Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL

Kolumne. Let´s Go! 

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(Foto: City-Press)

Wham! Eines der größten Mysterien meines Lebens ist, wie man mit einem Ohrwurm aufwachen kann. Also, ernsthaft. Habe ich nachts Musik gehört? Vor dem Einschlafen war der nämlich noch nicht da. Umso verrückter wird es, wenn es kein Lied, sondern ein Fangesang ist. „Schanzer Panther olé oho“ (oder so) geht mir seit ca. 7 Uhr nicht aus dem Kopf. Habe ich vom ERC geträumt? Würde mich ehrlicherweise nicht wundern, denn die zuletzt gezeigten Leistungen waren wahrhaftig traumhaft. Ingolstadt übernimmt mit sechs Siegen in Folge die Kontrolle über die Liga und das überrascht – bei all der Stärke Berlins – irgendwie nur bedingt. Tim Regan macht auf der Position des Sportlichen Leiters seit Jahren einen herausragenden Job – vor allem auf dem deutschen Sektor. Dass diese Saison auch die Kontis uneingeschränkt funktionieren, rundet das Bild ab und macht Ingolstadt zu einem ernsthaften Titel-Kandidaten. Und ganz ehrlich: Eigentlich ist mir ein solcher Ohrwurm auch deutlich lieber als zum 143. Mal „Last Christmas“. 

Feuerwehrmann gesucht! Es brennt in Iserlohn. Während Friedrich Merz (CDU-Chef) mit dem Slogan „mehr Sauerland für Deutschland“ aufmerksam macht, frage ich mich, ob wir das wirklich möchten. Es ist Zeit für Tacheles. Seit Jahren heißt es im Roosters-Sommer, man möchte Schritte nach vorne machen. Tippt man Iserlohn auf Rang 13 oder 14, heißt es von Fanseite, man müsse aufpassen, denn die Roosters hätten ja Überraschungs-Potenzial. Pustekuchen! Nach 22 Spielen steht man wieder auf Rang 13 und hat nur das Glück, dass die DEG aktuell noch inkonstanter ist. Große Teile der Personalplanung sind nicht aufgegangen und schon jetzt ist man in der prekären Situation, nur noch eine Konti-Position offen zu haben. Die letzten Entscheidungen müssen sitzen, sonst gibt es vor allem „mehr Sauerland in der DEL2“. Und das wäre diesem Standort grundsätzlich nicht zu wünschen! 

Und nun? Mit Ingolstadt und Iserlohn wären die beiden Serientäter der PENNY DEL im positiven und negativen Sinne abgefrühstückt. Es gäbe noch Bremerhaven mit drei Siegen in Folge, ansonsten schafft es aber derzeit kein Team, nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen. Grundsätzlich gefällt mir, was die Adler Mannheim so machen. Es wirkt, als wäre der Plan rund um Michaelis statt Wolf und einer neuen „Adler DNA“ erstmal aufgegangen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Kader noch zu wenig aus der vorhandenen Qualität herausholt. Ähnlich geht es München, die derzeit auf Rang sechs rangieren und das ist mir ehrlicherweise alles schon etwas zu „normal“. Selbstverständlich ist in der bayerischen Landeshauptstadt aktuell keiner vollends glücklich, aber ist auch jemand vollends unzufrieden? Naja, muss ja jeder selbst wissen. Die gute Nachricht für die Top-sechs-Teams: Im Mittelfeld batteln sich Frankfurt, Wolfsburg und Nürnberg mit den aufstrebenden Wild Wings um den Titel der inkonstantesten Mannschaft der Liga. Aufs und Abs gibt´s hier mehr als beim Silver Star im Europa Park und so sind Prognosen praktisch unmöglich. Etwas Hilfe wird da das heutige Spiel in Schwenningen gegen Ingolstadt bringen. Zieht das Team von Steve Walker auch diese Partie, nehme ich die wilden Flügel (sorry) endgültig wieder als Dark Horse für die Top sechs auf. 

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Simon Rentel