Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL

Hier sitze ich also. Im Presseraum der Augsburg Panther, warte auf Stefan Esch, Larry Mitchell und Alex Sulzer und frage mich: Hat dieser AEV eine Chance, die Klasse zu halten? In der gestrigen Verfassung vermutlich nicht. Doch darum soll es in der Kolumne nicht gehen, den Draufhau-Job hat schon der gestrige Blog zum Spiel übernommen. Deshalb nur die Floskel, die man in dieser Situation am wenigsten gebrauchen kann: Kopf hoch, AEV! Wird schon wieder (vielleicht)! 

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(Foto: City-Press)

Pietzi bleibt! Die Presseabteilung beim ERC Ingolstadt hat beileibe keinen leichten Job. Erst klaut ihnen dieser komische Eisblog die Breton-Verlängerung, dann haut RinkRat Keating und Pietta vorab raus. Frage eins, die sich stellt: Ist Tim Regan RinkRat? Frage zwei: Wer ist der Maulwurf? So ist der ERC nun schon mehrfach in der Situation gewesen, schnell zu reagieren und die Gerüchte – im positivsten aller Sinne – aus der Welt zu schaffen. Gut so! Auch die Fans wünschen sich Klarheit und dass in der aktuellen Tabellensituation wohl jede Verlängerung positiv aufgenommen wird, dürfte auch klar sein. Wäre vielleicht eine Idee, schonmal den Dauerkartenverkauf für 25/26 zu starten. Und 26/27. Und 89/90. Zurück zu Pietta: Nach der Verlängerung habe ich wie gewohnt EliteProspects geöffnet und mir mal ein genaueres Bild verschafft. Der Mann ist 38 Jahre alt??? Wie kann man denn mit 38 Jahren noch so dominieren? Ja, dominieren. Das Wort ist durchaus bewusst gewählt, weil ich kaum einen Spieler kenne, der eine solche Übersicht beweist. Alter ist nur eine Zahl – vielleicht wird Pietta ja zum deutschen Jagr. 

Geiloooo! Das Winter Game 2025 ist Geschichte und kann für die nächsten ungefähr zwölfeinhalb Jahre ein Frankfurter „Ällabätsch“ Richtung Adler genutzt werden. „Das lassen wir sie nie vergessen“, hat Philipp von den Bembelbros gesagt – richtig so. Die Löwen und vor allem Jussi Olkinuora sind mietfrei in den Köpfen der Adler und so ist auch der Ausgang des vierten Derbys möglicherweise schon vorausbestimmt. Es könnte eine Initialzündung für die Löwen und Tom Rowe im Kampf um Platz zehn sein. Trust the process! Auf der anderen Seite stehen Adler, die aktuell Probleme haben, Eishockeyspiele zu gewinnen. Es ist zu viel „wenn“ in der Nachbereitung. Wenn man sich für das gute erste Drittel belohnt hätte, hätte man vielleicht gewonnen. Wenn man Connor Bedard im Team hätte, hätte das vielleicht einen Unterschied gemacht. Alles richtig, bringt aber nichts. Nach der Winter-Game-Pleite ist bei mir aber deutlich mehr Mitgefühl als Häme zu finden. Gawanke geht nach dem Spiel als Erster zu den Adler-Fans und wird als Lohn für diese Courage als Erster wüst von Teilen ebenjener beschrien? Ob das was bringt? Oder wie meine Freundin nach dem Schauen des Michaelis-Interviews bei MAGENTA Sport sagte: „Kann ihn mal jemand in den Arm nehmen?“.  

Wirrwarr! Versuchen wir mal diese Tabelle ein wenig zu sortieren. Die Top sechs sind wohl etwas zu stark für die zu inkonstanten Straubings und Wolfsburgs dieser Welt – dürften damit in ihrer Gruppe nahezu gesetzt sein. Spannender wird es dahinter. Zwischen Rang sieben und elf tummeln sich fünf Teams um vier Pre-Playoff-Plätze. Zustände wie beim Release eines neuen iPhones vor dem Apple Store! Wer ergattert einen der eminent wichtigen Ränge, die neben sportlichem Erfolg natürlich vor allem eines bringen: einen Geldsegen durch ausverkaufte(s) Heimspiel(e). Mein Bauchgefühl? Straubing und Wolfsburg sind insgesamt zu stark für Rang elf. Dahinter liegen mit Nürnberg, Schwenningen und Frankfurt Teams, für die ich alle Argumente finde. Aktuell ist es eine Lotterie, bei der es schnellstmöglich gilt, die richtigen Zahlen auszuwählen. Schwenningen könnte das mit der Verpflichtung von Brett Ritchie getan haben. Gefühlt könnte es für Nürnberg eng werden. Die Ice Tigers spielen eine überragende Saison. Es ist einer hervorragenden Arbeit aller Personen am Standort zu verdanken, dass man nicht annähernd in den Abstiegs-Strudel gezogen wurde. Es bleiben aber Zweifel der Konstanz und defensiven Stabilität. Wird ein enges Rennen! In zwei Monaten sind wir schlauer.
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Simon Rentel