Superlative und Verantwortung
Der Münchner Olympiapark zählt zweifelsohne zu den schönsten Spots der bayerischen Landeshauptstadt und zieht seit rund einer Woche nochmal mehr Publikum in seinen Bann. Wieso? Die seit zwei Jahren fest dort platzierten Baukräne reisten ab und das neue Schmuckkästchen des Münchner Eishockeys hat den Betrieb aufgenommen.

(Foto: City-Press)
Entwaffnende Ehrlichkeit vorweg geschoben, die nächsten Worte werden genauso wirr wie der erste Besuch auch überwältigend auf mich einprügelte. Auf „Lass einfach mal eine Runde drumherum gehen“ folgte der Wunsch nach besserem Wetter, denn ein paar Minuten braucht man schon. Es ist ein Parkspaziergang um die modernste Multifunktionsarena Europas und wenn ich mir jetzt noch ein paar Sonnenstrahlen dazu vorstelle, sprechen wir von einem Ort, der schon von außen in der Lage ist, Erinnerungen zu schaffen.
Wer schon das ein oder andere Spiel in München besucht hat, für den geht es mit Betreten der Arena in eine völlig neue Welt und in dieser wartet hinter jedem Winkel ein kleines „Wow“. Ein Gaming-Raum, hochmoderne Bier-Selbstzapfanlagen von Hacker-Pschorr, ein üppiges Platzangebot um Kioske und Eingangsbereiche, mehrere Event-Flächen für besondere Aktionen. Es wurde ringsum mit Köpfchen agiert und durch die Installation modernster Technik und Detailverliebtheit etwas mit einer ganzen Menge Flair erschaffen. Die Superlative hört auch beim Betreten des Innenbereiches selbst nicht auf. Der erste Blick geht dabei auf dieses Monstrum von Videowürfel und zu den unzähligen weiteren LED-Leinwänden im Umlauf oder an den Banden. Das Auge weiß gar nicht so recht, wo es als erstes hinwill, und macht beim ersten Betreten aus uns allen das kleine Kind, welches an Weihnachten sein Bagger-Spielzeug aus dem Geschenkpapier befreit.
Wir wollen aber auch bei der Wahrheit bleiben und so muss folgendes angesprochen werden: Rund 1200 Berliner Fans fanden gestern mit einem Sonderzug den Weg nach München. So sehr diese sich auch dagegen wehrten, werden sie von der Weitläufigkeit der Arena verschluckt und sind akustisch nur durch genaues Fokussieren auf sie wahrzunehmen. Das bringen diese Paläste nun mal mit sich und irgendwo muss das auch in Kauf genommen, nichtsdestotrotz ist es schade. Der gestrige Abend war vollumfänglich gelungen, trotzdem fehlte bereits am zweiten Spieltag nach der Neueröffnung das Publikum um den Status „Ausverkauft“ zu erreichen. Das darf durchaus Sorgen bereiten. Mein Appell bleibt auch heute erhalten.
Hacker-Pschorr stellte gestern einen beeindruckenden Eventspieltag auf die Beine und sorgte durch unzählige Aktionen für ein Erlebnis. Es ist sicher einmalig, dass ein Partner mit Liveband und unzähligen Gratis-Präsenten für das Publikum auftritt. Dadurch wird so ein Abend zum Volltreffer für das Publikum. Diese Events können dem Münchner Eishockey einen Push geben und eine Chance auf den wachsenden Stamm des treuen Publikums sein. Der Alltag könnte die Ränge aber auch deutlich leeren und das würde dieser Arena so gar nicht stehen oder gerecht werden. Das wird anspruchsvoll.
Unter dem Strich ist der SAP Garden gelungen. Mehr als das, er ist ein Meilenstein!
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Erik Pannach





