Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL
Das Vogelzwitschern ist durch mein gekipptes Fenster mittlerweile unüberhörbar. Wir haben Mitte März, hier in der bayerischen Provinz ist der Frühling ausgebrochen und die März... äh Maiglöckchen sprießen aus den frisch geodelten Wiesen. So. Alle Sinne angeregt? Gut, denn diese werden wir jetzt brauchen. Es ist Kolumnen-Zeit in der PENNY DEL!

(Foto: City-Press)
Just Love! Die Eisbären Berlin hören nicht auf, mich zu faszinieren. Bevor sich die Frühlingsgefühle in Straubing jetzt zu einer Wut-Lawine aufbauschen: Ja, das (Nicht-)Tor von Adrian Klein war Mist. Ist doch klar. Angetrieben von Vitamin D auf meiner Haut möchte ich mich aber heute auf das Positive besinnen – und das ist die Spielweise der Eisbären Berlin. Es wirkt, als wäre es ein erneut perfekt zusammengestelltes Team. Raufbolde wie Veilleux, Bergmann und in dieser Serie hin und wieder auch Wiederer ergänzen sich mit Künstlern wie Ronning, Pföderl und... Noebels. Jap, der Stürmer, der eine VERHÄLTNISMÄßIG schwierige Hauptrunde hatte, läuft nun zu Höchstform auf. Zwei Spiele, zwei Schüsse, zwei Tore, zwei Vorlagen. Eine beeindruckende Bilanz, die den aufopferungsvoll kämpfenden Tigers auch gestern zur Last fiel. Nicht allzu gewagte Prognose: Frühjahrsputz! Sweep!
Wahrsager! Wir müssen über Christian Winkler und Lenz Funk reden. Diese beiden Herren haben die übergeordnete sportliche Verantwortung in München und offensichtlich gab es zum Umzug in den SAP Garden auch eine Portion schwarze Magie dazu. Zur Trade Deadline wünschte sich jeder – und ich meine JEDER – Münchner Fan einen neuen Kontingent-Stürmer, vorzugsweise nach dem Smith-Ausfall einen Center. Wofür entscheiden sich die bayerischen Granden? Einen Goalie. Zu viel Hacker getrunken? EINEN GOALIE? Trotz Niederberger im Tor? Rund vier Wochen später muss man den Herren den roten Teppich für diese Entscheidung ausrollen. Niederberger humpelte gestern im ersten Drittel in die Kabine – und wer stand bereit? Nicht der talentierte, aber unerfahrene Simon Wolf sondern ein gewisser Evan Fitzpatrick – Trade-Deadline-Zugang der Red Bulls. Der Goalie bewies bereits in der Hauptrunde gegen Mannheim seine Klasse und hielt auch gestern gegen... nun ja... flügellose Adler souverän. Respekt, Winkler/Funk!
Zom jrosse Ziel! Es wurde recht ruhig in Köln. Geäußerte Meister-Ambitionen verliefen zunächst im Sande und wurden zumindest kommunikativ in der Schublade versteckt. Wenige Jahre später geben die Fans per Choreo den Ton selbst vor. Die Haie glauben dran und das merkt man in den ersten beiden Spielen gegen die Fischtown Pinguins recht deutlich. Gegen den besten Goalie der Liga zehn Tore erzielt, gegen eine der besten Sturmreihen der Liga nur zwei Tore kassiert. Läuft in Köln und zumindest als „Geheimfavorit“ darf man die Domstädter wohl bezeichnen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Bremerhaven bisher nicht die optimale Leistung aufs Eis bringt. Die Pinguins wirken ein bisschen wie ich nach zwei Cuba Libre in der bad tölzschen Sonne: Das Potential für Höchstleistungen wäre da, es wird aber nicht genutzt. Klar ist für mich, dass Sulzer am Freitag Maxi Franzreb starten lassen wird. Dieser ist es fast schon gewohnt, mitten in den Playoffs reingeworfen zu werden – und performte für gewöhnlich herausragend. Gamechanger? Wir werden es vogelzwitschernd und odelriechend beobachten.
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Simon Rentel





