Red Bull Salute 2023, Tag 1
Es ist das Wochenende vom 25.08.2023 bis zum 27.08.2023 und das jährliche Red Bulls Salute Turnier steht an. Ich durfte für den Eisblog vor Ort sein und nehme euch gerne ein bisschen mit.

EC Red Bull Salzburg vs. HIFK Helsinki 3:5
Es war von beiden Teams ein starker Start ins Spiel. Von Anfang an haben beide den Gegner spüren lassen, dass der eigene Torwart tabu ist. Nach 90 Sekunden tauschte man sich zum ersten Mal darüber aus, wie der Urlaub so war. Ex Roosters-Goalie Niko Hoivinen hütete die Bank und Finne Taponen stand im Kasten. Powerplay für HIFK nach ungefähr dreieinhalb Spielminuten, weil Ali Wukovits die Notbremse ziehen musste. Das Spiel war geprägt von Aktionen des HIFK Helsinkis, doch Atte Tolvanen hielt in den ersten 20 Minuten den Kasten sauber. Mario Huber brachte mit einem Check gegen den Ex-Adler Ilari Mellart die Bande ordentlich zum Wackeln, was bei dessen Statur gar nicht so einfach ist. Kurz nach dem ersten Powerbreak gab es das erste Powerplay für die Mozartstädter und das führte zur Führung! Mario Huber zog ab und ein anderer Salzburger versperrte die Sicht für Roope Taponen. Wenig später machte Huber es erneut.
Helsinki kam mit Druck aus der Kabine und erarbeitete sich gute Chancen, doch entweder waren es Tolvanen oder das Gestänge, welche einen Treffer verhinderten. Nach gut vier gespielten Minuten im zweiten Drittel dufte Helsinki nochmal in Überzahl ran, wo der Anschluss-Treffer durch Lindbohm erzielt werden konnte. HIFK erhielt erneut die Chance im Powerplay, da Ali Wukovits zwei Minuten für Beinstellen erhielt. Die Chance nutzten die Finnen durch Iro Pakarinen. Da man hier die neuen CHL-Regeln bereits anwendet, waren die Finnen weiter im Powerplay unterwegs, konnten aber nicht in Führung gehen. Salzburg rackerte und kämpfte weiter, um das Spiel wieder in ihre Richtung zu drehen. Das Powerplay der Salzburger kam im zweiten Drittel auch nochmal zu Einsatz, dank eines sehr offensichtlichen Crosschecks von Lindbohm. Das Powerplay der Salzburger bleib aber ohne Erfolg.
Das dritte Drittel begann etwas nebelig. Auch wenn die Spieler vielleicht hofften im Nebel einige Aktionen vor den Schiedsrichtern verstecken zu können, gelang dies nicht. Die Schiedsrichter den Stockschlag des HIFK Spielers trotzdem und Salzburg erhielt erneut eine Chance im Powerplay. Das Powerplay von Salzburg blieb ohne Erfolg, doch bei Fünf-gegen-fünf funktionierte es erneut. Diesmal sogar der Kapitän himself: Thomas Raffl! Wenig später konnten die Finnen aber wieder den Ausgleich erzielen - Iiro Pakarinen. Drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit zeichnete sich Atte Tolvanen noch einmal mit einer Glanzparade aus, doch wenig später konterte Helsinki und ging zum ersten Mal an diesem Abend in Führung. Kurz vor Ende zog Salzburg dann den Torhüter und warf nochmal alles rein, ohne Erfolg. Es gab einen Empty-Netter durch Eetu Koivistoinen.
Nach dem Spiel durfte ich kurz mit dem Doppeltorschützen Iro Pakarinen sprechen.
Herr Pakarinen, wie würden Sie das Spiel zusammenfassen?
Iro Pakarinen: „Ich glaube das erste Drittel war von Salzburg sehr gut und von uns noch nicht so gut. Aber als wir unser erstes Tor im Powerplay erzielen konnten, ging das Spiel in unsere Richtung. Der letzte Abschnitt war unser bester und wir konnten die benötigten Tore schießen. Es war gut für unsere Mannschaft zu gewinnen, da wir drei Spiele in Finnland verloren haben.“
Von den Salzburgern stellte sich mir Mario Huber, welcher meiner Meinung nach heute der „Man of the Match“ war.
Wie würden Sie das Spiel zusammenfassen, Herr Huber?
Mario Huber: „Ich glaube die erste Hälfte des Spiels waren wir sehr gut, wir kamen gut aus der Kabine und haben den Gegner unter Druck gesetzt. In der zweiten Hälfte sind wir leider ein bisschen abgedriftet und haben den Finnen ein paar einfache Scheibe gegeben, was sie sofort ausgenutzt haben.“
EHC Red Bull München vs. ZSC Lions: 3:1
Spätestens ab dem Zeitpunkt, wo ich mich auf das Spiel vorbereitet habe, war ich hyped. Auf Seiten der Münchner Adam Almquist live zu sehen und bei den ZSC Lions... eigentlich den ganzen Kader. Die ZSC Lions haben 2027 NHL-Spiele Erfahrung in ihren Reihen. Derek Grant, Yannick Weber, Denis Malgin und Sven Andrighetto alleine kommen zusammen auf 1478 NHL-Spiele.
Aber gut, rein ins Spiel! Spielbeginn war um 20:30 Uhr und die gute Nachricht zuerst: Der Nebel war verschwunden. Es wurde gar nicht erst groß abgetastet und es hatte von Anfang an was von einem Playoff-Spiel und nicht von einem Vorbereitungsspiel. Nach nicht einmal zehn Spielminuten gab es einen Negativhöhepunkt, als Maxi Daubner mit dem Gesicht voran in die Bande gefahren wurde, was ungeahndet blieb. Für ihn war der Abend gelaufen und die Gemüter erhitzten sich daraufhin noch mehr. Beide Teams hatten im ersten Drittel gute Chancen doch die Torhüter und ihre Gestänge leisteten gute Arbeit. In der 14. Spielminute klingelte es dann zum ersten Mal hinter Simon Hruberc. Nico Krämmer bedient Chris DeSousa mustergültig und DeSousa muss nur noch abziehen. 1:0 Red Bull München, ganz zu den Freuden der mitgereisten Münchner Fans.
München starte in Überzahl in das zweite Drittel, konnten aber dieses Powerplay erneut nicht in etwas Zählbares verwandeln. Zürich geriet aber nicht in Panik und versuchte es weiter, doch sie scheiterten an einem überragenden Mathias Niederberger. Nach 26 Minuten spielte Blum einen langen Pass auf Hager, welcher noch am Züricher Goalie scheitert, aber DeSousa kam von hinten angeschossen und musste die freiliegende Scheibe nur noch einschieben. 2:0 München, Doppelpack Chris DeSousa.
Auch im zweiten Drittel bekamen die Lions immer wieder Chancen im Powerplay, doch sie scheiterten weiterhin an Niederberger und dessen Gehäuse. Die frustrierten Schweizer versuchten es über die Physis. Darauf hatten Dominik Bittner und Kollegen keine große Lust und man agierte überwiegend deeskalierend und wenn doch nötig fuhr man einen Check, in diesem Fall meist Andrew MacWilliam. So ging München auch nach dem zweiten Drittel mit einer Führung in die Pause.
Das dritte Drittel ging keine Minute als es wieder ein Powerplay gab. Die Schweizer bekamen erneut die Chance zum Anschluss, doch das Münchner Unterzahlspiel war bis dahin zu stark, als dass man Niederberger überwinden konnte. Selbst die merkwürdige Strafe zu einem Fünf-gegen-drei gegen Trevor Parkes konnten die Münchner schadlos überstehen. Doch das Spiel entglitt den Schiedsrichtern immer mehr und die Münchner Penalty-Killer (MacWilliam, Kastner und McKiernan) mussten mal den Schweizern klarmachen, dass das Tor von Niederberger nach dem Schiedsrichter-Pfiff Lava ist. Dafür wanderte Maxi Kastner zu seinen Teamkollegen auf die Strafbank. Das hatte 2:56 Fünf-gegen-drei-Powerplay und eine noch hitzigere Partie zur Folge. Die Schweizer gingen nach Abpfiff wieder nach und das gefiel Hager, MacWilliam, Bittner und diesmal auch Niederberger gar nicht. Der Hallen-DJ gab währenddessen alles und fuhr den nächsten 2000er-Hit. Ein Züricher nahm auf der Strafbank Platz wegen übertriebener Härte, aber keine Sorge es gab auch noch Eishockey am heutigen Abend. Wenig später gab es auf einmal ein doppeltes Powerplay für München, was die Schweizer gar nicht gut fanden, aber das war den Herren DeSousa und Ortega egal. DeSousa bedient wie man es aus der letzten Saison kennt Ortega und Ding-Dong, die Münchner Torhymne ertönte zum dritten Mal an diesem Abend. Tortechnisch war der Abend aber noch nicht vorbei, die Lions konnten in Person von Juho Lammiko den Anschluss erzielen. 3:1, so auch das Endergebnis.
Nach dem Spiel durfte ich kurz Vinzenz Rohrer von den ZSC Lions sprechen, er wurde 2022 an 75 Stelle von den Montreal Canadiens gedraftet und sein größtes Ziel ist es, sich dort einen Vertrag zu erspielen.
Wie war das Spiel für Sie, Herr Rohrer?
Vinzenz Rohrer: „Es gab sehr viele Emotionen, viele Chancen und ein sehr schnelles Spiel von beiden Seiten. Es war ein sehr intensives Spiel in dem die Zweikämpfe entscheidend waren.“
Vom EHC Red Bull nahm sich Dominik Bittner Zeit für mich und meine Fragen.
Herr Bittner, wie würden Sie das Spiel zusammenfassen?
Dominik Bittner: „Das war eine kämpferisch starke Leistung von unserer Seite, eine Mannschaftsleistung, welche von den Special Teams und einem überragenden Mathias Niederberger geprägt war. Wir konnten die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht und haben füreinander gekämpft.“
Morgen geht es für euch gegen Helsinki, was erwartest du vom Spiel?
Dominik Bittner: „Ich erwarte von einer finnischen Mannschaft immer, dass sie technisch und schlittschuhläuferisch sehr stark sind. Sie werden gerne mit der Scheibe spielen und haben sicherlich den ein oder anderen der sich noch für Größeres empfehlen will. Da ich das heutige Spiel von ihnen nicht gesehen habe, kann ich noch nicht mehr dazu sagen.“
Das war dann auch schon der erste Tag des Red Bull Salutes. Bald gibt’s mehr!
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Moritz Mühlbauer





