Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL
Während die DEL2 bereits in ihr letztes Hauptrunden-Wochenende startet, haben wir in der PENNY DEL noch je vier Spiele zu bestreiten. Ja, ihr habt richtig gelesen: JE vier Spiele. Bedeutet, dass die Tabelle ENDLICH angeglichen ist und alle Teams mit 48 Partien dastehen. Wir können also Tacheles reden. Ohne das „ja, aber wir haben ja noch ein Spiel weniger“-Gedöns.

(Foto: City-Press)
Herzlichen Glückwunsch! Sofort habe ich den mahnenden Finger meiner Mum im Kopf: „Wenn man vorzeitig gratuliert, bringt das Unglück“. Ja, mag sein. Aber Ingolstadt hat nach dem gestrigen Sieg gegen Berlin – der erwachsener kaum hätte sein können – elf Punkte Vorsprung. Die Hauptrundenmeisterschaft ist ihnen nicht mehr zu nehmen und könnte bereits am Freitag unter Dach und Fach sein. Es ist eine Hauptrunde der absoluten Extraklasse der Panther und das geht mir ehrlicherweise in der allgemeinen Wahrnehmung etwas unter. Ingolstadt hat für die Arbeit im Sommer unseren Respekt verdient, für die Arbeit im Winter unsere volle Anerkennung. Man geht mit einem höchstexplosiven Team in die Playoffs, das vom Starting Goalie bis zum 13. Stürmer hochkarätig besetzt ist. Wäre Ingolstadt Berlin, stünde der Meister 2025 in der Wahrnehmung der Allgemeinheit vermutlich nahezu fest. Doch Ingolstadt ist nicht Berlin. So müssen uns noch etwas in Geduld üben.
Zeit für Lob! Die dieswöchige Kolumne wird vor der finalen Abrechnung übernächste Woche vermutlich nochmal eine eher Positive. Ob das an meiner grundsätzlichen Lebensfröhlichkeit nach überstandener Krankheit liegt oder an den Sonnenstrahlen, die sich gerade in meinem Gesicht platzieren, bleibt dabei ein wissenschaftliches Mysterium. Gute Nachrichten sind das aber für Nürnberg und Straubing, die sich kleine Extralobs, -lobys, -loben (?) verdient haben. Die Ice Tigers gestern ohne drei etatmäßige Center und der schweren Aufgabe der hochmotivierten Düsseldorfer EG vor der Brust. Doch irgendwas ist besonders an den Ice Tigers und Heimspielen in der laufenden Saison. In der Heimtabelle ist man auf dem Papier Sechster und – das ist noch wichtiger – gefühlt emotional immer in der Lage, nochmal einen Gang hochzuschalten. So auch gestern. Die DEG geht dreimal in Führung, am Ende jubelt dann aber doch wieder Nürnberg. Respekt vor allem an Mitch O´Keefe! Und wenn wir schon bei Trainer-Lob und Heimstärke sind: Craig Woodcroft scheint die Festung Pulverturm wieder aufgebaut zu haben. Siege gegen Köln, Schwenningen und... Schwenningen zuhause festigen die Pre-Playoff-Teilnahme und greifen sogar noch Rang sechs an. Unter Woodcroft können die Tigers auf einmal wieder defensive Zuordnung und verloren nur gegen Berlin und Mannheim. Straubing is back. Und wie!
Macht mich sauer! AAAAAAH, Frankfurt! Schluss mit Eitel Heiterkeit hier jetzt! Wenn ich an die Löwen denke, kippt meine Stimmung. Nicht, weil Menschen keine Fehler machen dürfen. Nicht, weil Goalies nicht mal daneben greifen können. Sondern schlicht und einfach, weil der Standort Frankfurt viiiiieeeeeeel zu wenig aus den vorhandenen Möglichkeiten einer Metropole macht. Verdammt nochmal. Der Aufstieg ist mittlerweile immerhin auch schon drei Jahre her. Wo ist die Weiterentwicklung? Wir reden von den Löwen Frankfurt. Assoziieren wir damit im Jahr 2025 wirklich weiter keine Pre-Playoff-Teilnahme und Pimmel-Pausenspiele? Nach der gestrigen Niederlage gegen – zugegebenermaßen heiße – Pinguins liegt man weiter auf Rang elf. Nun eben ohne Nachholspiel in der Hand. Es geht nun noch gegen Schwenningen, Ingolstadt, Mannheim und Nürnberg. Klingt für mich eigentlich nach einem Programm, das machbar genug sein müsste, um Wolfsburg (Köln, Berlin, Straubing, Düsseldorf) oder Schwenningen (Frankfurt, Iserlohn, Berlin, Ingolstadt) noch einholen zu können. Doch dafür braucht es spielerisch klare Steigerungen. Ihr seid Löwen, verdammt. Aus Frankfurt. Spielt so. Eure Fans haben auch mal Lust auf Eishockey im April und wollen dafür nicht nach Kassel oder Bad Nauheim fahren.
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Simon Rentel





