Fünf Minuten wegen Meinung – DEL2
Die Wölfe Freiburg kommen besser in Fahrt als ein routinierter FlixBus-Fahrer, parallel dazu sind die Sorgenfalten im allgäuischen „Hoheitsgebiet der Angst“ tiefer als das Wrack der Titanic im Nordatlantik vergraben liegt. Ja, diese Liga spielt Schatten und Licht, Schwarz und Weiß, Pizza und Pinsa – niemand kann Pinsa besser finden als ´ne gute ehrliche Pizza - par excellence und fordert allen Beteiligten eine Menge ab. Die Zeit der Wahrheit, oder wie wir es im Eishockeysport nennen, „Weihnachten“, bläst gerade mit 250 Sachen vom Breisgau in die tiefste Lausitz und über den Ruhrpott ins Alpenland zurück.

(Foto: City-Press)
Mach kein Auge! „Alex Voyer steht gemäß Vereinbarung heute nicht im Lineup“ – das ist sinngemäß die Meldung, die vor dem Spiel gegen den alten Arbeitgeber Voyers von den weiter massiv einsatzgeschwächten Blue Devils Weiden veröffentlicht wurde und ich sag´s mal frei raus, hat mich hart angekotzt. Natürlich ist das smart von den Towerstars verhandelt, dient dem eigenen Erfolg und ist dann auch eine Leistung. Ich will sowas trotzdem nicht in unserem Sport lesen und WENN überhaupt, dann mit gutem Grund. Sollte also keine Affäre zwischen Voyer und der Hälfte aller Spielerfrauen vorliegen, deren Männer sich nun wie kaufwütige Vollzeit-Hausfrauen beim PENNY-Dienstagsknaller in einer Reihe anstellen, um Rache zu nehmen, dann Gott verdammt hakt es ab und lasst uns diesen Fussball-Gaga hier gar nicht erst anfangen.
„Gänsehose!“ Was für ein Moment! Beim Derby zwischen Landshut und Rosenheim benötigt ein Fan auf den Rängen medizinische Hilfe. Nach kurzem Luftanhalten und sogar einer Spielunterbrechung kommt die vorsichtige Entwarnung. Was der Rosenheimer Gästeblock dann tut, ist ein Moment, der Sportgeschichte schreibt. Trotz aller Rivalität, die vor allem zwischen diesen beiden Standorten gern auch mal negativ ausartet, stimmen sie „Wir sind alle Eishockeyfans“ an und das ganze Stadion setzt ein. Pure Gänsehose, um es mal in Meme-Sprache auszudrücken. Was ist der Sieg, die Farben, die Punkte denn noch wert, wenn ein Mensch um sein Leben kämpft und nicht weiß, ob es nach dem einfachen Besuch eines Eishockeyspiels nach Hause zu Frau und Kind geht. Allerhöchsten Respekt an beide Fanlager - davon werde ich noch lang erzählen.
Das größte Comeback seit Jesus! Freiburgs Auferstehung lässt mich ein weiteres Mal an meiner Expertise zweifeln. Wo bitte kommen diese vier Siege in Folge denn jetzt her? Ich mein´ allein die Tatsache, dass diese nur auf einen immer noch recht deutlich gesetzten 13. Platz führen, zeigt ja schon, was die aussichtslose Absprungbasis gewesen ist. Fabian Ilestedt setzt dem ganzen mit seinem Fünf-Punkte-Spiel gegen unter Höllenfeuer stehende Steelers die Krone auf und lässt das Breisgau von mehr Träumen als erbittertem Existenzkampf.
An dieser Stelle gibt´s den Kolumnen-Hardcut, ich will es schließlich nicht verpassen euch allen frohe Weihnachten und ein paar besinnliche Tage zu wünschen. Also - um ehrlich zu sein exakt zwei, dann sehen wir uns ja schon wieder und rauschen ungebremst in den 28. Spieltag hinein. Bis dahin, fühlt euch gedrückt.
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Erik Pannach





