Hundstage!

Uff! Waren das unangenehme 48 Stunden in der höchsten deutschen Eishockeyliga und daran sind genau die beiden Teams schuld, die zuletzt eigentlich durch positive Schlagzeilen auf sich aufmerksam machen konnten. 

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(Foto: City-Press)

Die Schanzer erleben einen furiosen Start in die neue Saison und versetzen den Standort schon früh in der Saison ins Jahr 2014 zurück. Die Neuzugänge entpuppen sich als Volltreffer, helfen dem Bestandspersonal zurück zu alter Klasse und so scheint gegenwärtig alles möglich. Die Verwandlung vom Problemkind zum Musterschüler scheint aber auch für einige Spieler überraschend gekommen zu sein und so bröckelt meine neu gefundene Sympathie seit Freitagabend doch besorgniserregend stark. Das zuletzt gezeigte Verhalten von Mathew Bodie und Riley Sheen ist eines Tabellenführers nicht würdig - PUNKT! Dabei spielen auch Vorgeschichten, auf die sich nun fleißig gestützt wird, keinerlei Rolle. Lasst die Handschuhe fallen, klärt das mit bewährten Mitteln und du bekommst sogar eine Prime-Fläche beim Eisblog. Hans Detsch und Alex Dersch nutzten diese zuletzt auf gleiche Art und Weise und kamen zu Rekordzahlen in den Aufrufen. Aber spucken? Stockstiche nach Abpfiff? Sorry, das ist nur ekelhaft und meiner Meinung nach ist eine Sperre über acht Spiele (Bodie) hier auch nicht Fingerzeig genug. Hoffen wir, dass auch am Standort selbst deutliche Worte gefunden werden konnten und das Team zukünftig von solchen Dingen absieht. Fast genauso unangenehm war für mich auch eine nicht mal 100km entfernt getroffene Entscheidung. 

Überraschend und rückblickend doch viel zu spät trennen die Red Bulls sich nach nur sieben Spieltagen von Headcoach Toni Söderholm, übergeben das Zepter des Handelns (vorerst) an Max Kaltenhauser. An dieser Stelle beginnt eine geile Geschichte, dafür endet auch eine andere auf sehr unangenehme Art und Weise. Seit die Ära Jackson ihr Ende nahm und dem bis dahin nordamerikanisch geprägten, hoch erfolgreichen Standort die unvermeidbare Wende ins Haus stand, sah ich die Nachfolger-Personalie skeptisch. Das Projekt kam nie in Fahrt und irgendwie haben ja alle schon auf die Handbremse gewartet, aber JETZT? Für mich geht – ohne weitere Gründe als die sportliche Entwicklung des Teams zu nennen – ein weiteres verwirrendes Kapitel zu Ende. Wenn die Saison bereits mit der Hand am Not-Aus begann, hätte der Sommer sich mustergültig für eine gezielte Änderung auf der Trainerposition und der Installation einer neuen Spielidee angeboten. Ich komme zu keinem anderen Fazit als „der Mut hat gefehlt, es wurde ein erster richtiger Grund gesucht“ und das ist schade. Mit Blick nach vorn bleibt zu hoffen, dass aus den wirren Kapiteln noch ein echter Blockbuster á la „Inception“ wird und die Komplexität einzelner Puzzlestücke erst ganz zum Schluss ihren Sinn enthüllen. Max Kaltenhauser hat das bayerische, vor allem aber auch deutsche Eishockey vor wenigen Monaten erst aufgemischt. Gelingt das nochmal?  

Ingolstadt und München machen bislang eigentlich Spaß. Erstgenannte weil sie exzellentes Eishockey spielen und die Red Bulls aufgrund ihres neuen Palastes. Haken wir die Vergangenheit hier ab und sagen „im Wasser in Oberbayern war diese Tage etwas Seltsames, das Problem konnte behoben werden“ und hoffen auf ruhigere Zeiten. 
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Erik Pannach