Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL
"Was sind das für übertrieben geile Play-Off´s dieses Jahr???????". Ich zitiere zum Start in die Kolumne mal unser Inner-Circle-Mitglied Dennis. Selten hat mich eine Nachricht so sehr abgeholt wie diese. Wie recht er doch hat! Wie sehr diese Playoffs doch begeistern! Lasst uns direkt reingehen, denn die Zeit bis zum nächsten Spiel ist begrenzt.

(Foto: City-Press)
Die Souveränen! Abgesehen von der innigen Beziehung zwischen Mutter und Kind sind Eisbären eher ungesellig. Das ist die Erkenntnis, die ich seit ca. 17 Jahren und nach unzähligen Tier-Dokus mit mir mitschleife. Kleiner Fun Fact am Rande: Im jungen Alter wollte ich lange Zoo-Direktor werden. Aus Liebe zu Tieren. Was für ein Widerspruch. Naja, jetzt gebe ich lieber schlechte Prognosen ab und erfreue mich daran, euch hier jeden Donnerstag etwas erzählen zu dürfen. Ich schweife ab. Worauf ich hinauswollte: Eisbären sind Einzelgänger – in der Wildnis und im Eishockey. Berlin ist das einzige Team, das bereits sicher im Halbfinale ist und wartet dort völlig allein seit bereits vier Tagen auf seinen Gegner. Eine Situation, in der sich die Eisbären pudelwohl fühlen und eine Situation, die sie mittlerweile seit Jahren gewohnt sind. Energie tanken, Energievorsprung nutzen und weiter geht die wilde Fahrt für Aubin & Co.. Komfortabel! Angsteinflößend!
Abnutzungskampf! Rudelbildung betreiben im Gegensatz zu den Eisbären vor allem die Pinguine und Haie... na gut – da hört eine vermeintlich gute Metapher auch schon auf. Klar ist aber, dass die anderen drei Halbfinalserien deutlich enger sind als die zwischen Berlin und Straubing. Das ist nach den frühen Entwicklungen vor allem bei Bremerhaven gegen Köln überraschend. Die Haie sind drauf und dran eine 3:0-Serienführung zu verspielen und in den Social-Media-Kommentarspalten schlägt der Kölner Dom teils schon 13. Die Angst vor dem Reverse Sweep ist zumindest in der Emotion groß. Ich sage: Cool bleiben, hätte man vor der Serie diese Ausgangssituation angeboten, hätte man sie mit Kusshand genommen. Morgen Heimspiel, Matchpuck, alle Karten in der Hand. Man sollte vielleicht nur Urbas nicht zum Schuss kommen lassen. In München und Nürnberg wird es ähnlich heißt werden – auch hier gibt´s 3:2-Serienstände, diese kamen aber auf komplett andere Art und Weise zu Stande. So sind es auch jeweils die Auswärtsteams, die vorzeitig den Eisbären folgen könnten. Das. Wird. Heiß!
Sch(r)ade(r)n-Freude? Auch Schiedsrichter leben gefährlich! In den Playoffs werden die Checks härter, die Schüsse schneller und insgesamt alles intensiver. Nur eines verändert sich nicht: Die Schutzausrüstung. Das gilt sowohl für Spieler als auch Schiedsrichter. Es kann also vor allem für die deutlich weniger geschützt Referees gefährlich werden. So mehrfach geschehen bei Bandenchecks, die auch den Unparteiischen trafen oder wie am gestrigen Abend bei hochfliegenden Pucks in Richtung Gesicht. André Schrader verlor dem Vernehmen nach zwei Zähne, einer davon konnte später inklusive Wurzel wieder eingesetzt werden. Uff. Gut, dass die Ice Tigers ihren Zahnarzt dabeihatten. Guter Zeitpunkt, Herr Schrader! In unseren DMs machte sich währenddessen natürlich vereinzelt Schadenfreude breit. Man muss aber auch festhalten: Auch viele Genesungswünsche. Das ist der Sport, den ich sehen will. Denn bei aller meist berechtigter, teils unberechtigter Kritik sind auch die Schiedsrichter ein wichtiger Teil. Schadewaldt und Gofman, der wohl als Stand-by-Ref in der Nähe war, zeigten eine gute Leistung. Eine Bitte nur zum Schluss: Können wir wieder Serien-Schiedsrichter haben? Das Regelbuch gibt die Spieldauer gegen Alanov gestern her, aber bei der Regelauslegung aus anderen Spielen der Serie hätte es sicher auch anders entschieden werden können. Wir brauchen eine klare Linie – nicht nur spiel-, sondern auch serienübergreifend.
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Simon Rentel





