Eisblog Inside: Nürnberg Ice Tigers-Edition mit Max
Endlich hat das Warten ein Ende: Die Nürnberg Ice Tigers sind zurück auf dem Eis, und mit ihnen kehrt auch der regelmäßige Monatsrückblick beim Eisblog zurück. Ich freue mich, euch auch in dieser Spielzeit wieder mit aktuellen Zahlen, Eindrücken und Einschätzungen rund um die Ice Tigers versorgen zu dürfen. Wer waren die Top-Performer im September? Wo lief es rund, wo hakte es noch? Schauen wir gemeinsam zurück auf den ersten Monat der Saison 2025/26.

(Foto: City-Press)
Ein Monat mit Höhen und Tiefen
Zum Auftakt der neuen Saison feierten die Ice Tigers am 12. September einen 3:1-Heimsieg gegen die Augsburger Panther. Mit 7.014 Zuschauern verzeichnete der Club die höchste Heimauftakt-Kulisse seiner PENNY DEL-Geschichte – ein Start, der auch auf dem Eis Mut machte: Die Tore erzielten Charlie Gerard, Thomas Heigl und Cole Maier.
Doch die Euphorie bekam rasch einen Dämpfer. Nur zwei Tage später unterlag Nürnberg bei den Grizzlys Wolfsburg mit 3:5, obwohl man zwischenzeitlich in Führung lag. Ähnlich bitter verlief das dritte Saisonspiel: In Iserlohn verspielte das Team eine 4:1-Führung und unterlag nach Penaltyschießen mit 5:6 – immerhin blieb ein Punkt. Gegen die Kölner Haie folgte eine 2:4-Heimniederlage, bei der drei Gegentore in Unterzahl den Unterschied machten.
Erst am letzten September-Wochenende wendete sich das Blatt. In Frankfurt gelang ein überzeugender 3:0-Auswärtssieg mit einem Shutout von Torhüter Evan Fitzpatrick und zwei Treffern von Samuel Dove-McFalls. Zwei Tage später folgte ein wahres Offensivfeuerwerk: Beim 8:2-Heimsieg gegen Dresden glänzte Cole Maier mit einem Hattrick, auch Dove-McFalls und Thomas Heigl trafen doppelt. Damit sicherten sich die Ice Tigers ihr erstes Sechs-Punkte-Wochenende der Saison und ein Torverhältnis, das sich sehen lassen kann.
Nach sechs Partien steht Nürnberg mit drei Siegen, einer Niederlage nach Penaltyschießen und zwei regulären Niederlagen bei zehn Punkten und einem Torverhältnis von 24:18 im Tabellenmittelfeld.
Auffällige Akteure und starke Einzelleistungen
Besonders offensiv präsentierte sich das Team im September in Torlaune. Cole Maier war mit sechs Toren – darunter ein Dreierpack gegen Dresden – der torgefährlichste Akteur des Monats. Gleichauf lag Samuel Dove-McFalls, der mit seinen zwei Doppelpacks ebenfalls sechs Treffer beisteuerte. Thomas Heigl, der bereits zum Auftakt getroffen hatte, kam insgesamt auf vier Tore und zeigte sich konstant gefährlich.
Evan Barratt überzeugte weniger als Torschütze, dafür aber als Vorbereiter und Spielgestalter – mit mehreren Assists trug er entscheidend zur Offensivproduktion bei. Im Tor gab Neuzugang Evan Fitzpatrick ein starkes Debüt: Drei Siege in fünf Einsätzen, darunter ein Shutout in Frankfurt, unterstrichen seine Rolle als zuverlässiger Rückhalt. Lediglich beim Spiel in Wolfsburg stand Routinier Niklas Treutle zwischen den Pfosten.
Verletzungen und Veränderungen im Kader
Leider blieb der September nicht ohne personelle Rückschläge. Timo Bakos verletzte sich beim Spiel in Wolfsburg am Knie (Innenbandriss) und fällt rund sechs bis acht Wochen aus. Jake Ustorf muss nach einer Gehirnerschütterung pausieren und steht auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung. Um die Ausfälle aufzufangen verpflichteten die Ice Tigers kurzfristig den 25-jährigen Luis Üffing bis zur Deutschland-Cup-Pause im November.
Noch schwerer wiegt die Verletzung von Center Will Graber. Der US-Amerikaner knickte beim Auswärtsspiel in Frankfurt ohne Fremdeinwirkung um und zog sich eine Sprunggelenksverletzung zu. Die genaue Ausfallzeit ist noch nicht bekannt – jedoch wird der kreative Mittelstürmer dem Team wohl länger fehlen. Sportdirektor Stefan Ustorf kündigte an, den Markt nach einem möglichen Ersatz zu sondieren.
Fazit und Ausblick
Mit zehn Punkten aus sechs Spielen ist der Saisonstart insgesamt als solide zu bewerten. Die Offensive präsentiert sich spielfreudig und effizient – insbesondere die erste Reihe um Cole Maier und Evan Barratt liefert konstant ab. Defensiv gibt es noch Luft nach oben, vor allem in Unterzahl und beim Halten von Führungen. Dennoch: Der klare Aufwärtstrend zum Monatsende stimmt optimistisch.
Der Oktober bringt ein straffes Programm: 10 Spiele in 31 Tagen warten auf die Ice Tigers, darunter Heimpartien gegen Bremerhaven, München und Straubing sowie Auswärtsreisen nach Berlin, Ingolstadt und Schwenningen. Es sind Gegner aus allen Tabellenregionen – eine Phase, in der sich zeigen wird, wie stabil Nürnberg zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison bereits ist. Gelingt es, die Verletzungsausfälle zu kompensieren und an die zuletzt gezeigte Leistung anzuknüpfen, kann sich das Team frühzeitig im Playoff-Rennen festsetzen. Viel wird davon abhängen, wie konstant sich die Defensive stabilisiert und ob die starke Offensivachse um Maier, Dove-McFalls und Barratt weiter liefert.





