Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL

Adventszeit! Eine alte Weisheit aus dem Eishockey besagt: performst du rund um Weihnachten, spielst du eine gute Saison. Der Grund dafür ist neben ideellen Gründen auch rein rechnerisch zu finden. Diese Saison ist es aufgrund des gequetschten Spielplans rund um die Olympischen Spiele noch etwas extremer. Auf die Spieler kommt ein Mammutprogramm zu. Also Siebenmeilenstiefel raus und auf in den Kampf um die besten Plätze!

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(Foto: City-Press)

Playoff-Hockey! Der oben beschriebene Sachverhalt bedingt auch, dass die Spieler früher in eine Art Playoff-Modus kommen. Zumindest wirkt es mir so. Im Podcast äußerte ich letztens, dass ich die DEL2 emotionaler finde als die PENNY DEL. Auf der Kehrseite der Medaille steht, dass in Deutschlands höchster Liga dafür derzeit unfassbar starkes Eishockey gespielt wird - zumindest von einigen Teams. Zwei davon trafen gestern in München aufeinander. Die Red Bulls lösen die Kölner Haie als heißestes Team der Liga ab und stehen nun bei vier Erfolgen in Serie. Zuhause sind es sogar acht Siege in Folge. Der Grund dafür: Ruhe im Umfeld, was in der bayerischen Landeshauptstadt beileibe kein Normalzustand ist, und ein Team, das sich unter Neu-Coach David entwickeln konnte. Das beste Beispiel ist Jeremy McKenna, der derzeit auftaut und endlich eine tragende Rolle einnimmt. Dazu kommt die Woodoo-artige Verpflichtung von Bibeau, bei der eine Verletzung von Niederberger viele Wochen vor Entstehung vorhergesehen wurde. Magic Red Bulls! 

Kellerblick! "Steile These: Frankfurt hätte mit Rowe keinen Punkt mehr oder weniger als jetzt". Diese Aussage bekam ich letztens von einem Kumpel über die Löwen Frankfurt geschickt. Und ganz ehrlich? Ich habe wenige Argumente, um zu widersprechen - und das obwohl ich ein großer Fan von Tom Pokel und seiner Art, eine Mannschaft weiterzuentwickeln bin. Auch der US-Amerikaner wurde zuletzt in der Pressekonferenz aber schon deutlich in Richtung Leistungsfähigkeit des Teams. Es braucht eine Reaktion. Morgen geht's nach Nürnberg. Das wäre eine gute Gelegenheit. Zeitgleich spielt Dresden in Iserlohn und das ist - für mich - das Spiel des Tages. Gedankenspiel in der Hoffnung auf mehr Spannung im Keller: Dresden gewinnt regulär, genauso Nürnberg. Frankfurt stünde bei 24 Punkten, Iserlohn bei 20 und die Eislöwen bei 16. Auf einmal wäre wieder Stimmung in der Bude. Und nein, liebe Löwen- oder Roosters-Fans, ich habe nichts gegen eure Clubs. Ich bin nur kein Fan davon, am 45. Spieltag schon einen Tabellenletzten fixiert zu haben (dass ich an dieser Stelle immer noch nicht "Absteiger" schreiben kann, ist absurd, aber das ist ein anderes Thema). 

Big balls move! Leon Hüttl verlängert um zwei Jahre in Ingolstadt! Bei allen Hauptrundenmeisterschaften, der Finalteilnahme und sonstigen sportlichen Wow-Leistungen ist das für mich aus Ingolstädter Sicht das größte "wir spielen hier ganz oben mit" der jüngeren Geschichte. Hüttl ist ein Ausnahme-Verteidiger und mit 25 Jahren sicherlich weiter entwicklungsfähig. An solch einer Personalie ist mindestens mal die komplette nationale Konkurrenz dran. Dass er sich entscheidet, weiterhin in Ingolstadt zu spielen spricht für die sportliche und wirtschaftliche Entwicklung am Standort. Der ERC macht sich auf, zu einem Schwergewicht der Liga zu werden - und daran hat der komplette Club einen großen Anteil. Auch Leon Hüttl möchte ich an dieser Stelle beglückwünschen: sehr sympathische Entscheidung. Win-Win! 
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Simon Rentel