Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL
Krise: "schwierige Lage, Situation, Zeit [die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt]". So steht es im Duden geschrieben. Nach dieser Definition befinden sich derzeit mindestens drei Teams in der PENNY DEL in einer Krise. Früh in der Saison gibt's nahezu traditionell sehr unterschiedliche Gefühlslagen. Die gute Nachricht: Es kommen auch wieder bessere Zeiten.

(Foto: City-Press)
Anschnallen! München, Iserlohn und Dresden befinden sich in einer Krise! Das sage nicht ich, das sagt der Duden. Alle drei Teams sind bislang deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben und brauchen nun vor allem eins: Zusammenhalt - und davon sehe ich aktuell nur an einem Standort etwas. Dresden, als Aufsteiger trotz höchstambitioniertem (und übertriebenem) Top-10-Ziel, steht bislang zusammen und die Fans hinter dem Team. Das kann man in Oberbayern und dem Sauerland mal so gar nicht behaupten. Bei den Roosters gibt's nach fünf Niederlagen in Folge die ersten - zu diesem Zeitpunkt der Saison üblichen - Weltuntergangsszenarien in den Social-Media-Kommentarspalten und persönlichen Gesprächen. Also alles wie immer in Iserlohn - und genau das ist bei gestiegener Kaderqualität das Problem. Ähnlich geht es München, bei denen die Fankurve am Freitag nach dem 2:6 den - ehrlicherweise ohnehin schon sehr mäßigen - Support einstellte und die Sportliche Leitung einem deutschen Nationalgoalie nach ACHT Spieltagen einen Konti vor die Nase setzt. Patrick Ehelechner hat es in seiner Insta-Story bereits richtig angesprochen: Ein verheerendes Zeichen, vor allem im Olympia-Jahr. Sollte es keine Verletzung bei Niederberger geben, von der wir nichts wissen, steht nun neben Teilen der aktiven Fans offensichtlich auch die Sportliche Leitung nicht mehr vollständig hinter dem Team - oder in diesem Fall dem Goalie. Schnellschuss!
Satan schlägt zu! Hör doch auf! Die Eisbären Berlin sind in dieser Saison überproportional oft Teil der Kolumne - und sie lassen mir auch schlicht keine andere Wahl. Anders als in den letzten Jahren liegt das aber nicht am sportlichen Höhenflug sondern vielmehr am lächerlich großen Verletzungspech. Nun fällt auch noch der jüngste Hoffnungsträger Patrick Khodorenko für die gesamte Saison aus. Mit Khodorenko und Niemeläinen schmissen die Eisbären (selbstverständlich unwissentlich) zwei Konti-Lizenzen für lächerliche sechs Spielchen weg. Das bringt die Hauptstädter in die prekäre Situation, kaum mehr Handlungsbedarf zu haben und entweder schon jetzt "All In" zu gehen oder eine mäßige Hauptrunde zu riskieren und die Leistungsträger zu überspielen. Die gute Nachricht: CHL-Doppelbelastung wird es nach dieser Woche wohl schonmal nicht mehr geben und das ist absurderweise in der jetzigen Situation gut so. Durchhalten, Eisbären-Fans. Steht hinter eurem Team, auch wenn es nicht mehr acht von zehn Spielen gewinnen wird.
Druck! Wie muss man sich derzeit in München, Iserlohn oder Dresden fühlen? Der Druck muss unmenschlich sein! Woran ich das festmache? Na an mir selbst - ist doch klar! Jeden Donnerstag sitze ich hier an meinem Schreibtisch im wunderschönen Bad Tölz und grüble über mein Line-Up. Gemeint sind natürlich die Fantasy Manager dieser Welt. Im Eismanager sind wir mit unserer Inner Circle-Liga Dritter im gesamten Wettbewerb. Der Transparenz halber sei gesagt: Das liegt nicht an mir, denn ich habe innerhalb dieser Liga den grandiosen letzten Platz inne. Nun ja. Man muss sich eben nur mit den richtigen Leuten umgeben. Persönlich deutlich besser läuft es in der Eisblog-Liga im PENNY DEL Fantasy Manager. Dort haben wir über 1600 Mitglieder, stellen damit nach den Kölner Haien und den Adler Mannheim den drittgrößte Wettbewerb des Spiels. Mit Platz 30 innerhalb dieser mit Experten gefüllten Konkurrenz bin ich höchstzufrieden - und genau das bringt mich in die Bredouille. LEUTE, WEN STELLE ICH AUF? Und vor allem: Wie geht man mit diesem unsagbaren Druck um, die Top-Platzierung zu verteidigen oder sogar noch auszubauen? Uff, Eishockeyspieler wäre nichts für mich.
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Simon Rentel





