What´s up, Köln?

Na, ihr selbsternannten Meister der Zukunft? Die Kölner Haie möchten in der Domstadt ein Team bauen, das um Titel mitspielt. Ein ehrgeiziges Ziel, das dem Standort aber nur gerecht werden würde. Saisonrückausblick mit den Haien.

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(Foto: Grizzlys Wolfsburg - City Press)

Das Positive: Direkte Playoffs!

Das Positive an der Saison ist recht einfach zu finden. Köln schaffte es in die Top-sechs-Ränge und stellte mit Thuresson-Aubry-Kammerer eine der besten Sturmreihen der Liga. Die Jungs kamen alle in die Top acht der besten Scorer der Hauptrunde und entwickelten eine Synergie, die man in diesem Team seit einigen Jahren vermisste. Für den Schweden Thuresson wurde es dank eines geschossenen Tores mehr als Yasin Ehliz am Ende sogar der Topscorer-Titel. Respekt.

Unwort des Jahres: Jugendförderung!

Sooo, Freunde. Wir öffnen leaffan.net, wechseln in die U23-Kategorie und sehen: Jugendförderung und die erste Mannschaft der Kölner Haie, das passt nur bedingt zusammen. Schade, denn der Nachwuchs ist ein herausragender in der Domstadt. Neidisch kann man als Haie-Fan rund 55 Kilometer nördlich schauen – dann die DEG macht es vor. In Köln kommen die Üffings und Chrobots kaum in eine zweistellige Anzahl der Eiszeit-Minuten. Schade und dann auch kein Wunder, wenn sie ihr Glück woanders probieren.

Der Rückblick: Jeder is sich selvs der nökste!

Ich höre das Lachen immer noch! Kurz vor Schluss klauten die Kölner Haie der Düsseldorfer EG die direkte Playoff-Teilnahme. Das Saisonziel dadurch erreicht, wenn auch auf den letzten Drücker. Rein gefühlstechnisch wäre für die Haie mit den Top-Akteuren um Nick Bailen noch etwas mehr drin gewesen. Dafür fehlte aber schlichtweg die Konstanz. Das zeigte sich dann auch im Viertelfinale als man die Adler Mannheim erstarken ließ.

Der Blick nach vorne: Wat nix kost, dat is nix!

Köln wird auch nächste Saison einen der teureren Kader der Liga stellen. Mit Nick Bailen konnte verlängert werden und auch Gregor MacLeod wird nicht wegen der kleineren Biergläser von Nürnberg nach Köln gewechselt sein. Köln investiert erneut – und das ist ob der gestiegenen und eigens geschürten Erwartungshaltung auch der einzig richtige Weg.

Das Team 23/24: Vun nix kütt nix!

Die Leistungsträger wurden gehalten, die Problemstelle erkannt: Oleg Shilin stellte sich nicht als die 1B-Lösung heraus, die Mirko Pantkowski entscheidend entlasten konnte. Die Folge waren schwierige Phasen für „Pante“, die nun im Konkurrenzkampf mit Tobias Ancicka ausgelöscht werden sollen. „Mehr Entlastung“ ist das Stichwort. Das gilt auch für die Sturmreihen, die endlich auch im Secondary Scoring liefern sollen. Dafür stehen mit Justin Schütz, Frederik Storm und dem angesprochenen Gregor MacLeod drei neue Jungs mit Feuerpower für die Reihen zwei und drei bereit.

Die Zielsetzung: Man muss de Feste fiere wie se falle!

Meister! Nein, das ist vielleicht etwas zu früh. Aber man möchte in Köln definitiv wieder ein Stückchen näher an den Pott als es in den letzten Jahren der Fall war. Es würde mich nicht wundern, wenn im stillen Kämmerlein zumindest ein Halbfinal-Einzug auf der To-Do-Liste steht. Das Potenzial dazu hätte diese Mannschaft, doch es müssen einige Zahnräder sehr gut zusammenarbeiten.
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Simon Rentel