Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL
Vor allem zwei Sachen beschäftigten die PENNY DEL-Bubble in der vergangenen Woche: Belek... äh... die Tagung zur U-Regel und Bill Peters. Nach Wochen der Stille in puncto große Transfers nimmt auch dieses Karussell langsam Fahrt auf. Wird ja auch Zeit, denn in acht Wochen geht´s wieder los.

(Foto: City-Press)
New job, new me? Bill Peters. Ein klangvoller Name. WHL-Champion, zweimal WM-Gold mit Kanada, einmal den World Cup of Hockey gewonnen, ein Rassismus-Skandal. Jap, passt nicht wirklich rein, gehört aber (leider) zur Vita. Sport1 titelte gewohnt boulevardesk: „Augsburg holt Skandal-Trainer nach Deutschland!“. 2019 warf der ehemalige Spieler Akim Aliu seinem Ex-Coach vor, dass er ihn mehrfach mit dem N-Wort betitelt habe. Peters räumt das ein, sprach damals aber von einem Einzelfall. Diverse Vorwürfe anderer Spieler sprechen eine andere Sprache. Was macht man also als Pressesprecher, wenn der Sportdirektor eine solch ... nun ja ... streitbare Persönlichkeit einstellt? Richtig: Man kehrt es unter den Tisch. Normalerweise. Im Falle der Augsburger Panther war man bemüht, stattdessen eine möglichst lückenlose Aufarbeitung zu präsentieren. Man habe selbst „intensiv recherchiert“, Peters habe ein Programm und einen Onlinekurs zum Thema Diversität abgeschlossen. Was machen wir nun also mit einem Mann, der im fortgeschrittenen Alter zwischen 55 und 60 Jahren nochmal gelernt hat, Mensch zu sein? Ihm glauben? Erstmal bleibt uns wohl nichts anderes übrig. Klar ist aber auch: Kein Trainer wird kommende Saison unter einem solchen Brennglas sitzen wie Bill Peters – und das, obwohl Uwe Krupp beim EVL angeheuert hat. Also lieber nicht zu viel Sonne drauf scheinen lassen.
Eitel Sonnenschein! Haaach ja. Wären wir jetzt nicht alle gerne bei 25 Grad in einer Hotelbar? In Griechenland, Italien oder vielleicht doch der Türkei? Das dachten sich auch die Sportlichen Leiter der PENNY DEL-Clubs und flogen zur jährlichen Postseason-Tagung nach Belek. Netter Ort, auch ich hatte dort mal ein Fußball-Trainingslager und kann den Drang der Ortswahl verstehen. Naja, zumindest in dem Punkt der persönlichen Vorlieben. Zur Erklärung nach offizieller Rückfrage bei der PENNY DEL: Solche Tagungen finden regelmäßig statt, im Großteil der Fälle auch digital über gängige Videokonferenz-Plattformen. Zum Ende der Saison gibt es dann meist ein Präsenztreffen – normalerweise am WM-Standort. Da dieser in 2025 aber nur kompliziert erreichbar war, wich man in die Türkei aus für einen zentralen Ort, um wichtige Themen persönlich besprechen zu können. Mir persönlich schwingt da etwas zu viel davon mit, was mich allgemein oft an Menschen stört. Der beliebte Subtext: „Das haben wir schon immer so gemacht“. In einem Zeitalter, in dem die PENNY DEL – vollkommen zurecht – großen Wert auf Nachhaltigkeit legt, hätten es auch gemeinsame Zugfahrten nach Köln, Neuss oder Hamburg getan. Meine Meinung. Und genau das ist das Problem: Jetzt haben wir in dieser Kolumne den längsten Teil der Ortswahl statt den Beschlüssen gewidmet. Und warum? Weil es genau das ist, was die Eishockey-Fans aktuell umtreibt – allein dieser Fakt untermauert das Problem bei der Ortswahl. Also werden wir wieder...
Sportlich! Statt drei U23-Spielern gibt´s zukünftig also nur noch zwei U23-Spieler und dafür einen U24-Spieler. Der Gedanke dahinter: Vor allem auf den defensiven Positionen braucht es oft noch ein Entwicklungsjahr mehr, um sich in der PENNY DEL festzusetzen. Das macht Sinn. Was keinen Sinn macht, ist Folgendes: Man stelle sich vor, man ist Vater von drei Kindern. Am Monatsende ist das Geld klamm und dadurch steht etwas weniger zu Essen auf dem Tisch. Würden wir als Vater dann noch die Nachbarn zum Grillen einladen? Oder wird dann vielleicht eher dort gespart als an den eigenen Kindern? Was ich sagen möchte: Warum verringern wir nicht um eine Kontingentstelle zugunsten einer U24-Stelle? Oder gehen den stimmigen Weg der DEL2: zwei U21-Stellen, zwei U24-Stellen. Die Regelung ist nicht schlecht. Aber sie ist aus meiner Sicht auf die langfristige Entwicklung des deutschen Eishockeys nicht optimal. Ich bin aber eben auch keiner von 14 sportlichen Experten, die vor allem auf den maximalen Erfolg des eigenen Teams blicken müssen und nicht auf den des DEB.
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Simon Rentel





