Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL
*Gääääähn* Puuuuuuuuh. Der gewöhnliche Schlafrhythmus hat mich auch am zweiten Weihnachtsfeiertag früh (für einen Studenten – UND MICH), spät (für einen normalen Arbeiter) aus dem Land der Träume gerissen. Gut, dass wir die PENNY DEL haben und weiter auch im normalen Alltag träumen dürfen.

(Foto: City-Press)
Höhenflug! Es ist mittlerweile rund sieben Wochen her, als ich den Adlern die ob der individuellen Klasse nicht ausreichende Konstanz angekreidet habe. In der „Seitdem-Tabelle“ liegt Mannheim auf Rang zwei, überragt außerdem vor allem auf heimischem Eis mit einer Beständigkeit, die ich ihnen so nicht mehr zugetraut hat. Und siehe da! Schon sind sie wieder da: Die Träume, dass meine Saison-Prognose des Adler-Titels eintrifft. Genauso wie mein Urteil vor sieben Wochen ist natürlich auch dieser Traum erstmal von den nächsten Monaten abhängig. Eines ist aber klar: Dieses stoische Punktesammeln, das ohne viel „Peng-Peng“ und dafür mit ganz viel taktischer Finesse auskommt, kann auch in den Playoffs ein entscheidender Faktor sein. Defense wins championships. So. Träumen beendet! Oder nicht?
PPP! Nein. Gemeint ist nicht das parlamentarische Partner-Programm, das eine Art Jugendaustausch zwischen USA und Deutschland ermöglichte. Wobei: Mit Austausch hat es schon etwas zu tun. Mitte Dezember veränderte Tom Pokel Stellschrauben im hauseigenen Tigers-Powerplay. Zuvor war es mit 13,9% eher der Guido Cantz unter den „Verstehen Sie Spaß“-Moderatoren. Seitdem ist es mit 40,0% wieder Frank Elsner. Und siehe da: Seitdem gab es zwölf Punkte aus fünf Spielen und damit die beste Ausbeute der gesamten Liga. Special Teams win championships? Bleiben wir mal auf dem Boden, aber die Top sechs sind kurz vor dem Spengler Cup auf einmal wieder in Reichweite und eine (kurzzeitige) Rückkehr Sandro Schönbergers in die Kabine dürfte der Gesamt-Stimmung sicher auch nicht schaden. Die Tigers sind auf dem Vormarsch – das sollten wir mal genauer beobachten!
Filling the paycheck! Es geht doch! Schön, dass ich rund um Weihnachten nicht weiter auf den Wolfsburger Top-Verdienern und vermeintlichen Top-Spielern rumhacken muss. Genau diese kamen nun in Fahrt. Feser mit zehn Punkten und White mit acht führen die Liga-Scorerliste der letzten fünf Spiele an. Gepaart mit Hannibal Weitzmann, der mit enormem Eifer und langer Demut vorerst mal die Starter-Rolle in Wolfsburg für sich gepachtet hat, ist Wolfsburg auf einmal wieder ernstzunehmend. Allgemein ist das Rennen zwischen München (ja, ich zählt noch dazu) und Nürnberg (sorry, Frankfurt) um die Plätze fünf und sechs enger als mein Hosenbund nach zwei Tagen voller Leckereien. Dort eine Prognose abzugeben, könnte genauso düster enden wie es derzeit die Sonntags-Umfragen zur Bundestagswahl tun. Wobei: Am Ende wäre etwas Blaues in der Spitzen-Gruppe der PENNY DEL bei aller Neutralität schon deutlich lieber als bei den Wahlergebnissen.
Eeeeeeey! Allgemein können einem die Eishockey-Spieler ja schon leidtun. Für viele ist die Reise in die Heimat rund um Weihnachten ob der Trainings-Einheit am 25.12. und des Spiels am 26.12. schlicht nicht umsetzbar oder sinnvoll. Nun sitzt man also ohne – oder nur mit teilweiser – familiärer Liebe unterm Christbaum. Noch schlimmer wird es, wenn das auch noch in Augsburg passieren muss. Also – nichts gegen Augsburg. Aber das Weihnachtsfest dürfte beim AEV schonmal fröhlicher ausgefallen sein. Irgendwann vor langer, langer Zeit. Denn die Panther finden sich aktuell dort wieder, wo sie unbedingt rauswollten: im Abstiegskampf. Heilsbringer Larry Mitchell konnte den Karren auch nur bedingt aus dem Dreck ziehen und scheitert derzeit auch als Cheftrainer. Drei Pleiten in Folge, darunter eine empfindliche bei der direkten Konkurrenz, lassen das Polster auf den letzten Platz auf ein Pünktchen schrumpfen. Passend zu Weihnachten schließe ich die Kolumne mit einem Zitat meines in diesem Jahr verstorbenen Opas: „Obacht gem, länger lem“ (frei übersetzt: aufmerksam sein, länger leben)!
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Simon Rentel





