Interview mit Dominik Kahun
Für Dominik Kahun waren die vergangenen Monate von starken Kontrasten geprägt. Auf die Enttäuschung bei den Olympischen Spielen folgte der Fokus auf die entscheidende Phase der Saison. Aktuell sorgt der deutsche Nationalspieler in den Playoffs der Schweizer National League wieder für Schlagzeilen.

(Foto: HC Lausanne)
Olympia: Mehr drin gewesen
Die Olympischen Spiele verliefen für die deutsche Nationalmannschaft nicht wie erhofft. Zwar stand am Ende ein sechster Platz zu Buche, doch Kahun ordnet das Ergebnis kritisch ein: „Am Ende hört sich Platz sechs gar nicht so schlecht an, aber wir wissen alle, dass deutlich mehr drin gewesen wäre.“
Besonders das Spiel gegen die Slowakei bleibt ihm dabei im Kopf. Auf Augenhöhe angelegt, fehlte es letztlich an der nötigen Konsequenz. "Das Ausscheiden gegen die Slowakei ist bitter. Wir hatten einfach keinen guten Tag und haben nie zu unserem Spiel gefunden. Die Vorzeichen waren top, aber wir haben es nicht aufs Eis bekommen." Für Kahun ist klar: Das Turnier bleibt unter den eigenen Erwartungen – und dient gleichzeitig als Motivation mit Blick auf die kommenden Aufgaben.
WM noch kein Thema. Fokus auf die Playoffs
Ein Thema, das bereits am Horizont auftaucht, ist die Weltmeisterschaft 2026 in der Schweiz. Konkrete Gespräche gab es bislang jedoch noch nicht: „Das kommt meistens erst, wenn man mit seinem Verein aus den Playoffs raus ist.“ Der Fokus liegt aktuell voll und ganz auf dem Hier und Jetzt und das heißt: Playoff-Hockey.
Playoffs: Kahun liefert – Serie gegen Genf ausgeglichen
Mit dem HC Lausanne befindet sich Kahun mitten im Titelkampf. Gegner im Viertelfinale ist Servette Genf – ein unangenehmer und physisch starker Kontrahent.
Nach zwei absolvierten Spielen steht es in der Serie 1:1 – auch dank eines starken Auftritts von Kahun. Beim überzeugenden 5:1-Erfolg im zweiten Spiel schnürte der 29-Jährige einen Doppelpack und unterstrich einmal mehr seine Bedeutung für Lausanne.
„Wenn wir unser Spiel durchziehen, wissen wir, wie gut wir sein können“, betont Kahun selbstbewusst.
Die Formkurve stimmt: Trotz einzelner Rückschläge gegen Topteams wie Davos zeigte Lausanne zuletzt konstant starke Leistungen. Genau zur richtigen Zeit.
Neustart in Lausanne geglückt
Der Wechsel von SC Bern zu Lausanne war für Kahun ein bedeutender Schritt. Ursprünglich hatte er sich seine Zukunft langfristig in Bern vorgestellt, doch interne Entwicklungen führten zum Umdenken.
Der Neustart zahlte sich aus. Bereits in seiner ersten Saison erreichte Kahun mit Lausanne das Finale. Auch aktuell gehört das Team wieder zu den Titelkandidaten.
„Ich bin sehr froh, dass ich den Schritt gemacht habe“, sagt Kahun rückblickend.
Vertrag und Zukunft: Rückkehr nach Deutschland denkbar
Ein weiteres Jahr steht Kahun noch beim HCL unter Vertrag. Doch langfristig denkt der Nationalspieler auch über eine Rückkehr nach Deutschland nach.
Der gebürtige Tscheche, der für Deutschland international aufläuft und seine Ausbildung unter anderem bei den Adler Mannheim genoss, bringt reichlich Erfahrung aus Topligen mit: Stationen in der NHL bei den Chicago Blackhawks, Pittsburgh Penguins, Buffalo Sabres und Edmonton Oilers sowie erfolgreiche Jahre in der NL prägen seine Karriere.
Eine Rückkehr in die PENNY DEL ist für ihn kein ausgeschlossenes Szenario: „Ich hatte schon immer im Plan, vielleicht meine Karriere in Deutschland zu beenden.“
Wann und ob dieser Schritt kommt, lässt er offen. Klar ist jedoch: Die Entscheidung wird auch eine Familienfrage sein.
Zwischen Gegenwart und Zukunft
Aktuell zählt für Dominik Kahun nur der Erfolg mit Lausanne. Die Playoffs laufen, die Serie gegen Genf ist völlig offen – und Kahun ist mittendrin statt nur dabei.
Nach der Olympia-Enttäuschung bietet sich ihm nun die Chance, die Saison mit einem Titel zu krönen. Und so zeigt sich einmal mehr, im Eishockey liegen Rückschläge und Erfolg oft nur wenige Wochen auseinander.
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Max Ostermaier





