Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL

Lange war es eine Qual, sich zu entscheiden, welche Themen in der allwöchentlichen Kolumne aufgearbeitet werden. Nun sind ist nur noch ein Team mehr im Spielbetrieb als ich Absätze zur Verfügung habe. Im frühsommerlichen Eishockey-Theater ist also Platz für alle. Gut so, denn heute müssen wir auch über Internationales sprechen. 

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(Foto: City-Press)

Josh, Connor & Leon! Ohhhhh yes! Deutschland hat einen neuen NHLer. Und bevor die Neunmalklugen um die Ecke kommen: Jaja, ein Vertrag ist noch nicht gleichbedeutend mit einem Platz im NHL-Team. Trotz allem hat Josh Samanski vor Kurzem seine Unterschrift unter einen Vertrag mit einem dicken fetten Oilers-Logo gesetzt. Ebenjene Franchise, die Leon Draisaitl seit Jahren eine Heimat bietet, die den besten Spieler der Welt in den eigenen Reihen hat und lange durch Wayne Gretzky geprägt wurde. Nun aber genug der großen Namen und ich werde einen Teufel tun, Samanski mit diesen Granden des Sports zu vergleichen. Dennoch: Ich habe keine Zweifel, dass der großgewachsene Center alle körperlichen und mentalen Voraussetzungen mitbringt, sich in der NHL festzubeißen. Kein deutscher Spieler hat in den letzten Jahren eine solche Entwicklung genommen und niemand war auf den Zetteln von so vielen NHL-Franchises. Die Vertragsunterschrift ist nicht weniger als hochverdient und unter dem Strich auch nicht mehr verwunderlich. Hau rein, Junge – vorher aber noch WM mit den Boys. Den ersten Kader dafür dürfte es übrigens morgen geben. 

Euphorie! 7:0! 7:0 im ersten Spiel des ERC Ingolstadt gegen die Kölner Haie. Während ich mir vorerst mal zurecht Schmäh für meinen Haie-Serientipp abholen darf, ist die Euphorie in der Saturn Arena ähnlich hoch wie bei geplatzten Bierleitungen und folgendem Freibier für alle. Die Panther überrollen Köln bereits in den ersten fünf Minuten und machen die Tür danach nicht mal mehr einen Nanometer auf. Eine unfassbare Leistung und gleichzeitig der höchste Sieg in einem PENNY DEL-Halbfinale. Chapeau! Köln wird morgen eine passende Antwort finden müssen, ansonsten wird der Weg arg steinig – und das ist selbst für die betonerprobte Großstadt unangenehm. Die Haie brauchen wieder ihre Defensivstärke aus der Serie gegen Bremerhaven. Klar ist trotz aller berechtigter Ingolstädter Euphorie: Auch ein 7:0 bringt nur einen Sieg. Ausruhen oder unterschätzen ist also nicht angesagt – das dürfte Mark French aber wissen. 

Pragmatisch! Eigentlich unfassbar: Auch im sechsten Spiel der diesjährigen Playoffs gehen die Eisbären Berlin mit weniger Torschüssen aus der Partie als ihr Gegner. Fünf der sechs Partien wurden allerdings gewonnen, deshalb dürfte dieser Stat Serge Aubin und Co. so egal sein wie der neu eröffnete Dönerladen von Lukas Podolski am Kotti. Fokus ist angesagt, es braucht gesunde Salatbowls und Sellerie-Smoothies statt Ablenkungen vom Schnellimbiss. Berlin findet bislang immer die richtige Antwort – selbst auf eigene Rückschläge. Jonas Stettmer fiel angeschlagen aus also übernahm Jake Hildebrand und fing direkt mal 56 Minuten ohne Gegentor. Berlin ist eine perfekt geölte Maschine, die die Adler nur per Kurzschluss außer Gefecht setzen können. Das wird Mannheim auch in Partie zwei versuchen – ich persönlich freue mich sehr auf meinen Besuch morgen bei den Adlern und rechne mit dem Serienausgleich und einer langen Serie. 
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Simon Rentel