Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL

Donnerstagfrüh, 07.34 Uhr. Es ist diesig vor meinem Bürofenster. Oberbayern wurde die Sonne von fröhlichen Rheinländern geklaut. Ingolstadt steht vor dem Aus, Mannheim ist bereits in der Aufarbeitung und in Berlin werden die Sektkorken vorgelockert. Die PENNY DEL Halbfinals haben klare Richtungen eingeschlagen – wir sprechen drüber. 

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(Foto: City-Press)

Nonplusultra... ist ein Ausdruck, der etwas bezeichnet, das nicht mehr zu übertreffen ist oder das Allerbeste ist. Es stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „nicht noch weiter“. Punkt eins dazu: KI ist cool. Statt mich durch unzählige semi-befriedigende Seiten zu klicken, steht die Antwort in Google ganz oben. Seit wann können wir sowas? Naja, gut. Punkt zwei: Es gibt für mich derzeit kein passenderes Wort für die Eisbären Berlin. Ich werde euch nun nicht mit der zwölften Lobpreisung der Hauptstädter langweilen, stattdessen ein wahrhaftiges Problem ansprechen: Wir – und damit meine ich die Kollegen aus Mannheim, München, Ingolstadt, etc. – müssen aufpassen, dass wir keine Verhältnisse wie in der Fußball-Bundesliga bekommen. Oder haben wir das vielleicht schon? Mal ehrlich: Berlin holte drei der letzten vier Meisterschaften, hat die nächste fest im Blick. Bis auf eine negative Ausreißer-Saison sind die Eisbären der FC Bayern des Eishockeys. Noch nie wurden Berliner mit einem Satz mehr gelobt und gleichzeitig beleidigt. Sorry dafür. Das Spannende: Der Grundpfeiler des Erfolgs ist der deutsche Sektor. Stettmer, Geibel, Mik, Wissmann, Müller, Pföderl, Noebels, Eder (auch noch dabei), Tiffels. Ey, die Liste ist endlos. Unfassbar gute Arbeit von Thomas Bothstede, Serge Aubin und Stephane Richer.

Vollkommen egal! Seit Jahren führt die Guuudii-WhatsApp-Gruppe (liebe Grüße), von der ich als einer der ehemals Bachelor-Studierenden-Freundesgruppe Teil bin, Diskussionen darüber, ob der Erfolg der Madrid-Teams im Fußball weniger ist, weil der gezeigte Sport unattraktiver ist und vermeintlich nur auf Spielglück fußt. Als Fußball-Unwissender kann ich mich nun endlich mal an der Diskussion beteiligen, denn wir haben mit den Kölner Haien aktuell ein ähnliches Beispiel im Eishockey. In den Augen vieler ist das Eishockey des ERC Ingolstadt deutlich attraktiver, Köln hingegen stelle sich nur hinten rein, habe nichts weiter als Glück und einen guten Goalie. Damit möchte ich mal kurz aufräumen: Mit Glück hat der derzeitige Erfolg der Haie weniger zu tun. Klar, ein Pfostentreffer hier, eine glückliche Schiedsrichter-Entscheidung da gehören dazu – aber das hat jedes Team, das erfolgreich ist. Es gehört zum Sport. Den Großteil der Wahrheit macht aber aufopferungsvolle Defensivarbeit aus. Es geht für Jalonen nur darum, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, Spiele zu gewinnen. Ingolstadt hat mehr Qualität im Kader, feuert gestern 89 Mal Richtung Kölner Tor (keine fiktive Zahl, wirklich so). Doch rund 80 der 89 Schüsse kommen eben aus vermeintlich ungefährlichen Zonen, aus denen ein Goalie wie Hudacek so erfolgreich fischt wie ein Angler am Mittelmeer. Kari Jalonen hat ein funktionierendes System gebaut, das in den Playoffs seinen Höhepunkt findet. Gepaart mit kaltblütigen Stürmern ist das eine explosive Mischung und ein legitimer Weg, um Meistersch... Eishockeyspiele zu gewinnen. 

AUFWACHEN! Warum ist es denn so ruhig? Elf Teams sind bereits in der Sommerpause und trotzdem ist die einzige Personalmeldung des gestrigen Tages, dass Daniel Neumann nach Iserlohn geht? Gefühlt unterhalten uns die Roosters, Wild Wings und der AEV in unserer schon jetzt unendlichen Vorfreude auf 25/26 alleine. Ich weiß: Der Sommer ist lang, Meldungen müssen verteilt werden um Gesprächsthema zu bleiben. Aber werft uns doch mal einen Knochen hin. Wir haben aus der PENNY DEL sage und schreibe 23 Transfers vorbereitet, die fix sind, aber noch nicht verkündet wurden. Gebt euch einen Ruck, Nikotin-Pflaster für Transfer-Entzug gibt´s noch nicht. Dankeeeeeeeeee! 
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Simon Rentel