Fünf Minuten wegen Meinung – DEL2
Das war’s schon wieder. Das erste Saisonviertel ist durch und wir können in den meisten Fällen über ein paar Erkenntnisse und Resultate sprechen. Letztes Jahr hätte ich das noch in dieser Kolumne getan, seit neuestem haben wir ein echt schniekes Studio dafür und so gibt’s mein persönliches Power-Ranking die Tage einfach auf YouTube. Habt ihr Bock? Ich auch!

(Foto: City-Press)
Goalie-Wahnsinn! Kann Autio an seine astronomischen Leistungen anknüpfen? Sind Reich oder Kuhn noch DEL2-Format? Hat Neffin das Zeug eine unter Umständen „schwierige“ Saison der Eisbären zu schultern? FUCK JA! JA, JA und verdammt nochmal JA! Die DEL2 mag viel haben, aber ganz sicher kein Torwartproblem. Habt ihr den Save von Philipp Dietl am Wochenende gesehen? Könnte man Videos in Stein hauen, würde dieser bereits auf dem Skizzenblatt eines Ateliers zu finden sein. Kevin Reich und Jerry Kuhn fahren je einen Doppel-Shutout ein und das für - ehrlich nicht despektierlich gemeint - Crimmitschau und Bad Nauheim. Leistungen, die höher zu hängen sind als Alkohol in jedem Supermarkt stehen sollte. Und dann wäre da ja auch noch Showstopper Jonas Neffin, dessen Einfluss auf die Tabellensituation der Regensburger enorm ist. Zeit für den Brainfuck: Für diese vier Ausnahmeleistungen braucht die DEL2 noch nicht mal eine Konti-Lizenz. UFF! Die finnische Antwort auf Leistungstief - Oskar Autio - braucht zwar eine eben solche, liefert dafür aber wie ein schlecht organisierter Lieferservice. „Krass, wir haben drei Pizzen bestellt und fünf bekommen.“
System „Pasanen“ zieht! Laut eigener Aussage brauchen Pasanen-Teams rund zehn Spiele bis sie sein System umgesetzt bekommen und sich der erwünschte Erfolg einstellt. Wie mein Streber-Banknachbar aus der 7b der Sahnschule damals im Englisch-Unterricht sagen würde? „Weeeeeell, i think yes“. Danke für deinen Beitrag. Die Starbulls schicken die DEG zu deren Jubiläum - vor den Augen der Toten Hosen - mit 1:6 vom Eis und das war schmeichelhaft. Wow! Der siebte Sieg aus den letzten acht Spielen macht der aktuellen Top drei eine Menge Dampf. Das Team ist rund, beerdigt oft kritisierte Schwächen und genießt durch das Halten von Leistungsträgern wie „Sir no goal from Autio“, sowie den punktuell smarten Verpflichtungen im Secondary Scoring und oft vermissten Körperspiel eine erkennbare Weiterentwicklung. Ich will nicht so weit gehen eine Aufstiegsreife zu diagnostizieren, aber meine Skepsis gegenüber diesem Projekt ist gerade auf einem Minimum angekommenen. Sagen wir mal so: Nur mit einem Messer gehst du eigentlich nicht zu einer Schießerei, aber was wenn der Schütze bei weitem nicht so gut vorbereitet ist wie du?
Salmik statt Stloukal? Umreißen wir diesen Wahnsinn mal. Freiburg rief vor dem Saisonstart einen sehr ambitionierten Platz sechs oder besser durch den Schwarzwald. Wir sind im Leistungssport, im Profisport, wir brauchen echte Ziele. Das wirkte aber von Anfang an vermessen. Ein wenig wie im Ikea zum Küchenbauer zu sagen „Ne, müsst nicht nachmessen kommen. Von Wand zu Wand sind es 4,10m.“ Es wäre ein Leichtes an dieser Stelle draufzuhauen, aber eigentlich stört mich dieser Optimismus gar nicht mal so. Ich habe Crimmitschau und Regensburg gesehen, ich finde Charme in dieser Ziele-Offensive. Haarig wird, was an PS auf dem Eis der Echte Helden Arena ankommt. Unverständnis kommt auf, wenn ich versuche mich durch die Ableitungen der Entscheidungsträger zu denken. Die sportliche Talfahrt, die ihresgleichen sucht, könnte jetzt in der Deutschland-Cup-Pause angegriffen werden und pünktlich dazu wird der Sportdirektor Peter Salmik entlassen? Am Trainer hingegen, der in der letzten Woche mehr Skandale in die Zeitungen brachte, als sein Team Tore aufs Eis, wird keine (zumindest mal) Diskussion akzeptiert? Ich glaube ich habe nicht ausreichen Fantasie für die aktuelle Zukunftsvision der Breisgauer.
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Erik Pannach





