36 Grad, Landshuter Hochzeit und Nico Pertuch
Der heutige Blog kommt pünktlich zum Geburtstag von Nico Pertuch: Happy Birthday Nico!

36 Grad, Landshuter Hochzeit und Nico Pertuch
Der heutige Blog kommt pünktlich zum Geburtstag von Nico Pertuch: Happy Birthday Nico!
Ich hatte Anfang Juli das Vergnügen, mich mit dem U-18-Nationalgoalie für ein Interview zu treffen und wir haben über alles Mögliche aus dem Eishockey gesprochen. Was genau es alles war? Lest selbst! Das Interview fand in einem Café bei lauschigen 36 Grad statt. Zeitgleich übrigens mit der Landshuter Hochzeit, welche auch die merkwürdig gekleideten Leute erklärte.
Wie kamst du zum Eishockey?
Nico: „Damals mit meinem Bruder sind wir mit unseren Eltern zum öffentlichen Lauf in Moosburg gegangen. Unser Dad hat uns dann das Schlittschuhlaufen ein bisschen gezeigt und mein Bruder und ich wollten es dann natürlich öfter machen. Ich war zu dem Zeitpunkt ungefähr zweieinhalb Jahre alt und mit drei Jahren sind wir dann nach Landshut gezogen und wollten auch dort wieder Schlittschuhlaufen. Doch wir haben dann Schläger in die Hand bekommen und gesagt „so jetzt spielen wir Eishockey!“. Torhüter wurde ich aber erst ein paar Jahre später, so mit circa fünfeinhalb bzw. sechs Jahren, das kam beim Streethockeyspielen und nach langem Betteln bei meinen Eltern stimmten sie der Entscheidung zu, aber ich musste mich zu diesem Zeitpunkt zwischen Fußball und Eishockey entscheiden.
Wieso wurdest du Torhüter? Weil du einfach halten wolltest oder hatte die Goalie-Maske einen Einfluss?
Nico: *grinst* „Ist es öfter so, dass es wegen der Maske ist? Als ich noch Feldspieler war, habe ich es gehasst, wenn wir beim Streethockey ein Tor kassiert haben und mich hat der Spielerhelm auch ein bisschen genervt. Die Maske fand ich sowieso cool und so kam eines zum anderen.“
Mit deinen jungen Jahren hast du schon einige DEL2-Einsätze auf dem Buckel, erzähl doch bitte etwas von einem deiner ersten Einsätze, ist dir da etwas im Kopf geblieben?
Nico: „Das war ein Spiel gegen Heilbronn. Ich hatte ungefähr sieben oder acht Sekunden Eiszeit. Dimitri Pätzold hatte ein Problem mit seiner Schiene und hat mit dem Linesman gesprochen, ob es okay ist, wenn er das kurz richten lässt. Der Linesman gab sein „okay“, aber der Hauptschiedsrichter wollte einen Goalie-Wechsel. Wir lagen glaube ich zu dem Zeitpunkt 2:0 oder sogar 3:0 vorne und das hat mich ein wenig nervös gemacht. Ich wollte natürlich nicht, dass etwas passiert und dachte mit nur: „wenn da jetzt ein Schuss kommt und ich kalt bin…“. Aber der Weihager (Robin Weihager, damaliger EVL-Verteidiger A.d.R) hat die Scheibe nach dem Anspiel einfach rausgechipt und wir konnten wieder wechseln.“
Kommen wir zur U-18 WM. Du warst ursprünglich als dritter Goalie geplant und wurdest dann einer der drei besten Spieler Team Deutschlands, nimm uns mal bitte mit auf deine U18-WM Reise.
Nico: „Also die Vorbereitung ging erst Anfang April los und meine Saison war bis dahin ziemlich durchwachsen und nicht so wie erhofft. In der Vorbereitung ging es gut los, doch dann hatten wir ein Trainingsspiel, wo es gar nicht gut für mich lief. Dann hatten wir noch zwei Vorbereitungsspiele gegen die Schweiz, beim ersten saß ich auf der Tribüne, da haben wir 1:6 verloren und im zweiten Spiel saß ich auf der Bank, das haben wir 2:4 verloren.
Wir hatten dann über Ostern frei und haben uns nach den Feiertagen wieder in Füssen getroffen und es stand noch ein Spiel gegen Lettland an. Der Goaliecoach (Spencer Eckhardt) teilte uns mit, dass Leon Willerscheid die Nummer eins ist, Valentin Ankirchner die Nummer zwei und ich die Nummer drei. So war der Plan.“
Doch es kam anders. Kommen wir mal zur WM, drei Einsätze 3,08 GAA, 90,3% SV und zwei Mal „Man of the Match“. Dazu einer der „Top 3 Player on the Team“. Das ist doch mal eine unerwartete Wendung, oder?
Nico: „Also ich habe gar nicht mehr damit gerechnet um ehrlich zu sein. Wir haben das erste Spiel gegen Kanada gehabt und bei diesem Spiel hat (Leon) Willerscheid eigentlich echt gut gehalten - trotz der acht Gegentore! Das nächste Spiel saß ich dann auch noch auf der Tribüne und gegen die Slowakei saß ich auf der Bank. Das war richtiges „Do or Die“ Spiel, denn wenn wir das gewonnen hätten, wären wir im Viertelfinale gestanden. Leider haben wir es trotz unserer zwischenzeitlichen Führung verloren.“
Wie ging es dann weiter für dich?
Nico: „Der Torwarttrainer hat uns dann zu sich geholt am Tag vor dem Spiel gegen Schweden. Da wurde uns dann mitgeteilt, dass Willerscheid die Relegation macht und mit dem Schweden-Spiel, wollte man schauen, wer die Nummer zwei wird. Es war geplant, dass ich die ersten 30 Minuten spiele und Ankirchner dann reinkommt. Im Normalfall mache ich mir keinerlei Gedanken, wenn geplant ist, dass ich nur eine Hälfte spiele, dann bin ich nach 30 Minuten zur Bank beim Spielstand von 0:0. Dann sagte Danny Albrecht, unser Co-Trainer, dass ich drinnen bleiben soll und mein Ding machen soll. Dann kam es zu diesem Highlight-Save, welcher kurz nach dem ursprünglich geplanten Wechsel war.“ (Zum Video)
Gegen Norwegen wurdest du ja dann nochmal eingewechselt.
Nico: „Ja genau, das Schweden-Spiel hatten wir leider knapp verloren, aber wir haben eine starke Mannschaftsleistung gezeigt. Gegen Norwegen war dann leider der Wurm drin und es lief nicht so recht für uns. Wir kamen zu Chancen, aber konnten diese leider nicht verwerten. Die Norweger haben leider fast alle ihrer Großchancen genutzt. Nach dem zweiten Drittel hat mir dann der Betreuer Marco Schwarzer gesagt, dass ich nun ins Tor muss. Ich habe mich dann nur ungläubig zu ihm gedreht und gefragt: „wie ich muss jetzt rein?“. Dann musste es schnell gehen und ich habe mich umgezogen, während der Schiedsrichter den Puck schon einwerfen wollte. Der erste Schuss war sofort hinter mir drin. Ich habe im ganzen Turnier – ich glaube - sieben Tore und sie waren alle abgefälscht.“
Aber du wurdest dennoch einer der „Top-3 Player on Team“. Was hast du denn da gewonnen?
Nico: „Eine Tissot-Uhr, mit einer Gravur auf der Rückseite „Best Player Award“. Das ist eine sehr schöne Uhr! Vor allem diese 180-Grad-Wendung, wenn man dran denkt, wie ich ursprünglich eingeplant war. Die WM war auf jeden Fall eine sehr gute Erfahrung, auch wenn wir leider abgestiegen sind.“
Wir haben noch über so viele weitere Dinge gesprochen, wie den diesjährigen Draft. Nico hat mir gesagt er hat sich für alle unsere Ddeutschen Nachwuchsspieler sehr gefreut und hält Matvei Michkov für den Steal des Drafts. Seine Pre-Game-Rituale, wie z.B. immer, wenn ein Spiel abends ist, Schinkennudeln zu essen und vor jedem Spiel einen grünen „Monster“-Energydrink zu trinken. Nico zieht als Erstes die Fanghand an, welche er persönlich lieber festgeschnürt hat. Bei der Musik gibt es eine gewisse Reihenfolge (inspiriert von einem Highlight-Video von Henrik Lundqvist). Er schaut immer die zwei gleichen NHL-Save-Highlight-Videos und direkt vor dem Spiel muss er „Böhse Onkelz“ hören.
Am liebsten wäre er in fünf Jahren Eishockeyprofi in der PENNY DEL – auch wenn die Frage für ihn sehr schwierig zu beantworten war. Bei den Goalie-Vorbildern tat Nico sich schon leichter: Henrik Lundqvist, Robin Lehner und in Deutschland Dennis Endras.
Zum Schluss habe ich ihm noch kurz ein paar Entweder-Oder-Fragen gestellt:
Cardio oder Kraft?
Kraft!
Strahlmeier oder Niederberger?
Strahlmeier! (mit der Anmerkung, dass für ihn Maxi Franzreb aktuell der beste deutsche Goalie sei)
Frühaufsteher oder Langschläfer?
Langschläfer!
Annanas auf der Pizza: Gut oder schlecht?
Schlecht!
Pünktlich oder zu spät?
Pünktlich!
Stützle oder Peterka?
PETERKA!
Vielen Dank für deine Zeit, Nico und alles Gute für die kommende Saison!
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Moritz Mühlbauer





