Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL
Woop woop! Es geht wieder loooooooos! Schon heute stehen die ersten Champions Hockey League-Spiele an und das bedeutet: Es geht endlich wieder um Punkte. Mir ist klar, dass die meisten Teams die CHL auch nicht sonderlich ernster nehmen als das Testspiel gegen den Kooperationspartner. Dennoch ist es schön, aufzuwachen und zu wissen, dass es abends endlich wieder um etwas geht. Deshalb gibt's zum Start in die PENNY DEL-Kolumne auch einen kleinen Exkurs in die CHL.

(Foto: Dean Kukan im Zweikampf mit Elias Schneider (City-Press))
Schnapszahl! Es ist bereits die elfte Saison, in die die Champions Hockey League mit dem heutigen Spieltag startet. Das ist einerseits cool, andererseits irgendwie erschreckend. Ich bin mir recht sicher, dass sich die Veranstalter im Vorfeld des elften Jahres schon eine größere Euphorie gewünscht hätten. Der große Bruder Fußball macht es ja seit Jahrzehnten mit ihrem europäischen Top-Format vor. Dort geht es - naturgemäß - um deutlich mehr Geld, es zieht deutlich mehr Zuschauer an und ist grundsätzlich schlicht das deutlich bessere Produkt - und das liegt vor allem daran, dass bei FC Bayern Harry Kane im Sturm steht und nicht Jonah Kusi-Asare. Nun sind Fußball und Eishockey nur bedingt vergleichbar, dennoch wäre es sicher wünschenswert, wenn auch die deutschen Teams den Wettbewerb ernster nehmen würden. Leider zeigt die Vergangenheit, dass spätestens wenn die heimische PENNY DEL-Saison losgeht, die CHL-Spiele nur noch als notwendiges Übel genommen werden. Schade eigentlich, denn ich bin überzeugt davon, dass ein deutscher CHL-Sieger den Wettbewerb hierzulande auch für die kommenden Jahre attraktiver und besser besucht machen würde. Es braucht nur ein Fünkchen Hype - heute ist die erste Chance für Berlin, Ingolstadt und (morgen) Bremerhaven, den ersten Schritt zu gehen.
Woodpecker! Das ist mein neuer Spitzname für den jüngsten Roosters-Zugang Kyle Wood. Zwei Meter groß, 100 Kilo schwer, ein Baum von Mann. "Woodpecker" bedeutet auf Deutsch "Specht". Jedem von euch kommt sicher direkt der Ton vom Klopfen des Spechts an die heimischen Bäume ins Ohr. Und genau das ist der Job von Kyle Wood. Der 29-jährige Kanadier soll vor dem Tor bei den gegnerischen Stürmern freundlichst anklopfen und sie ihres Platzes verweisen. Eine Aufgabenstellung, die ihm aufgrund seiner körperlichen Maße - naturgemäß - sicher recht leicht fallen dürfte. Der Woodpecker wird vor Jenike und Hane für die nötige Durchsicht sorgen - auch wenn er in Deutschland bisher nur die DEL2 kennt. Wünschenswert wäre zusätzlich etwas offensiver Output, denn das ist wohl der größte Kritikpunkt, den man am Iserlohner Kader finden kann: Bis auf Ugbekile finden sich eigentlich nur Defensiv-Verteidiger im Kader. Wer sorgt da zusätzlich noch für Gefahr von der blauen Linie? Zwei Erklärungsansätze dafür: Kyle Wood mit einem brachialen Schlagschuss oder Kyle Wood vor dem gegnerischen Tor, damit es völlig egal ist, wer von der Blauen abzieht, weil der gegnerische Goalie sowieso nichts sieht. Beides klingt vielversprechend. Alles in allem: Good job, Franz-David Fritzmeier. Schlagkräftiger Kader!
Ab in die Fabelwelt! FANTASY. MANAGER. Seit 2013 gibt es den - mir sehr sympathischen - Eismanager. Ein Spaßprojekt, das damals von einer Inline-Hobbymannschaft gegründet wurde. Knapp zwölf Jahre später (uff) bringt die PENNY DEL nun auch ihren eigenen Fantasy Manager auf den Markt. Dieser lockt - ebenfalls naturgemäß - mit einem hübscheren Layout und starken Preisen. Bei der PENNY DEL ist natürlich schlicht mehr Geld für die Programmierung eines solchen Spaßspiels vorhanden als bei einer Inline-Hobbymannschaft. Ober sticht Unter. Ich möchte es an der Stelle aber nicht verpassen, meinen höchsten Respekt an die Jungs vom Eismanager auszusprechen für zwölf Jahre beste Unterhaltung. Ob diese nun nur noch auf der kleineren Bühne stattfindet oder nicht, liegt vorrangig am Produkt der PENNY DEL. Funktioniert der neue Fantasy Manager technisch einwandfrei, ist der Markt wohl zu klein für zwei Varianten. An dieser Stelle möchte ich auch gar nicht erst die Idee der PENNY DEL loben - denn die gab es ja schon. Dafür aber den Mut, auch zukunftsgerichtete Wege zu gehen. Ein Umstand, der mir in der Vergangenheit gerne mal zu kurz kam. Das ist nun ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Ich persönlich werde aber sicher erstmal zweigleisig fahren - Eismanager und DEL-Manager.
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Simon Rentel





