Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL

29 Punkte! Die Adler Mannheim und Dresdner Eislöwen trennen derzeit 29 Punkte. Zum Vergleich: Letzte Saison trennten den Ersten und Letzten zum selben Zeitpunkt 26 Zähler, in der vorletzten Spielzeit sogar nur 21 Punkte. Bekommen wir in der PENNY DEL eine Zweiklassengesellschaft? Aktuell wirkt es so, allerdings zeigten auch die Adler in den letzten beiden Spielen kleine Schwächen. Naja - so oder so: Es macht großen Spaß, die beste deutsche Eishockeyliga zu verfolgen. Auch in den letzten sieben Tagen ist wieder viel passiert. 

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(Foto: City-Press)

Da rollt 'was an! Ingolstadt steht wettbewerbsübergreifend bei sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen und steigt dank dieser Erfolgsserie bis auf Rang fünf auf. Allgemein rückt die Tabellenspitze aufgrund der Ausrutscher von Mannheim und Straubing noch näher zusammen und birgt Potenzial, für überraschend schnelle Wechsel. Die Panther könnten dabei das Dark Horse sein, das in den letzten Wochen feinsäuberlich in der Trainingshalle die Feinabstimmung bekam, die es braucht, um ein solch explosives Gestüt in die Ligaspitze zu bringen. Mein Respekt gilt dabei - wie so oft - Mark French, der es derzeit erneut schafft, die Individualisten in der Offensive dazu zu bringen, auch defensiv mitzuhelfen. Das ist der derzeit der Schlüssel zum Erfolg und war noch nicht zwingend über die gesamte Saison der Fall. Zieht sich das durch, können die Panther die Top drei definitiv ins Visier nehmen. Besonders das Spiel am morgigen Freitag gegen Köln könnte dabei der nächste Big Point werden - aber Achtung: Auch die Maschine der Kölner läuft HAIß. 

Geht doch! Ich klammere die Choreo der Berliner Fans - die mit etwas mehr Kontext sicher ein größeres Thema geworden wäre - mal aus und stelle fest: Berlin gegen Mannheim kann richtig Spaß machen - sportlich und nicht nur in puncto Kirmesraufereien und allgemeinem Entertainment. Wer hätte gedacht, dass es beim Duell der vielleicht besten Teams Deutschlands zu genug Unterhaltung reicht, wenn man sich einfach auf das Spielerische konzentriert? Schön, dass es nun auch ALLE Beteiligten gecheckt haben, denn so konnte man den gestrigen Abend ohne jegliche gehobene Zeigerfinger einfach mit einem alkoholfreien Weißbier in der Hand genießen. Am Ende setzten sich trotz 1:3-Rückstand tatsächlich die heimischen Eisbären durch und hinterließen damit eine kleine Duftmarke, dass mit ihnen zu rechnen sein wird. Trotz einer weiterhin langen Ausfallliste war die Moral ungebrochen und Serge Aubin fand augenscheinlich die richtigen Worte für den teils zu großen Abstand in den Zweikämpfen und die daraus resultierenden Lücken im Defensivspiel. Eine davon nutzte der 16-jährige Max Penkin. Wollte ich nur nochmal gesagt haben - tut überhaupt nicht's zur Sache, aber sollte erwähnt werden. Was für ein genialer Eishockeyspieler. 

Geldbeutel auf! "Derartige Aktionen bergen ein hohes Eskalationspotential, weshalb auch die Trainer in der Verantwortung stehen", so steht es im Bericht der PENNY DEL zu den Geldstrafen gegen die Coaches Oliver David und Tom Rowe geschrieben. Dies geschähe gemäß Teil C § 2 der Richtlinie. Bedeutet: Die Trainer wussten vor der Saison Bescheid, dass sie die Rolle des Kindergärtners inne haben, welcher einschreiten muss, wenn der Vierjährige vom Tisch aufsteht und zu den anderen raufenden Rabauken eilt. Das bedeutet für mich auf der einen Seite, dass sie vollkommen zurecht zu den Geldstrafen verurteilt wurden. Ihre Spieler McNeill und Ferguson hatten die Spielerbank verlassen, um sich in eine Rauferei einzumischen. Bleibt für mich bei aller Berechtigung der Geldstrafe die Frage: Warum gibt es diese Richtlinie überhaupt? Laut Begründung aufgrund des "hohen Eskalationspotenzials". Aber: Wir reden hier von (meist) erwachsenen Männern, die die freie Entscheidung treffen, die Spielerbank zu verlassen und ihren Mitspielern zur Hilfe zu eilen. Dass ein Trainer hier nicht in Millisekundenschnelle eingreifen kann und den Spieler am Trikot haltend zurückhält, ist doch nur menschlich. Wie soll das in der Praxis funktionieren? Eine Regel, die überdacht werden sollte. Gerne die verantwortlichen Spieler noch höher sanktionieren - aber was haben die Trainer damit zu tun? 
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Simon Rentel