Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL
Irgendwo zwischen Wahlkampf und Dschungelcamp - wartet mal, ist das dasselbe? – legte die PENNY DEL eine kurze Pause ein. Gesprächsstoff gibt´s trotzdem genug. Nicht nur, weil es bereits gestern wieder zu Spiele gab.

(Foto: City-Press)
Mit Tobi! Es waren emotionale Wochen für die gesamte Familie der Eisbären Berlin. Von Starting Goalie bis Geschäftsstelle reiste man vor wenigen Tagen geschlossen ins beschauliche Miesbach und erwies Tobi Eder eine weitere Ehre – ich schreibe bewusst nicht von der „letzten Ehre“. Wenige Stunden später dann das nächste Spiel. Zuhause. Gegen eine Düsseldorfer EG, die sich in der Pause sicher viel vorgenommen hatte. Wer mit einer Chance für die DEG rechnete, sah sich bereits nach 34 Sekunden getäuscht. Ronning, Pföderl und Tiffels lassen selbst die 4-Nations-Face-Off-Reihe um MacKinnon, McDavid und Crosby alt aussehen und versohlen der DEG den Hintern. Es gibt für die Eisbären in der laufenden Saison zwei Möglichkeiten: 1) Es wird schwierig, Tobis Verlust mental aufzufangen und sich auf Spiele zu konzentrieren. 2) Man holt für und mit Tobi in dominanter Art und Weise die Meisterschaft. Jeder weiß, was aktuell realistischer scheint.
Erdbeben-Warnung! Die Richter-Skala schlägt in Iserlohn bei 5,5 aus, in Straubing bei 5,9. Kurz zur Erklärung: Offiziell (also laut der offiziellsten Quelle, die es gibt: Wikipedia) sorgt der Messbereich zwischen 5 und 6 „Bei anfälligen Gebäuden (für) ernste Schäden, bei robusten Gebäuden (für) leichte oder keine Schäden“. Stellt sich die Frage: Wie robust sind die Gebäude am Seilersee und Pulverturm? Wir checken mal die Aufzeichnungen. In Iserlohn wird seit Jahren sportlich wirklich mäßig gearbeitet – so ehrlich muss man sein. Dennoch schafft man es bei den Roosters, jeden Sommer eine neue Vorfreude im Fanlager aufzubauen und dann einzureißen. Doug Shedden war letzte Saison der Heilsbringer. Ehrlicherweise stand ich der Entwicklung dennoch etwas negativ gegenüber. Die Tabellensituation hat sich auch unter dem erfahrenen Coach nicht klar verbessert. Auf der anderen Seite gibt es aktuell keinen Trainer auf dem Markt, dem ich eine erneute Rettung mehr zugetraut hätte als Sheeden – auch nicht Fritzmeier oder Pokel. Letzterer hätte aktuell Zeit, ist für den Abstiegskampf aber wohl nicht der Richtige. Laut Tigers ist er das auch nicht für den Kampf um die Pre-Playoffs, denn die Ära Pokel endet nach sieben äußerst erfolgreichen Jahren. Ob richtig oder nicht wird sich zeigen. Eines ist klar: Woodcroft wird riesige Fußstapfen zu füllen haben.
Butter bei die Fische! Grammatikalisch ungefähr so falsch wie „Wir sind alles Eishockeyfans“. Aber gut. Was anderes seid ihr vom Eisblog ja auch nicht gewohnt. Am Samstag schließt das Transferfenster im deutschen Profi-Eishockey. Bedeutet: Bis 23.59 Uhr können noch Transfers eingefädelt werden. Spätestens am Sonntag haben wir also Klarheit über die Kader für die verbleibende Saison. Da auf dem deutschen Sektor das Gras nicht mehr besonders grün ist, blicken wir lieber auf die blühende Wiese der Imports. Besonders viel Spielraum haben die Red Bulls mit noch drei offenen Kontistellen. Bei aller Jackson-Euphorie plädiere ich auch weiterhin dafür, mindestens eine davon zu nutzen. Ähnliches gilt für die Fischtown Pinguins, die noch zweimal nachlegen könnten. Gespannt blicken wir nach Düsseldorf, ob die verbleibende Stelle mit einem abstiegsvermeidenden Kracher besetzt werden kann und ob Schwenningen, Nürnberg oder Wolfsburg im Kampf um die Pre-Playoffs nochmal Zeichen setzen. „Klotzen statt kleckern“ ist das Motto, denn es ist deutlich einfacher, hochpreisige Spieler im Februar für zwei Monate zu verpflichten als im August für neun oder zehn Monate.
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Simon Rentel





