Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL
Frohe Weihnachten! Also. Naja. Noch nicht heute. Aber das hier nunmal die letzte Kolumne vor dem großen Fest und auch wenn wir uns auf den anderen Eisblog-Kanälen sicher noch geschätzte hundertachtundvierzig Mal hören, ist es in der Kolumne die letzte Möglichkeit, rechtzeitig Wünsche anzubringen. Also: Möge euer Team vom Glück verfolgt sein, die Schiedsrichter euch gewogen sein und der Puck stets in die richtige Richtung springen.

(Foto: City-Press)
RICHTIG SOOOOOOOO! JA! JA! JA! Macht mich glücklich! Adam Brooks, Maxi Kastner und Phillip Sinn haben sich verletzt! Okay, Pause. Das ist es nicht, was mich glücklich macht. Im Gegenteil. Der Trend der zunehmenden Verletzungen zeigt, wie brutal der Spielplan ist und ist besorgniserregend. Deshalb an dieser Stelle natürlich die besten Wünsche für die Genesung. Jetzt aber zu dem Teil, der mich glücklich macht. Red Bull München verpflichtet nicht kurzfristig nach sondern greift auf den "eigenen" Nachwuchs zurück. In Salzburg wird jährlich viel Zeit und Geld investiert, um jungen Eishockeyspielern die bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen - sowohl schulisch als auch sportlich. Das ist bei allem Red-Bull-Gebashe wohl auch für die größten Hater löblich. Umso schöner, wenn dann auch auf ebenjene Jungs gesetzt wird. Das kam mir in den letzten Jahren teilweise zu kurz, nun hat man mit Oliver David einen Coach, der Red-Bull-Blut in den Venen hat. Moritz Warnecke und Vadim Schreiner rücken für die Verletzten nach - richtig so.
Respekt! Unterbewertet! Wenn ich Marco Nowak mit einem Wort beschreiben müsste, wäre es genau dieses. Der 35-Jährige zählt zu den größten Verteidigern, die wir in den letzten 15 Jahren im deutschen Eishockey hatten. Nun zwingen ihn Verletzungen, seine sportliche Laufbahn zu beenden. Doch wie schon im ersten Abschnitt gibt's zur dunklen Seite der Medaille auch immer eine glänzende. In diesem Fall: Nowak ist ein smartes Kerlchen, der bereits in den letzten Monaten abseits des Eises bei den Eisbären an die Organisation herangeführt wurde. Nun also der folgerichtige Schritt, der für wirklich alle Parteien ein Win-Win darstellt. Herzlichen Glückwunsch zu einer großartigen Karriere, einer deutschen Meisterschaft und natürlich den Teilnahmen an WMs und den Olympischen Spielen. Mittelheißer Hot Take: Stéphane Richer wird nicht ewig Sportdirektor der Eisbären bleiben. Der Nachfolger steht bereit.
Sorgenkinder! Selten gab es in der PENNY DEL eine solch deutliche Teilung zwischen oberer und unterer Tabellenhälfte. Rang sieben und acht trennen acht Punkte und sportlich gefühlt Welten. Nürnberg, Schwenningen, Wolfsburg und die größeren Sorgenkinder im Keller schaffen es - teils aus absolut nachvollziehbaren Gründen - nicht, die Konstanz der Top sieben hinzulegen. So ist auch der heutige Spieltag irgendwie etwas einseitig. Köln und München gehen als glasklare Favoriten in die Partien. Die gute Nachricht daran: Es ist immer noch Eishockey und die 60 Minuten müssen erstmal gespielt werden. Oder um im Tenor der bisherigen Kolumne zu bleiben: Wo Schatten fällt ist auch Licht (philosophisch) - vielleicht finden es die Grizzlys und Wild Wings ja ausgerechnet heute.
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Simon Rentel





