Fünf Minuten wegen Meinung – DEL2

Ich glaube, wir starten heute mal mit dem Experiment, wie gut Cliffhanger funktionieren. In der nächsten Kolumne: Kann Landshut Krise? Nach dem Traumstart, der auch gut zur Qualität auf dem Eis und hinter der Bande passt, kommen die Dreihelmenstädter erstmals ins Wanken. Was machen sie daraus? Ist genügend Charakter in der Truppe, diesen Trend zu pulverisieren? Meine Meinung bekommt ihr in exakt einer Woche. 

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(Foto: JMD)

Grenze überschritten! Was ist nur aus dem einst so sympathisch aufmüpfigen Freiburg geworden? Die sportliche Talfahrt macht für den Moment eigentlich noch gar nichts mit mir. Was aber neben dem Eis passiert, kommt einer mittelschweren Katastrophe verdammt nah. Schon wieder wurde viel zu hoch mit dem öffentlich kommunizierten Saisonziel gepokert und daraus wird nun kein „ins Fettnäpfchen treten“, das ist eher ein "in der poolgroßen Fritteuse ersaufen". Ist das das Schlimmste? Nein! Der Gipfel der Dreistigkeit passiert auf der Pressekonferenz nach der Niederlage gegen Regensburg und ich bin ehrlich angepisst. Mit welcher Berechtigung wird dort ein 18-jähriger Niklas Hempel – wohlgemerkt ein Freiburger Junge - vor laufenden Kameras dermaßen hart von seinem eigenen Trainer abgewatscht? Da bleibt einem ja der wohlverdiente Sonntagssnack, bei dem Kalorien absolut keine Rolle spielen, im Hals stecken. Auch David Trinkberger bekommt seinen Platz am Stloukal´schen Marterpfal mitten auf dem digitalen Freiburger Marktplatz. Für mich ist dieses Verhalten nicht tragbar und dabei spielt es keine Rolle, wie viel Wahrheit in den Aussagen gesteckt haben mag. Das sind Themen für vier Augen, meinetwegen noch für das Innere einer Kabine. Wäre ich Schwenningen, hätte ich jetzt richtig Bock, meine jungen Spieler ins Breisgau zu schicken. 

Scheidet die Geister! Colin Smith ist ein Gedicht von Eishockeyspieler und das meine ich genauso wie ich es sage. Würde Leonardo Da Vinci noch leben, wären unzählige Torvorlagen des Deutsch-Kanadiers wohl längst auf Leinwänden verewigt. Trotzdem scheidet er die Geister wie kein anderer und sein Wechsel nach Kassel provoziert bei 75% der DEL2-Kommentarschreiber – kurioserweise fast unabhängig der Teams – negative Kommentare. Ich glaube, dass dieser Spieler ein wichtiges Puzzleteil im Kampf um einen möglichen Aufstieg sein kann, sehe aber leider auch ein Risiko in seiner Persönlichkeit. Vertrag verlängern im Winter, auflösen im Sommer, Unterschrift bei neuem Club, wieder aufgelöst nach rund zwölf Wochen, nächster Tapetenwechsel, nächste Unterschrift. Es braucht eine Menge Naivität hier noch zufällige Zusammenhänge sehen zu wollen. Kassel ist eigentlich gut unterwegs, gefällt mir trotz ausbleibender Kantersiege besser als in den letzten Jahren mit immer wieder dominierenden Hauptrunden. Es ist kein Geheimnis, dass ich an einem Aufstieg der Hessen mittlerweile sehr viel Schönes finden würde und umso mehr hoffe ich, dass sie hier nicht einfach ins alte "mit Geld fächernde" Muster verfallen sind.  

DAS! IST! WEIDEN! Idee für die kommenden Trikots der Blue Devils! Thema: Sparta! Vorne ein gut trainierter Oberkörper, an den Schultern beginnt der (meinetwegen) blaue Umhang, der sich mit Namen und Nummer über den Rücken erstreckt. Die ersten (natürlich) 300 Dauerkarten-Besitzer finden einen Platz darauf. Interessiert? Meldet euch! Spiele der Weidener anzuschauen ist jedes einzelne Mal als würde ich mir diesen Blockbuster mal wieder reinziehen. In der Hauptrolle: Sebastian Buchwieser als stiller Leonidas. Wie macht der Typ das nur? Die Ausfallliste des Tabellenachten ist länger als die Speisekarte eines Lieferdienstes, der Indisch, Chinesisch, Italienisch und natürlich Döner anbietet. Kleiner Tipp von mir, in der Regel sind diese „Lokale“ nich´ soooo geil. Nehmt eine Pizzeria, die Pizza anbietet. Punkt. Am Sonntag ist nur noch ein einziger Konti im Lineup und trotzdem zwingen sie Düsseldorf zum Zittern über die volle Distanz. Verrückt ist daran vor allem, dass Weiden seit dem Aufstieg in die DEL2 mit pausenlosen Worst-Case-Widrigkeiten zu kämpfen hat und ihr anhand der Ergebnisse niemals erkennen könnt, zu welchen Zeitpunkten diese stattfanden. Dieser Absatz begann mit einer Idee und endet mit einem Befehl: Buchwieser verlängern – SOFORT!
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Erik Pannach