Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL
Es ist Mittwoch und ich kann erstmals seit letztem Jahr (das gefühlt ja auch schon wieder drei Jahre her ist) bereits heute mit meiner PENNY DEL-Kolumne beginnen. Was ist aus unserer geliebten Tradition der Dienstags- oder Mittwochs-Spieltage geworden? Das ist doch alles nicht mehr dasselbe! 2025 ist blöd! *bling* Da schaltet sich mein Hirn wieder ein. Wisst ihr was? Vielleicht ist das doch gar nicht so schlecht. Ein wenig Entzug macht die Vorfreude auf den nächsten Kick doch umso größer – und der ist ja glücklicherweise direkt am Donnerstagabend.

(Foto: City-Press)
Obacht gem´, länger lem´! Alter Spruch von meinem Opa, der Eishockeygott habe ihn selig. An dieser Stelle möchte mich erstmal entschuldigen, dass ihr vermutlich in jeder der verbleibenden Hauptrunden-Kolumnen den Abstiegskampf über euch ergehen lassen müsst. Außer natürlich, die Augsburger Panther machen so weiter und entscheiden das Rennen frühzeitig... gegen sich. Was ich eigentlich sagen möchte: Ich war am Dienstag in Rosenheim und habe zwei Teams gesehen, die in den Playoffs für Furore sorgen werden. Ich lege mich fest, dass es im Sommer 2025 einen Absteiger aus der PENNY DEL geben wird. Zu stark sind die DEL2-Topteams, zu dicht der Birkenwald im Eislöwen-Tor. Es heißt also alle Kräfte zu bündeln und entscheidende Wenden einzuleiten. Augsburg mittlerweile mit vier Punkten Rückstand auf Rang 13 und der entscheidenden Frage, warum Larry Mitchell immer noch selbst an der Bande steht. Fachmann, keine Frage. Aber die übliche Floskel des „Mannschaft-erreichens“ ist hier langsam angebracht. Düsseldorf und Iserlohn stellen schonmal das Brizzelwasser kalt, doch auch hier sei gesagt: Vier Punkte sind NICHTS. Obacht!
Respekt! Max Kaltenhauser bittet um Entbindung seiner Aufgaben. Uff! Nächster Kracher in München. Zur Wahrheit gehört, dass man sich bei den letzten Auftritten der Red Bulls durchaus fragen durfte, ob die vorzeitige vertrauensgebende Maßnahme des Vertrages bis Saisonende für den ehemaligen Interimscoach nicht etwas voreilig war. Spätestens nach Absatz drei der Pressemitteilung der Red Bulls, die durch die späte Nennung der expliziten Gründe für Verwirrung in Medienkreisen sorgte, wird aber klar: Die Gründe liegen einzig und allein auf der persönlichen Seite Kaltenhausers – und das ist dann nichts anderes als ein höchstrespektabler und verständlicher Schritt. An dieser Stelle sei gesagt: Auch mentale Gesundheit ist Gesundheit. Alles Gute, Max Kaltenhauser!
Aus Sicht der Red Bulls ist es die Chance eines erneuten Neustarts. Eine Art „Jetzt aber 3.0“. Eine neue Chance, den SAP Garden doch nicht als prunkvolle Hülle eines Graue-Maus-Teams verkommen zu lassen. Und wie vollzieht man einen Neustart am besten? Klar, mit etwas Altem. Don Jackson kehrt zurück und bei aller Ironie: Es ist die einzig sinnvolle Lösung um die laufende Saison noch zu retten. Dafür braucht es aber mehr als einen Coach – es braucht auch neue Impulse auf dem Eis. Noch sind DREI Importpositionen und das Wechselfenster offen. Eigentlich eine komfortable Situation für einen Fünftplatzierten. Eigentlich.
Neeeein-hatten! Uff! Nächste Entschuldigung von mir: Auch der dritte Absatz der dieswöchigen Kolumne wird eher negativ behaftet sein. Gibt so Tage, sorry. Für Positives gerne den Podcast und die Lobes-Hymne auf Ingolstadt hören. Wir blicken zunächst nach Köln. Die Haie mit drei Niederlagen in Folge und zuletzt zwei torlosen Spielen. Die Rufe nach Nachverpflichtungen werden immer lauter und sind nicht ungerechtfertigt. Gerade das 0:4 ZUHAUSE gegen die Roosters wirft Fragen auf. Keine existenziellen, denn ich bin weiterhin von Kari Jalonen als Trainer überzeugt. Im Rückspiegel fahren die Straubing Tigers aber näher auf als der übliche Drängler mit seinem etwas zu sehr getunten VW Golf auf deutschen Autobahnen. Der etwas defensivere Ansatz des neuen Coaches fordert seinen Tribut bei Spielern wie Schütz oder MacLeod, die vergangene Saison noch mit begeisterndem Offensiv-Eishockey für Furore sorgten. Köln muss sich fangen. Ansonsten wird das Derby bei (vergleichsweise) formstarken Düsseldorfern zur Offenbarung. Apropos Augenöffner: Was passiert jetzt eigentlich in Frankfurt? Daniel Heinrizis Tage sollen gezählt sein. Und nun? Bleibt Tom Rowe? Muss er gehen oder vielleicht nur das Büro wechseln? Was macht Heinrizi? Ist neben Russell noch ein Platz in Cardiff frei? Fragen über Fragen, die die nächsten Tage beantworten werden!
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Simon Rentel





