Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL

Ein Besuch in Wolfsburg, eine Trennung in Augsburg und Hoffnung in Düsseldorf. Wir haben nicht viel Zeit, also direkt rein in das Ding! 

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(Foto: City-Press)

Hallo, Wolfsburg! Zugegeben: Vor meinem ersten Besuch in Wolfsburg war die Erwartungshaltung nicht sonderlich hoch. Zu schlecht kommt der Standort und die eigene Stimmung im Außenbild weg, zu hämisch sind die Kommentare. Dazu fahre ich an einem Mittwoch um 7.30 Uhr los, kämpfe mich durch Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt (mit dem #moderndenken als Claim – wie ironisch bei den jüngsten Wahl-Ergebnissen) und schlussendlich Niedersachsen. Als Höhepunkt der vermeintlichen Lethargie gibt es ausgerechnet das Duell mit dem strauchelnden Tabellenletzten. Vergeudete Lebenszeit also? Nein! Hier kommt die Pointe. Organisation: Top! Menschen: Freundlich! Kurve: ähhh, klein aber fein! Ehrlich: An diesem zugegeben sehr ungünstigen Spieltag dürfte die Anzahl der aktiv anfeuernden Fans gerade so dreistellig gewesen sein. Diesen und allen anderen im Stadion merkte man aber die Liebe zum Club deutlich an. Im Nachgespräch mit Match-Winner Hannibal Weitzmann wurde auch klar, warum Spieler gerne in Wolfsburg spielen. „Wolfsburg hat es gut hinbekommen, die Mannschaft in Ruhe arbeiten zu lassen“. Deutlich wurde auch, wie familiär der Standort ist. Nach der Partie stürmten rund 20 Kids aufs Eis. Nicht, weil die U9 noch ein Spiel hatte, sondern, weil die Spieler-Kinder zur Siegesfeier dazu kamen. „Ich habe noch nie in einer Mannschaft gespielt, in der die Jungs so fleißig waren – das ist schon beeindruckend“, gibt Weitzmann lächelnd zu Protokoll und meint damit ausnahmsweise nicht die Leistungen auf dem Eis. 
Sportlich gibt´s am Ende den Sieg für Grizzlys, die laut Weitzmann vielleicht „sogar ein bisschen zu viel wollten“. Der Goalie wurde gemeinsam mit Doppel-Torschütze zum entscheidenden Mann, bewahrte sein Team vor allem im Schlussdrittel vor einem Rückstand. Wolfsburg wird sich weiter in die Saison arbeiten, davon bin ich überzeugt – und auch die enttäuschten Gesichter auf DEG-Seite werden sich wieder aufhellen, denn das Team spielt gut. Es belohnt sich nur noch nicht. Haltet durch! 

Zahn gezogen! Es war doch irgendwie alternativlos. Seit zwei Wochen lag die vorbereitete Feed-Grafik mit der Entlassung von Ted Dent bei mir ungenutzt auf dem Handy. Gestern, kurz vor Spielbeginn in Wolfsburg, war es dann soweit. Die zehnte Niederlage war zu viel. Dass die Serie erst zweistellig werden musste, bevor der – ja ebenfalls fähige – Larry Mitchell übernimmt, war dann doch überraschend. Bleibt zu hoffen, dass der Traditionsstandort auf die Beine kommt – leicht wird es nicht, bin ich ehrlich. Auch, weil sich Jungs wie Damiani zu kurzschlussartigen Stockstichen hinreißen lassen und damit mal so gar nicht das machen, wofür sie geholt wurden. Es braucht eine 180-Grad-Wende – ansonsten gibt´s dieses Jahr auch wirklich den Abstieg.

Zwei-Klassen-Gesellschaft? Die PENNY DEL formt langsam aber sicher klare Grüppchen. Die Teams oben siegen munter vor sich hin, während die letzten drei in Stein gemeißelt scheinen. Es braucht Serien und Konstanz, um daran noch etwas zu rütteln. Der spielintensive Dezember steht bevor und hatte in den letzten beiden Wochen bereits einen schlaflosen Vorgeschmack in die Liga und das Eisblog-Team geschickt. Die gute Nachricht: Mit Glühwein tickert es sich sowieso besser. Also anschnallen und los geht´s! 

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Simon Rentel