Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL

Feiertag (zumindest in Bayern)! Wir zelebrieren das mit einer neuen Kolumne zur PENNY DEL, in der sich der Schreiberling wieder über ausbleibende Kracher echauffieren könnte, sich aber die Laune nicht verderben lassen möchte. Konzentrieren wir uns stattdessen auf die schönen Sachen und genehmigen den Kommunikationsabteilungen auch mal den entspannten Tag – äh Tage - am örtlichen See.

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(Foto: City-Press)

Powerhouse loading! Fleischer, Leonhardt, Hede, Schwarz, Seidl, Brandl. Was klingt wie die Topscorer der letzten U-Nationalteams ist tatsächlich die Aufzählung der Youngster, deren Verbleib in Straubing bereits bekannt war, nun aber auch offiziell bestätigt wurde. Ein wirklich beeindruckender Pool an Youngsters, die selbst die „Großen“ wie Mannheim, Berlin oder München neidisch Richtung Niederbayern blicken lassen dürften. Dazu kommen Jungs wie Klein, Zimmermann, Bugl oder neuerdings auch Varejcka und Gerüchten zufolge Max Bleicher (zumindest seine Rechte). Ich frage mich: Wann kommt die Explosion? In keiner Mannschaft sehe ich derzeit mehr Potenzial als bei den Straubing Tigers. Nun war Potenzial zu meiner Schulzeit eher negativ behaftet. Nach dem Motto: „Puh, da ist aber noch viel Potenzial zur Verbesserung – ab in die Nachhilfe“. Bei den Tigers-Musterschülern ist es eher ein: „Puh, das kann richtig krachen, wenn die Umstände passen.“ Seidl und Co. können von Routiniers wie Brandt, Connolly oder auch Ryan Spooner lernen. Eine explosive Mischung, bei der es für mich nur eine Frage der Zeit ist, bis sich Straubing ganz oben in der Tabelle der PENNY DEL etabliert. Alles und jeden kann man ihnen dann nämlich auch nicht wegkaufen – auch wenn man Abgänge wie den von Samanski sicher mal verkraften muss. Da entsteht etwas Großes! 

Chance loading! OH! MEIN! GOTT! Wir werden Meister! Aus der Roosters-Bubble gibt´s wie jeden Sommer dieselben – natürlich leicht selbstironisch geäußerten – Parolen. Das Eishockeyjahr im Sauerland sieht ja eigentlich immer gleich aus: Enttäuschung, pure Vorfreude ob guter Neuzugänge, Hype in der Pre-Season, Achterbahnfahrt mit Tendenz Richtung Keller, Klassenerhalts-Party und dann alles wieder von vorne. Aktuell befinden wir uns in Phase zwei, denn JETZT WIRD ALLES ANDERS. Franz-David Fritzmeier ist am Kochen und alle anderen Teams dürfen sich warm anziehen. Gelingt jetzt noch der Fischbuch-Coup kann die Roosters sowieso niemand mehr stoppen. Oder, ODER? Doch. Vermutlich schon. Wie jeden Sommer, seit dem es den Eisblog gibt (2021) mahne ich zur Vorsicht vor zu viel Euphorie. Am Ende wurde man dann doch immer bitter enttäuscht – denn auch die Konkurrenz schläft nicht. In diesem Sommer möchte ich da aber eine kleine Einschränkung geben: Gefühlt schläft die Konkurrenz und so ist die Arbeit der Roosters durchaus als sehr positiv zu betiteln. Ich erwische mich erstmals dabei, dem Hype etwas zu folgen. Nicht Richtung Titel, aber zumindest Richtung Pre-Playoffs. Da helfen Transfers wie der jüngst präsentierte Henrik Törnqvist durchaus. Wir bleiben gespannt! 

Bollwerk loading! Kööööölleeeeee aaaaalaaaaaaaf, aaaalaaaaaafffff! Selbst ins Stanley Cup Finale schaffte es der Lieblings-Ausschrei aller Kölner. Apropos: Leon Draisaitl hätte sich eine Defensive, wie die der Kölner Haie in der kommenden Saison wohl auch in Edmonton gewünscht. Ekholm und Bouchard hätte man in Spiel sechs gut und gerne auch gegen Vittasmäki und Kaski austauschen können – schlechter wäre es auch nicht geworden, nur eben rund zehn Millionen Dollar günstiger. Was ich sagen möchte: Die Kölner Haie bauen sich ein absolutes Bollwerk zusammen. Die Defensive wird aktuell wohl rund um Mo Müller, Austin, Vittasmäki, Kaski und Kemiläinen aufgebaut. Dazu ein paar entwicklungsfähige Deutsche und ab geht die wilde Fahrt. Vier Kontis in der Defensive, darunter drei Finnen wären eine Ansage an die Konkurrenz. Und auf einmal könnte aus dem möglicherweise nur durchschnittlichen Goalie-Duo das Beste der Liga werden. Sehen Brückmann und Ancicka alle Scheiben oder bekommen wegen der finnischen Rammböcke kaum welche auf den Kasten, dürften die Fangquoten in die Höhe schnellen. Köln hat nach der Vize-Meisterschaft Lunte gerochen und das ist vor allem der Verdienst von Kari Jalonen – dem Defibrillator der Haie. 
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Simon Rentel