Fünf Minuten wegen Meinung – NHL
Drei dicke Kreuze, der Sommer ist vorbei. Wobei können wir das überhaupt als Sommer betitelten? Egal, falsches Thema, viel wichtiger ist, dass durch das Ende des Sommers die beste Eishockeyliga der Welt ihr Comeback feiert. Die NHL ist zurück, viel verändert hat sich über diesen milden Sommer jedoch nicht, die großen Namen bleiben die gleichen.

(Foto: IMAGO - Imagn Images - Matt Blewett)
The same procedure as every year! Nicht nur die Favoriten auf den Titel bleiben unverändert auch der Kader vor allem DES Spitzenteams ist unberührter als die Würde des Menschen. Bill Zito hat sich in diesem Sommer als Vater der Ehrlich Brothers herausgestellt, weil eigentlich kann nur ein Magier solche Tricks anwenden, um diesen Kader der Panthers beisammenhalten. Klar, kleine Makel haben auch diese Deals, denn ob Marchand mit 42 Jahren immer noch über fünf Millionen Dollar wert sein wird, ist äußerst fraglich. Doch für die einmalige Chance das erste Team zu sein den „Threepeat“ der Cap-Space-Ära einzufahren, hätten sie ihm auch einen Vertrag geben können, bis er 50 ist, solange er kommende Playoffs wieder so abliefert wie zuletzt. Dass Florida durch den Zusammenhalt der wichtigsten Kaderbausteine von Anfang an da sein wird, musste auch Tampa schon in der Vorbereitung schmerzlich erfahren – in doppelter Hinsicht. Die Saison hat nicht einmal begonnen und eins ist klar: Wer den Cup gewinnen will, muss Florida in den Playoffs schlagen und das funktionierte in den letzten Jahren eher semi-gut.
Alle guten Dinge sind drei! Nicht nur das Motto für den amtierenden Meister diese Saison, sondern auch ihren Finalkontrahenten. Nach der Verpflichtung von Connor Ingram für das Tor gehen sie in Alberta mit drei Goalies in die neue Saison. Das bringt bestimmt Ruhe in die ganze Thematik – nicht. Zudem wurde mit Coach K um drei weitere Jahre verlängert, mal sehen, was nach Spieltag 15 gesagt wird. Auch die dritte Finalteilnahme würden die Oilers sehr gerne diese Saison klar machen. Dafür sollte die ungeklärte Vertragssituation von McDavid nur keine Unruhen in die Saison bringen. Allein in zwei Fällen will Edmonton dann doch keine drei mehr haben. Zum ersten natürlich bei Finalniederlagen in Folge und zum zweiten beim Alter. Der Kader wurde radikal verjüngt. NHL-unerfahrene Spieler wie Savoie, Samanski und Howard sollen es jetzt also richten. Am Ende können sie wahrscheinlich so viel rumbasteln, wie sie wollen, das Fazit bleibt, dass sie in der falschen Zeit Eishockey spielen, nämlich zur Prime von Florida. Anders wird es den weiteren Verfolgern aus Carolina, Vegas und Colorado auch nicht gehen. Selbst die Avengers hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit Thanos zu schlagen als die Franchise der NHL die Florida Panthers und Paul Maurice.
Alles neu! Okay, etwas widersprüchlich zu den Aussagen davor, aber für viele deutsche Akteure bestimmte dieser Peter Fox Song eben den Sommer. Samanski, Stachowiak, Tiefensee mussten sich im neuen Land zurechtfinden und werden höchstwahrscheinlich eine Liga drunter zum Einsatz kommen - auch wenn Stachowiak nochmal für die Klatsche und über 300 Strafminuten für Tampa zum Einsatz kam (ich rieche bei dem Spiel irgendeinen Skandal). Für Sturm und Peterka ging es in neue, beziehungsweise altbekannte, Franchises. Peterka konnte sich endlich aus den Fesseln der Sabers lösen und ging nach Utah. Dort trifft er nicht nur auf Julian Lutz, sondern auch auf Maksy Szuber. Dann wird wohl Utah bald erneut umbenannt, nämlich in „Utah Mammut“, bei so viel German Power. Für Sturm geht es zurück nach Minnesota. Mit ihm sollten die Wild jetzt endlich mal ihr Erstrundentrauma bewältigen können. Für Grubi in Seattle heißt es mit neuem Trainer neuen Anlauf nehmen und die letzte Saison möglichst schnell vergessen machen. Einen neuen Anlauf werden auch Seider und Stützle auf die Playoffs nehmen. Der Iron Man aus Detroit würde mit Mitte zwanzig gerne mal sein erstes Playoff-Spiel bestreiten. Diese Erfahrung machte Stützle bereits letzte Saison. Diese soll dann gerne etwas länger sein. Etwas länger könnten auch die Einsatzzeiten von Lukas Reichel in Chicago sein. Falls nicht, wird auch bei ihm bald das Studio verbrannt und die Asche wie Kocks geschnupft. Nur für Leon Draisaitl bleibt alles beim Alten. Das Ziel, das Team, der geniale Partner. Nur seine Verlobte ist jetzt seine Frau. Möglicherweise hatte Thomas Müller einen Tipp für ihn, wie man Titel gewinnt mit einer kanadischen Mannschaft. Vieles eben neu zum am Anfang einer Saison, doch an Mitch Marner im Golden Knight Dress werde ich mich nicht gewöhnen können.
_
Torben Reith





