Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL
Ist euch der Ernst der Lage bewusst? Aktuell deutet alles darauf hin, dass wir ab Samstag kein Eishockey in der PENNY DEL mehr haben! Kann doch nicht wahr sein! Lasst uns eine Revolution starten! Best-of-twentyseven statt Best-of-seven! 160 statt 60 Minuten Spielzeit! Irgendwas! Wir können doch nicht einfach zuschauen! So. Genug Ausrufzeichen für das Intro der Kolumne und erstmal den Frust weggeschoben, dass uns ein langer Sommer bevorsteht. Nun zu den erfreulicheren Dingen.

(Foto: City-Press)
Berlinale Infernale! Wäre ein guter Filmtitel. Ich sehe Tom Cruise aus einem Helikopter auf den Fernsehturm springen und von dort aus ein Gas versprühen, das die Bevölkerung doch noch vor der nächsten Pandemie rettet. Morgen könnte die Reise der Eisbären Berlin 2024/25 mit dem bestmöglichen Ausgang vorbei sein. Und ganz ehrlich – zweifelt daran noch irgendjemand? Ich sehe schon alle Berliner mit Tränchen in den Augen nach dem Spiel zu „Viva La Vida“ schunkeln. Ja, angeschlagene Boxer sind gefährlich, aber kann man Köln noch als solchen bezeichnen? Nach aufopferungsvollen Playoffs wirken die Haie kraft- und planlos gegen die Übermacht aus der Hauptstadt. Und das ist auch völlig in Ordnung so. Ohne den Abgesang starten zu wollen: Köln kann stolz auf seine Saison sein – egal ob auf oder neben dem Eis und egal, wie das morgige Spiel ausgeht. Auf der Gegenseite haben wir ein Berlin, das schlicht weniger Fehler macht als die Konkurrenten. Der Grundstein für den Erfolg wird bei der Kaderplanung im Sommer gelegt und im Laufe der Saison von Aubin derart fein geschliffen, dass aktuell kein Verein einen Fuß in die Tür bekommt. Hört mir aber bitte auf mit Forderungen nach einer Gehaltsgrenze oder ähnlichem. Berlin hat sicherlich keinen höheren Spieleretat als die Adler, vermutlich einen nur marginal höheren als München oder auch Köln. Es wird schlicht mehr herausgeholt. Also, Adler und Red Bulls: Hausaufgaben machen!
WM-Zug! Nein, nein. Wir reden noch nicht über Leon Draisaitl. Das darf Torben morgen in der NHL-Kolumne übernehmen. Vielmehr geht es mir darum, Harold Kreis ein paar Ansätze für die anstehende Nominierung zu verpassen – nicht, dass er es bräuchte. Ansatz 1: Wir brauchen verdammt nochmal Korbi Geibel im Nationalteam! Ich habe selten einen 22-Jährigen gesehen, der so abgeklärt verteidigt. Auch das ist übrigens eine Stärke der Berliner: Nachwuchsförderung. Nach dem Wissmann-Ausfall nimmt Geibel noch mehr Verantwortung und ist für mich ein gesetzter Kandidat in der durch Ausfälle etwas ausgedünnten DEB-Abwehr. Neben den gesetzten Kandidaten Pföderl, J. Müller und Tiffels wünsche ich mir noch die Routine von Mo Müller und Marcel Noebels. Nicht, weil sie so verdiente Spieler im Nationalteam sind. Das ist mir im Hier und Jetzt im besten Sinne egal. Beide Jungs – soweit sie fit sind – bringen mit der Erfahrung eine neue Ebene ins Team. Wie wertvoll sie sein können, bewiesen sie im Playoff-Verlauf der Teams regelmäßig. Uff, ich freu´ mich auf die WM!
DEndeG! Schluss, aus, vorbei! Dem Vernehmen nach müssen wir uns auch darauf vorbereiten, die DEG in die DEL2 zu verabschieden. Dresden führt in der Serie mit 3:1, steht damit kurz vor dem Aufstieg und wirkt derzeit zu abgezockt, um Ravensburg nochmal in die Serie kommen zu lassen. Bedeutet für Düsseldorf: Kompletter Neuanfang! Das bietet wie in Krefeld auch die Chance zur Wiedergeburt, diese muss von den Hebammen Niederberger und Amann aber behutsam aufgebaut werden. Der Kader wird zerfallen und in den letzten Wochen war man nahezu handlungsunfähig. Es würde mich stark wundern, wenn die DEG kommende DEL2-Saison um die direkten Playoffs spielen würde. Dafür ist die Liga zu stark. Zumindest der Trainer scheint unseren Infos nach aber mittlerweile gefunden – ligenunabhängig, weil Dresden muss ja erstmal noch ein Spiel gewinnen. Rumms: Da ist Tom Cruise wieder, diesmal mit einem Gas namens „Hoffnung“.
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Simon Rentel





