Fünf Minuten wegen Meinung – DEL2
Na Hoppla, wo kommt denn diese raue Brise DEG auf einmal her? Mich überrascht dieser 180-Grad-U-Turn ja doch etwas. Die Qualität ist – wie bereits tausende Male erwähnt – nie in Frage gestanden, ich stand eher dem Manschaftsgefüge skeptisch entgegen und diese bittere Pille schlucke ich nun auch wie ein Mann. Ganz stark.

(Foto: City-Press)
The struggle is f***ing real! Verben, die jetzt nicht mehr passen: unglücklich, zufällig, bitter, (…). Die Saison ist noch keine zehn Spieltage alt, trotzdem scheint Bietigheim das Bewerbungsverfahren zum Gegenpol der Plätze zehn und besser sehr ernst zu nehmen. Hatten wir das vor rund zwei Jahren nicht erst? Damals ist das „die fangen sich schon noch“ genauso krachend gescheitert wie das Branding von Milf… Pardon, „Miles“ in deutschen Großstädten. Hintendrin wackelt eigentlich alles, was nicht zur Stadionkonstruktion gehört, und das ist, bei allem Respekt vor der Fonstad-Verpflichtung, das weitaus größte Problem. Hoffnung macht mal wieder, dass der Großteil der Spiele „nur“ knapp verloren wird, wobei ich auch das ab einem gewissen Punkt als fehlendes Qualitätsmerkmal ansehen würde. Jede Woche wieder das Team zu sein, welches ein Tor weniger als der Gegner schießt, ist weiß Gott – siehe Zeile eins – kein Zufall mehr. Ich mag hart klingen, meine es aber nur gut. Bietigheim und die DEL2 sind wie Tom und Jerry, Scotch und Soda oder David und Victoria Beckham, sie gehören zusammen! Also Arsch hoch, Mindset switchen und Wege ins ruhige Fahrwasser finden. Was Weiden seit 18 Monaten macht ist keine schwarze Magie, sondern das Maximum aus begrenzten Möglichkeiten zu sieben.
Proudly presents: Stellen wir die Logik mal an den Pranger? Kassel gelingt der ruhige, nahezu makellose Saisonstart und das führt sie auf den zweiten Tabellenplatz. „Yup, that´s me, you´re probably wondering how i got here.“ Ganz simpel: LANDSHUT! Anders als ihre Nachbarn aus Rosenheim, werden die Niederbayern der Rolle als Dark Horse vollkommen gerecht und nehmen die DEL2 in diesen Tagen Hops. Lindberg, Immo oder Gooch sind genau das, auf was du an einem Freitagabend oder Sonntagnachmittag keinen Bock hast – zumindest nicht im gegnerischen Trikot. Das sind Spieler, die in der DEL2 auf Zeitlupe stellen können als sei es eine simple Tastenkombination eines Egoshooter. Auf die Frage, wo die Reise endet, traue ich mich weiterhin keine Antwort geben, aber ich würde die aktuellen Leistungen mit unbezahlter Werbung anerkennen. Also, es geht los: „Ihr wollt Hochgeschwindigkeits-Eishockey auf allerhöchstem Niveau sehen? Technische Raffinesse, die sonst nur in Motoren deutscher Automobilhersteller zu finden ist? Härte, Intensität, Adrenalin? Dann ab in die VR-Bank Landshut Arena.“
Rückwärts und bergab! Im Allgäu ist nicht der Wurm drin, dort rasselt die Klapperschlange. Das deutsche Eishockey erlebt eine – Achtung, persönliche Wahrnehmung – selten dagewesene Verletzungsseuche und besonders hart getroffene Teams gibt es mehr als Chips Sorten in den PENNY-Märkten. Kaufbeuren trifft diese Misere saisonübergreifend besonders Mundwinkel verziehend bitter. Letztes Jahr liefen die Konti-Experimente nicht wie geplant, dieses Jahr kommt noch Verletzungspech hinzu. Ja, wir müssen die aktuelle Findungsphase des Henri Kanninen im bayerischen Teil der DEL2 als stockend bewerten und die Akte McLellan/Cassetti ist für zusammengezählt nur rund zehn Spiele leider sehr dick. Vor allem Joe schmerz das Eisblog-Lager sehr. Wir sind doch gerade so gute Freunde geworden. Was machen wir denn jetzt? Do you want an Eisblog-Internship? DEL2-Expert? Naja, melde dich einfach wenn´s ist. Ich persönlich habe auf alle Fälle noch keine riesigen Sorgen um die Joker, für solche Stolpersteine läuft das noch recht solide.
_
Erik Pannach





