Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL
Beim Eisblog bereiten wir unsere Grafiken und Texte gerne am Vortag vor. Eine Art Sicherheitsnetz, falls am Posting-Tag selbst etwas dazwischenkommt. Aktuell meinen es die Spieltags-Planer dabei nicht gut mit mir. Auch gestern duellierten sich wieder vier Teams und mischten dabei die Gefühlslage ordentlich durch. Man fühlt sich wieder wie 16, wenn man den ersten (vermeintlichen) Liebeskummer hat und dann doch eine Nachricht von ihr bekommt. Herrlich! Oder, Adler?

(Foto: City-Press)
Tut der gut! An was denkt ihr bei Adlern? Elegante Vögel, die über den Gipfeln der bekanntesten Bergketten der Welt kreisen, als würden sie über den Dingen schweben? Cool, geht mir auch so. Nach zuletzt sechs Niederlagen in Folge ging es der Mannheimer Version der Adler aber eher wie einem Kolibri, der mit mehreren Tausend Flügelschlägen pro Minute verzweifelt versucht gegen die steife Brise der PENNY DEL anzukommen. Dann kam das Spiel gegen die DEG und rumms: Durchbruch, Befreiungsschlag, Genugtuung, Herzheilung! Gerade zu Beginn der Partie hatte Düsseldorf durchaus die Chancen, für eine Überraschung zu sorgen. Danach übernahm der majestätische Adler die Bühne. Für einen freut es mich dabei ganz besonders: Marc Michaelis. Auch in unseren DMs wurde bereits über die mentale Belastung gerade auf seinen Schultern gesprochen. Interviews in den letzten Wochen taten ihr übriges. Gestern dann erneut am Mikro von MAGENTA Sport herrlich ehrliche Worte des Kapitäns, für den es eine Riesen-Ehre ist, das C auf der Brust zu tragen. Michaelis ist nach nur wenigen Monaten ein echtes Aushängeschild bei den Adlern. Einer, der vorangeht, dem Siege und Niederlagen mehr bedeuten als der Kontostand am Ende des Monats. Einer, der jedem Team gut tun würde.
Gladiatoren! Der Abstiegskampf spitzt sich zu und spielt das Gänseblümchen-Spiel „sie liebt mich, sie liebt mich nicht“ mit den Teams im Keller. Es braucht nun Gladiatoren, die in der schwierigen Situation vorangehen – zwei davon wurden schon gefunden. Taro Jentzsch liegt im Jahr 2025 bei 2,0 Punkten pro Spiel, Tyler Gaudet bei 1,5. Die Stürmer der Roosters und DEG gehen voran, schießen ihre Teams zu wichtigen Punkten im Kampf gegen Liga zwei. Sie werden zu Gesichtern des Abstiegskampfs und genau diese braucht es nun auch in Augsburg. Am ehesten wären dort wohl Nick Baptiste, Strauss Mann oder auch Flo Elias zu nennen – der Korken ist aber noch nicht endgültig geplatzt. Das Rennen wir bis zum Ende eng bleiben und ich verweise zum wiederholten Male gerne auf den letzten Hauptrunden-Spieltag an dem die Roosters den AEV empfangen. Das wird ein Fest! Zumindest für einen von beiden.
Und nun? Kolumnen schreiben sich meist fast von selbst. Es gibt viele Themen, die einen Eishockey-Journalisten während der Woche so rumtreiben. In der PENNY DEL gestaltet sich das allerdings aktuell etwas schwieriger. Die Liga ist seit dem Jahreswechsel sehr ausgeglichen. Jeder kann jeden schlagen, was auch der überzeugende Straubinger Erfolg gestern in Bremerhaven verdeutlicht. Ich könnte euch jetzt also vom Tigers-Angriff auf die Top sechs erzählen, möchte mich aber vor allem auf die Zukunft konzentrieren: JETZT ist die Zeit, in der eine Sieges-/Punkteserie mal so richtig reinhauen kann. Den nächsten Schritt dafür können Red Bull München oder die Augsburger Panther am heutigen Donnerstag machen. Im Derby ist der AEV für gewöhnlich hochmotiviert. So stehen die Chancen für einen Heimdreier gar nicht so schlecht. Für beide Teams ist es ein richtungsweisendes Spiel. München kann die Top sechs festigen oder endgültig in Gefahr bringen, Augsburg könnte durch einen Derby-Heimsieg neue Euphorie entfachen und mit in die nächsten Wochen nehmen. Da gibt´s heute mehr als drei Punkte zu vergeben!
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Simon Rentel





