Fünf Minuten wegen Meinung – DEL2

In wenigen Tagen starten wir beim Eisblog mit der Saisonvorschau der 28 PENNY DEL- und DEL2-Teams. Soll heißen: Land in Sicht, Freunde. Der Eishockeysommer neigt sich dem Ende zu.

Vorlage Blogbild Kopie

(Foto: JMD)

Wenn er hält, hält er! Nick Neufeld ist die 20-jährige Goalie-Neuverpflichtung der Huskies, der - Stand Jetzt - so gute Einsatzchancen für die neue Saison hat wie, sagen wir, ich. Mit Brandon Maxwell (Rückkehr zweites Saisonviertel möglich), Oleg Shilin (unter Umständen nur bis zur Maxwell-Rückkehr unter Vertrag) und Philiipp Maurer (letzte Saison mit Leistungsexplosion) haben die Huskies ein Goaliegespann der DEL2-Superlative parat. Nick Neufeld ist dabei natürlich (nur) eine Perspektiv-Verpflichtung, keine Frage. Und hypothetisch gesehen macht oben in den Klammern Aufgeführtes auch alles Sinn. Dann kommt aber der erschwerende Faktor „Leben“ hinzu. Shilin soll den Posten hinter dem zuletzt starken Philipp Maurer einnehmen. Das ist wirklich die dekadenteste Backup-Lösung, an die ich mich seit Jahren erinnern kann. Soll heißen: Kann ich mir so nicht vorstellen, ich vermute ein Wechselspiel. Das wäre schade für Maurer und könnte zur Horror-Entscheidung an Halloween führen. Ein starker Maurer und Shilin, sowie einen zurückkehrender Maxwell? Klar, wir reden von einem Luxusproblem. Aber Problem ist Problem.

Notenschlüssel enttäuscht! Wir kommen ohne Sechsen durch, Einsen haben wir aber auch keine. Der Transfernotenschlüssel der DEL2-Clubs wird - wie es der Mittelschullehrer betonen würde - ernüchternd ausfallen. „Das haben wir doch alles hundertfach besprochen“. Überspitzt? Ein wenig. Ich mache es mir da natürlich einfach, denn die Formel einer erfolgreichen Saison ist von unzähligen Variablen überhäuft. Schwierig finde ich dennoch, dass manche Teams mit den finanziellen Mitteln kopfloser agieren als der Azubi im Baumarkt - wenn du denn überhaupt mal einen findest. Die Big Three - Düsseldorf, Kassel und Krefeld - im Aufstiegs-Druckkessel lassen die Chance eines langen Sommers liegen. Was in Landshut, Ravensburg oder Rosenheim sicher mit einem verschmitzten Schmunzeln zur Kenntnis genommen wird. Klammern wir Kassel kurz aus. Der neue Way of Husky gefällt mir tatsächlich mal besser, hier würde ich eher das Feintuning bemängeln. Aber die rheinischen Vertreter sind fast schon beratungsresistent im Modus "ToRperandi" gefangen und da stellt sich mir schon die Frage, welches Hochhaus je mit 1000 Ingenieuren, aber ohne jeglichen Arbeiter errichtet wurde? Naja, dafür dürften die Trikotverkäufe bis mindestens Oktober knallen.

Welches Quartett wird’s? Weidens Kader umfasst heute 18 Spieler - was für Anfang Juli schon sehr ordentlich ist. Die entscheidenden Positionen sind aber noch offen. Die Nummer eins vor Toptalent Felix Noack und - vermutlich inklusive des besagten Goalies - alle vier Kontis. Damit steht und fällt auch ein wenig die Gemütslage. Das „deutsche“ Gesicht der Mannschaft ist durchaus solide. Rubes und Gläser waren letzte Saison herausragend, Filin hat sicher noch ein bis zwei Gänge mehr zu bieten und die jungen Wilden um Schwaiger, Thal oder Vinzens sind höchstspannend. Doch welche Entscheidungen werden nun am Scheideweg getroffen? Vier starke Imports könnten den Blue Devils Flügel verleihen und drohende Playdowns zu nichts weiter als Bielefeld machen. Irgendwie existent, aber eigentlich gibts das noch gar nicht. Die bisher Gerüchteten klingen für mich aber leider nicht danach und so könnte auf der Klappe zur neuen Saison „berüchtigtes schwieriges zweites Jahr“ stehen. Ein Filmtitel, den nach einer existenzbedrohenden ersten DEL2-Saison sicher niemand haben will.
_
Erik Pannach