Fünf Minuten wegen Meinung – DEL2

JAAAAAAAAAAAA, geschafft! Lasst euere Trikots von den Febreze Wäschefrisch-Flaschen aufwecken, gebt der Familie einen Abschiedskuss, es geht LOOOOOOOS! Lang hätte ich es jetzt auch wirklich nicht mehr ausgehalten.

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(Foto: JMD)

Knackige Feuertaufen! Die Liga-Neuankömmlinge starten mit echten Mammutaufgaben ins noch unbekannte Land. Bietigheim empfängt am Freitag direkt mal den Dauermieter der DEL2-Parkbucht mit dem weißen Schild und der Aufschrift „Nummero Uno“ - die Kassel Huskies - und das kann zu einem Erlebnis werden, als wärst du das nasse Handtuch, welches nur zum Schleudern in die Waschmaschine geworfen wird. Betonung übrigens auf kann. Die Hessen sind in beeindruckender Frühform, was auch durch die wenigen Veränderungen im Lineup begünstigt wird. Ich bin gespannter als ein frisch gewechselter Keilriemen zu sehen, was der Aufsteiger dem berühmten Ensemble der renommierten Gruppe „Jetzt aber wirklich“ entgegenzusetzen hat. Für den verrückten Transferkönig - die DEG - gehts am ersten Wochenende mal mindestens 16 Stunden in den Bus, vorausgesetzt sie nehmen am Freitag aus Rosenheim die Direktverbindung nach Freiburg. Rosenheim wird ein echter Härtetest. Die Oberbayern haben ein Team gebastelt, welches im Laufe der Saison zum großen Spielverderber der Titelaspiranten werden könnte. Je nachdem wie es für das „okaye Team“ der DEG - nicht mein Zitat - läuft, dürfen die rheinischen Busbeine anschließend im Breisgau ein dickes Ausrufezeichen setzen, oder sollten ein ernüchterndes Fragezeichen verhindern.

Direkt mal Derby der Größenwahnsinnigen! Ich hoffe, jeder versteht, dass es sich hierbei um allerfeinsten Sarkasmus handelt und ich die Sommeraktivitäten auch mit meinen fast 1,90m nicht hoch genug hängen kann. Die bayerischen Lieblingsfeinde sind allerfeinste Dark Horses und ja, da gehört am Ende auch noch mehr dazu als nur die finanziellen Mittel zu haben. Wäre ich ein überoptimistischer Narr, hätte ich beide Teams auf 2-4 predicted und das trotz Kassel, Düsseldorf und Krefeld mühelos argumentieren können. Ob der grüne und rote Bolide die PS nun auch aufs Eis bringt wird sich zeigen. Im ersten direkten Vergleich am Sonntag wird’s auf alle Fälle erste Duftnoten geben. Dieses Duell ist der Startschuss einer ganzen Reihe geiler Derbys, von denen die DEL2 in dieser Spielzeit mehr hat als der Münchner Berufsverkehr Staus. Ich sags ganz ehrlich, selten habe ich mich mehr geärgert, nicht im Stadion sein zu können, wie am kommenden Sonntag.  

Rekorde, Entwicklung, Fortschritt! Kurz vor dem Start der neuen Saison gab’s nun die offizielle Saisoneröffnungs-Pressekonferenz der DEL2 und ist das Leben nicht schön? Versteht mich nicht falsch: Wo es nichts zu meckern gibt, sind Beweihräucherungen die logische Folge. Aber ist das auch so? Gibt’s neben einem Rekordumsatz und neuen Rekordbesuchen in den Stadien nicht auch - übrigens mehrfach durch uns kommuniziert - Schattenseiten, denen etwas Aufmerksamkeit hätte geschenkt werden können?  Naja, genug Kritik. Unter dem Strich ist die Weiterentwicklung dieser Liga und den darin enthaltenen Clubs ein echter Erfolg und dieser kommt sicher auch nicht durch Däumchen drehen zustande. Mein Eishockey-Romantiker-Herz ist zwar etwas geknickt über das Gleichbleiben des Playdown-Modus, nüchtern betrachtet macht er in seiner aktuellen Form ja aber auch Sinn. Nun sind alle Formalien abgehakt, es wird Zeit für „mehr Action und weniger Zeit zum Motzen“.
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Erik Pannach