Fünf Minuten wegen Meinung – PENNY DEL
Auch in der Deutschland-Cup-Pause vergessen wir unsere geliebte PENNY DEL natürlich nicht. Zumindest in dieser Hinsicht blicke ich wie ein trauriger Junge, bei dem der Postbote die Geburtstags-Einladungen verschlammt hat, aus dem Fenster in die regnerische und DEL-lose Umwelt und hoffe, dass die Zeit bis Donnerstag schnell vorbei geht.

(Foto: City-Press)
Zeit für Tacheles! Wie im Fußball die 40-Punkte-Marke für den Nicht-Abstieg gibt´s im Eishockey die Parole: „Warten wir mal bis zur Deutschland-Cup-Pause“. Es ist also genug des Wartens und endlich an der Zeit, Klartext zu reden! München hat das vor ein paar Wochen auf der Trainer-Position schon getan, nun stellt sich die Frage: Wer kommt als nächstes? Die Top sechs der Tabelle können wir ausschließen, direkt dahinter steht Tom Pokel, der den Kopf trotz interner Krisengespräche (glücklicherweise) nochmal aus der Schlinge ziehen konnte. Mit Tom Rowe ist die Löwen-Fangemeinde nur bedingt zufrieden, ich frage mich aber, wo dieser Anspruch herkommt? Platz acht, wochenlang ohne Leistungsträger wie den Nummer-eins-Goalie – das passt! O`Keefe und Walker sollten gesetzt sein und dann wird´s das erste Mal kritisch. Mike Stewart nach sechs Niederlagen in Folge in einer ähnlichen Bringschuld wie ich, als ich 72 Stunden vor Abgabe meiner Bachelorarbeit noch kein Wort geschrieben hatte. Schlussendlich stand bei mir wundersamerweise eine 1,3 als Abschlussnote – gelingt das auch Stewart? Möglich ist es, dafür braucht es nun aber schnelle Resultate. Ansonsten stünde ja auch ein Uwe Krupp bereit, der bereits in Köln auf Stewart folgte. In Augsburg, Iserlohn und auch Düsseldorf gibt es noch genügend andere Gründe für sportliche Negativfahrten, weshalb die Trainer erstmal sicher sein sollten. Erstmal.
Two-Horse-Race? Ihr merkt es an der Aufzählung oben schon. Für mich befinden sich nur drei Clubs in (mehr oder weniger) ernsthaften Abstiegs-Sorgen. „Mehr oder weniger“, weil der AEV bei dem Lazarett aktuell auch eine Folge „Grey´s Anatomy“ besetzen könnte. Mit mehr Sorge blicke ich ins Sauer- und natürlich vor allem Rheinland. Iserlohn punktet aktuell wie ein Eichhörnchen, dass seine Nüsse sammelt. Langsam, aber halbwegs konstant. Klar ist auch, dass ein regulärer Sieg aus den letzten sieben Spielen eigentlich zu wenig ist. Man sollte sich bewusst sein, dass die fünf Punkte entfernte DEG auch noch besser in die Saison kommen wird. 0,6 Pkt/Sp sind für Düsseldorf – mit Verlaub – unter aller Sau. Die Tabellenletzten der vergangenen Jahre kamen nach Abschluss der Saison auf 1,0; 0,7; 1,0; 0,5 und 0,8 Punkte pro Spiel. Die Roosters liegen aktuell bei 0,9 – möchte man also wirklich hoffen, dass Düsseldorf einer der schwächsten Tabellenletzten der letzten Jahre wird?
Bärendienst! Berlin geht vorneweg und es gibt aktuell keinen Grund zu glauben, dass sich daran noch etwas ändern wird. Auch, weil Ingolstadt seit dem Bodie-Vorfall nur neun Pünktchen aus sieben Spielen gesammelt hat. Der Mo-Jo ist weg und der Gedanke, dass es auch intern zumindest Unstimmigkeiten gab, lässt mich nicht los. Eigentlich ist die Qualität der Schanzer für einen Sieg aus den letzten vier Spielen nämlich zu groß. Ingolstadt wird die Hauptrunden-Meisterschaft nicht holen. Dann also wieder Bremerhaven als ärgster Eisbären-Gegner? Vor allem ob des brachialen Goalie-Duos sicher wieder möglich. Insgesamt ist es aber schlicht eine Frage der Konstanz, die ich in der laufenden Saison bei den Hauptstädtern noch deutlicher sehe. Gleiches gilt für München und Mannheim. Bei elf bzw. 14 Punkten Rückstand auf Rang eins von Köln und Straubing noch von Hauptrundentitel-Avanchen zu sprechen, wäre vermessen. Bei beiden Teams beschleicht mich aber das Gefühl, dass zumindest die Top drei noch drin sind. Warten wir´s ab. Die Schonzeit ist spätestens nach dem Cup vorbei.
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Simon Rentel





