Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL

We're baaaaack! Oh yes! Die Deutschland-Cup-Pause war geil, aber ist es nicht auch einfach wunderbar, dass wir nun den Ligen-Alltag zurückhaben? Es fühlt sich ein bisschen wie das Gefühl am Ende eines Urlaubs an, an dem man sich dann doch freut, kurz noch eingepfercht neben einem stinken Restalkoholiker den Rückflug anzutreten um dann endlich wieder im eigenen Bett schlafen zu können. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Und unsere Gewohnheit ist Club-Eishockey. Also rein da! 

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(Foto: City-Press)

Kontinuität! Es gibt Wochen im Eishockey, da könnte man meinen, die PENNY DEL-Clubs hätten eine heimliche Wette laufen: Wer bringt mehr Drama in den Newsticker? Verletzungen hier, Vertragsverlängerungen da – und mittendrin Transfers, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen. So auch diese Woche. Ein perfektes Beispiel dafür: der gestrige Mittwoch. Wir haben 365 Tage im Jahr, aber Schwenningen und Köln entscheiden sich am selben Tag und innerhalb von gerade einmal zweieinhalb Stunden für die Veröffentlichung zweier absoluter Kracher-Verlängerungen. Meine Idee des gemeinsamen PENNY DEL Content Plans, in dem sich Clubs absprechen wer wann was veröffentlicht und damit für jeden die maximale Reichweite herausgeholt wird, erscheint mir immer sinnvoller. Aber gut, genug der Träumereien. Steve Walker bleibt und hat inzwischen  im Schwarzwald wahrscheinlich sogar einen Stammplatz im Lieblingscafé. Ähnlich wie zuletzt in Nürnberg ein wichtiger und lobenswerter Schritt in Richtung Kontinuität. Den Schlüssel zur Konstanz hat man auch in Köln gefunden – jetzt müsste ihnen nur noch jemand verraten, wo man den im Playoff-Frühling versteckt hatte. MacLeod und Kemiläinen verlängern - wie Walker - bis 2028 und das ist ein echtes Ausrufezeichen! An der Stelle übrigens auch mal ein Lob an Wolfsburg für die Melchiori- und vor allem Pfohl-Extensions. 

Wo ist die versteckte Kamera? Wochenlang schrieb ich hier über das Verletzungspech der Eisbären Berlin. Alles geschriebene gilt auch weiterhin, aber die neuen ärmsten Burschen der PENNY DEL sind dann nun wohl die Nürnberg Ice Tigers. Constantin Braun und Roman Kechter haben sich beide einen Fuß gebrochen und das Lazarett bei den deutlich finanzschwächeren Ice Tigers erreicht ein neues Rekordhoch wie es in Franken sonst nur die CSU vorzuweisen hat(te). Die nächsten Wochen werden zur großen Herausforderung, denn - alte Regel: Verletzungen bringen auch immer Verletzungen. Klingt dumm, macht ausformuliert aber Sinn: Umso weniger Spieler im Line-Up sind und umso mehr die Last auf die Topreihen fällt, umso größer ist auch die Verletzungsgefahr bei den eigentlich noch gesunden Jungs. Ich drücke den Nürnbergern aufrichtig die Daumen, dass sich diese These nicht noch weiter verstärkt und das Vertrauen in Coach O'Keefe auch nach diesen maximal schwierigen bevorstehenden Wochen ungebrochen bleibt. 

Da isser! Dresden hat seinen Nummer-eins-Center! Anders gesagt: Was lange währt, wird endlich gut - hoffentlich. Rourke Chartier soll Ruhe in die aktuelle Drucksituation rund um die Dresdner Eislöwen bringen. So viel Druck lag zuletzt wohl auf Peter Forsberg im Olympia-Finale 1994. Wer weiß: Vielleicht gibt's künftig in Dresden ja auch eine Chartier-Briefmarke. Dafür muss der 29-Jährige (kein Tippfehler, er ist ehrlich so jung) aber erstmal liefern. Wenn am Ende der Lieferung der Klassenerhalt steht, hätte ich aber auch gern ein Eisblog-Logo auf der Briefmarke. Patent angemeldet. Dresden stehen Partien gegen Schwenningen und Köln bevor - und ganz ehrlich: Es würde mich nicht wundern, wenn sie aus diesem Wochenende mit zwei Siegen herauskommen. Nach der Länderspielpause werden die Karten neu gemischt. Hockey ist Chaos – und genau deshalb lieben wir es.
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Simon Rentel