Eisblog Inside: Nürnberg Ice Tigers-Edition mit Max

Die Nürnberg Ice Tigers sind mit einer bedenklichen Formschwäche in das Jahr 2026 gestartet. Zwischen Weihnachten und Mitte Januar gelang in acht Partien lediglich ein einziger Sieg – trotz zahlreicher Torschüsse erzielte das Team auffällig wenige Treffer.

So unterlagen die Ice Tigers Anfang Januar auswärts den Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 1:3 und kassierten kurz darauf zuhause ein 1:4 gegen den ERC Ingolstadt. Damit geriet der zuvor sicher geglaubte Playoff-Platz ins Wanken.

„Acht Spiele, ein Sieg, viele Schüsse, wenig Tore“ – diese treffende Bilanz zog die lokale Presse zur Situation der Ice Tigers. Trotz offensiver Bemühungen fand der Puck viel zu selten den Weg ins gegnerische Tor, was den Franken wichtige Zähler kostete und die Nerven von Fans und Verantwortlichen strapazierte.

Vorlage Blogbild Kopie

(Foto: City-Press)

Eine sportlich schwierige Phase

Angesichts der Flaute wurden auch kritische Stimmen laut. Selbst Optimisten im Fanlager verstummten zunehmend, stattdessen überwog offene Kritik an den Leistungen der vergangenen Wochen. Insbesondere die ineffiziente Chancenverwertung sowie Schwächen in den Special Teams rückten in den Fokus.

Stürmer Brett Murray monierte nach einer Auswärtsniederlage in Köln, dass unnötige Strafzeiten und ein schwaches Penaltykilling den Ice Tigers das Genick gebrochen hätten:

„Wir haben hart gekämpft, aber die Haie sind im Moment einfach ein sehr gutes Team. Die Powerplays waren ausschlaggebend dafür, dass wir mit leeren Händen dastehen. Da müssen wir disziplinierter sein. Wir haben das ganze Spiel über Chancen kreiert, sie aber nicht genutzt.“

Auch intern analysierte man die Gründe der sportlichen Ergebniskrise. Cheftrainer Mitch O’Keefe betonte mehrfach, dass Nürnberg phasenweise ordentlich gespielt, sich jedoch nicht belohnt habe. Nach dem überraschenden 4:2-Auswärtssieg in Mannheim am 16. Januar zeigte er sich erleichtert:

„Wir haben zuletzt teilweise gut gespielt, konnten aber nicht die Ergebnisse erzielen. Die Jungs waren heute bereit, die kleinen Dinge richtig zu machen, Schüsse zu blocken und hart zu arbeiten. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft.“

Ein spektakulärer 5:4-Heimsieg gegen den EHC Red Bull München zwei Tage später bestätigte das vorhandene Potenzial. Doch die Konstanz fehlte weiterhin: Es folgten erneut Rückschläge, darunter ein 1:3 in Straubing sowie ein 2:5 gegen Köln. Folgerichtig beendeten die Ice Tigers den Januar lediglich auf Tabellenplatz neun (59 Punkte aus 44 Spielen) und müssen in der Schlussphase der Hauptrunde um die Playoff-Qualifikation kämpfen.

Neuer Geschäftsführer: Martin von Vopelius übernimmt

Abseits des Eises stellten die Ice Tigers im Januar wichtige Weichen für die Zukunft. Am 24. Januar gab der Klub bekannt, dass Martin von Vopelius als neuer Geschäftsführer verpflichtet wird. Der 35-Jährige kommt vom 1. FC Nürnberg, wo er bislang für Marketing und Stadionentwicklung verantwortlich war.

Von Vopelius tritt sein Amt offiziell zum 1. März 2026 an. In einer zweimonatigen Übergangsphase bildet er gemeinsam mit dem bisherigen Geschäftsführer Wolfgang Gastner eine Doppelspitze. Ab dem 1. Mai 2026 übernimmt er die alleinige Geschäftsführung. Gastner bleibt dem Klub als Hauptgesellschafter erhalten und soll sich künftig als Präsident auf Sponsoring, Vermarktung und Business Development konzentrieren. Mitgesellschafter Andreas Kurzer übernimmt das neu geschaffene Amt des Vizepräsidenten.

Von Vopelius zeigte sich voller Tatendrang:

„Die Ice Tigers haben die Begeisterung für Eishockey in der gesamten Metropolregion Nürnberg entfacht und bringen unsere Region bundesweit in den Fokus. Diese Entwicklung wollen wir gemeinsam mit Elan fortsetzen.“

Die Verpflichtung des fränkischen Managers soll in einer sportlich herausfordernden Phase neue Impulse setzen.

Weichenstellung im Kader: Vertragsverlängerung mit Julius Karrer

Trotz aller akuten Probleme gab es im Januar auch positive Nachrichten: Der Verein verlängerte den Vertrag mit Verteidiger Julius Karrer um zwei Jahre bis 2028. Der 25-jährige Berliner spielt seit 2020 in Nürnberg und hat sich zu einer tragenden Säule der Defensive entwickelt.

In bislang 224 DEL-Spielen im Ice-Tigers-Trikot sammelte Karrer 52 Scorerpunkte. In der laufenden Saison stehen nach 38 Partien bereits drei Tore und 13 Vorlagen zu Buche – seine bisher beste Ausbeute. Mit 72 geblockten Schüssen belegt er ligaweit Rang zwei in der Shot-Block-Statistik der PENNY DEL.

Karrer erklärte zur Verlängerung:

„Meinen Vertrag in Nürnberg zu verlängern, ist mir sehr leichtgefallen, da ich mich hier menschlich sowie sportlich sehr gut aufgehoben fühle.“

Sportdirektor Stefan Ustorf lobte den Verteidiger als Leistungsträger auf und neben dem Eis. Die langfristige Bindung ist ein wichtiges Signal für die Zukunftsplanung.

Olympiapause: Vier Wochen ohne Ligabetrieb

Nach dem 44. Spieltag verabschiedete sich die PENNY DEL in die Olympiapause. Der Ligabetrieb ruht bis zum 25. Februar 2026, während in Mailand und Cortina d’Ampezzo vom 6. bis 22. Februar die olympischen Eishockey-Wettbewerbe stattfinden.

Kein Spieler der Ice Tigers steht im deutschen Olympia-Kader, sodass das gesamte Team die Pause nutzen kann. Trainer O’Keefe gewährte zunächst zwei Wochen Regeneration, ehe der Trainingsbetrieb wieder intensiviert wird. Andere Klubs, wie die Straubing Tigers, nutzen die Pause für Turniere wie den Hockeytown Cup in Pardubice – in Nürnberg liegt der Fokus auf Trainingsarbeit und taktischer Feinjustierung.

Am 25. Februar startet die Liga in den Endspurt: Acht Hauptrundenspiele bleiben, um den Einzug in die Pre-Playoffs (Plätze 7–10) zu sichern. Die Olympiapause kommt den Ice Tigers einerseits gelegen, um die Krise aufzuarbeiten – andererseits wächst der Druck, danach sofort Ergebnisse zu liefern.

O’Keefe bleibt dennoch optimistisch:

„Wir haben gesehen, dass wir mit den Top-Teams mithalten können. Jetzt gilt es, Konstanz zu finden und jeden Abend bereit zu sein.“

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der schwierige Januar am Ende noch korrigiert werden kann – oder teuer zu stehen kommt.

_
Max Spachmüller