL-Saison?
Wimmer: „Internationales Eishockey ist natürlich nochmal schneller als bei uns der ICEHL. Wir hatten aber jetzt mit Zürich und München zwei ziemlich gute Gegner, durch welche wir uns gut auf die CHL einstellen konnten.“
FIIIIIINALE, WOOOOHOOO. Das Spiel hat etwa 30 Minuten später begonnen, was mir die Zeit verschaffte, eine sehr gute Leberkäs-Semmel zu genießen (um mal wieder zu meinem Stadionessen-Kritikertum zurückzukehren). Acht von zehn Eisblöcken dafür!
Die Teams waren beide sichtlich erholt und genierten gute Chancen, welche von den Goalies aber stets entschärft wurden - bis zur 22. Spielminute. Dann kam es dicke für die Schweden. In der 28. Minute baute Andrighetto die Führung der Lions aus und knapp eine Minute später klingelte es wieder hinter Ahman, diesmal war Justin Sigrist der Torschütze. Nach dem 3:0 nahm der Headcoach von Växjö seine Jungs zu sich, um sie wieder in die Spur zu bringen. Wie erfolgreich es war? Sagen wir mal so: Man hat sich keine drei Tore mehr innerhalb von zehn Minuten gefangen. Växjö hatte dann im Powerplay die Chance den Anschluss zu erzielen, aber Simon Hrubec ließ das nicht zu.
Rein in den Schlussabschnitt und keine drei Minuten waren gespielt ehe die tschechische Mauer im Tor der Schweizer zum ersten Mal an diesem Abend überwunden worden war. Das sollte es aber noch nicht gewesen sein – bei fiel 42:59 der schnelle Anschluss der Schweden. Damit war das Spiel nochmal spannend! Ab dem 3:2 war von beiden Teams das Motto: bloß keinen Fehler mehr machen! Gegen Ende des Spiels kam immer mehr Nebel über dem Eis auf, was der ganzen Situation noch mehr einen dramatischen Touch verpasste. Växjö brachte wirklich jede Scheibe aufs Tor und zog auch kurz vor Ende den Goalie. 13,5 Sekunden vor Ende konnten die Schweden das Spiel ausgleichen. DRAMA BABY DRAMA! Die Schweden holten sich in der Overtime den Turniersieg – Comeback perfekt. Eine Story, wie sie nur die Eishockey-Götter, selbst schreiben konnten. Leider nur Vorbereitung, trotzdem geil. Glückwunsch, Växjö!
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Moritz Mühlbauer





