Fünf Minuten wegen Meinung – DEL2

Kennt ihr noch diese „Liebe ist“ Sticker? Das waren doch Sticker, oder? Naja, ist schon ´ne Weile her. Ich meine auf alle Fälle diese „Liebe ist, zusammen ein Buch zu lesen“ und darunter diese beiden Comic-Verliebten. Ich würde die gern neu auflegen. Wir lassen oben das „Liebe ist, DEL2“ und darunter die Logos der 14 Teams.

Vorlage Blogbild Kopie 1

(Foto: JMD)

Wie geil will eine Liga sein? Sorgenkinder? In der DEL2? Ihr müsst verrückt sein. Klar - die Steelers rauschen gerade mit 120 Sachen in die 60er-Zone der „Angst-vor-Abstieg-Allee“, aber kurz nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung wird doch eh nicht geblitzt und es bleibt ehrlich noch genügend Zeit zum Bremsen. Vor dem letzten Wochenende mussten sich die Lausitzer Füchse und Wölfe Freiburg schon ordentlich Häme anhören – auch von uns – und beantworten das mit einem Zwei-Siege-Wochenende. Das ist längst kein Zufall mehr, denn diese Liga ist und bleibt die beste Werbung für den Eishockeysport. Versteht mich bitte genauso wie ich es sage. Die beste Werbung für den Eishockeysport. Wo erlebst du bitte, dass „jeder kann jeden schlagen“ nicht nur die Floskel für das Einfangen von neuem Publikum ist? Regensburg, Crimmitschau und Weiden waren die in Granit eingeschlagenen Playdown-Favoriten und mischen die Werkstatt des Steinmetzes gerade so auf, dass dieser kurz davor ist, sie vor die Tür zu setzen. Wer die Frage nach dem vermuteten Meister der aktuellen Saison überzeugt beantwortet, ist übergeschnappt!

Die Fahrkarten, bitte! Hätte mir jemand vor fünf Jahren etwas vom Duell Krefeld gegen Düsseldorf unter dem Deckmantel der DEL2 erzählt, hätte ich das Gespräch ziemlich sicher beendet. Es hätte sich nach Zeitverschwendung angefühlt. Am 10.10.2025 hätte dann aber die Stunde dieses am Ende doch enorm weisen Mannes geschlagen. Das erste Straßenbahn-Derby steht an! Beide Teams zählen natürlich zu den Schwergewichten der Liga, stolperten dennoch etwas durch die ersten drei bis vier Spieltage. Gerade rechtzeitig fanden jetzt beide Teams die passenden Koordinaten, um auf den Kurs gen Derbysieg einzuschlagen. Bradford oder Santos? Faber oder Vandane? Chernomaz oder Popiesch? Lunemann oder Bick? Das sind sechs High-Performer des Saisonstarts und ihre namhaften Trainer, die auf dem Eis nahezu alles erlebt haben. Ich sag's vorweg, mir ist völlig egal, wer hier am Ende die Punkte mitnimmt. Ich freue mich einfach auf mindestens 60 Minuten Power-Eishockey, vor einer unglaublichen Kulisse und hoffe, es knistert bereits ab dem Warmup. Achja, ich spreche von normalem Derby-Knistern. Nicht dem Quatsch, den wir zwischen Mannheim und Berlin ertragen mussten. 

Woran hat es jelegen? Umbruch hier, U-Turn da und dann können wir ja noch ein „alles neu“ probieren. Wird dann schon werden? Nein, leider ist das mit dieser Abwärtsspirale nicht so einfach und in vielen Fällen zieht sie sich über Jahre. Bad Nauheim und vor allem Kaufbeuren schlugen letzte Saison sehr hart auf den Boden auf und damit meine ich schon eher dieses Nachts um vier aus dem Schlaf gerissen werden, weil es irgendwo so richtig rumst. Natürlich wurden im Sommer alle Prüfstände aus der Tiefgarage gerollt und die darauf festgestellten Fehler versucht auszumerzen. Trotzdem zieht sich dieser Trend auch in die neue Saison und das ist spannend. Neues Personal, alles auf null, vor rund 18 Monaten noch zwei der Teams, die für richtig Furore gesorgt haben und jetzt soll nichts mehr zusammenlaufen? Wenn ich eine logische Erklärung finden will, komme ich beim Willen – nicht despektierlich gemeint – und Glauben an sich selbst heraus. Ein ganzes Team muss nach einem Tief wieder verstehen, dass sie doch gar nicht so schlecht sind, wie die Ergebnisse grad klingen und das ist wirklich leichter gesagt als getan. Übrigens tragen hier auch die Anhänger eine große Verantwortung. Zusammenhalt! Support!
_
Erik Pannach