What´s up, Augsburg?
Jaaa, nein, DOCH! So die Kurzusammenfassung der letzten Augsburger Saison. Nicht am grünen Tisch, aber zumindest auf fremdem Eis wurde das Gründungsmitglied zum sportlichen DEL-Mitglied 2024. Im zweiten Teil unseres Saisonrückausblicks (neues Lieblingswort) blicken wir darauf.

(Foto: Grizzlys Wolfsburg - City Press)
Das Positive: Realität!
Ähhm, ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich hier ein paar Minuten saß, bevor mir etwas Positives zur vergangenen Augsburger Saison eingefallen ist. Gar nicht mal so leicht. Doch eine Sache stach dann doch hinaus: Man wurde auf den Boden der Tatsachen geholt. Das ist gut, das braucht jeder Mensch und offensichtlich auch jeder Sportverein in seinem Leben. So wird einem der Spiegel vorgehalten. Man sieht, dass man falsche Entscheidungen getroffen hat und versucht dies in Zukunft zu ändern. Mehr dazu später im Blog.
Unwort des Jahres: Stellungnahme!
Augsburg hat so eine unglaublich geile und leidenschaftliche Fanbasis. Doch diese Flyer im Stadion – puh. Die getroffenen Worte werfen einen kleinen Farbklecks auf das weiße Hemd der AEV-Fankurve. Normalerweise würde in diesem Blog ein Loblied stehen. Ein Loblied über die bedingungslose Unterstützung der Augsburger Fans. Doch sie war eben nicht bedingungslos, zumindest ab einem gewissen Zeitpunkt der Saison. Deutliche Worte sind richtig und wichtig. Werden sie zu exzessiv verwendet, können sie aber unwirksam werden.
Der Rückblick: Glück gehabt!
Die neuen sportlichen Verantwortlichen treffen in Zukunft hoffentlich bessere Entscheidungen als ihre Vorgänger, denn das Glück der Augsburger Panther dürfte für die mittelfristige Zukunft erstmal aufgebraucht sein. Es war schlicht und einfach eine schwache und enttäuschende Saison für alle, die es mit dem Augsburger Eishockey halten. Das ist auch mal in Ordnung, nun muss man aber die richtigen Schlüsse daraus ziehen.
Der Blick nach vorne: Neuanfang!
Willkommen in Augsburg, Christof Kreutzer. Das Herz, die Leidenschaft und die komplette Hoffnung der AEV-Fangemeinde liegt in den Händen des neuen starken sportlichen Mannes. Kein Druck, Christof. Der neue Sportliche Leiter und Cheftrainer hatte durch die Ungewissheit in puncto Liga keine einfache Aufgabe, nutzte aber auch in der Schwebe-Zeit zwischen DEL und DEL2 sein ausgeprägtes Netzwerk, um eine vermeintlich schlagkräftige Truppe zusammenzustellen.
Das Team 23/24: Kontingent-Abhängigkeit!
Der deutsche Sektor ist zum Großteil besetzt. Im Tor steht ein großes Fragezeichen hinter Dennis Endras, der wohl noch einen laufenden Vertrag besitzt. Geht man das Risiko mit ihm, obwohl eigentlich Markus Keller vergangene Saison besser funktionierte oder bekommt man den Routinier aus dem Kontrakt? Es ist eine dieser schweren Entscheidungen, möglicherweise gegen einen liebgewonnenen Spieler, die Kreutzer nun treffen muss. Eines wird beim Blick auf den AEV-Kader klar: Die Kontis müssen sitzen! Für die DEL2 wäre ein herausragendener Kader gebaut worden, für die DEL ist es möglicherweise zu wenig. Schüle, Sezemsky, Elias, Tosto – alles Namen, die in der zweiten Liga herausragend wären, im Oberhaus aber nicht (mehr) unbedingt als Top-Transfers gesehen werden können. Schmerzhaft wäre der Abgang von Marcel Barinka, der verschiedenen Quellen zufolge in der Schwebe-Zeit in Iserlohn unterschrieben haben soll. Zeigt euch, ihr Sport-Arbeitsrechtler!
Die Zielsetzung: Nicht-Abstieg!
Ganz klar und verdammt einfach zu formulierendes Ziel. Man wünscht sich in Augsburg eine ruhigere Saison. Am besten eine, in der man mit dem Abstieg von Anfang an wenig zu tun haben wird. Das wird schwierig, denn die Konkurrenz schlief nicht und hatte auch einen Wettbewerbsvorteil auf dem Spielermarkt. Viel hängt davon ab, welche Kaliber als Kontingentspieler an Land gezogen werden können. Ich drücke die Daumen, Augsburg hätte mir in der DEL gefehlt.
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Simon Rentel





