Fünf Minuten wegen Meinung – DEL2
Alles neu? Alles besser? Ich weiß nich’, für mich fühlt sich das neue Jahr nich’ anders an. Hat sich doch auch kaum was verändert. Kaufbeuren hängt weiter im nur für Halloween durch eine Kunstzweig-AG gemieteten Haunted House fest, Krefeld sammelt die Skalpe dafür in der DEL2 ein und was das Navi am Ende der Saison für Kassel, Düsseldorf oder Ravensburg ausspuckt, ist heute wie meine einzige Angelerfahrung – Fischen im Trüben. Wie vor einer Woche halt, im weit entfernten 2025.

(Foto: Leo Bauer)
Heute is’ nich’ alle Tage! Die Hits der Neujahrsshow auf meinem fiktiven Sender IceFM klingen zwar nach geballtem Optimismus für Kassel, Rosenheim und Ravensburg, genauso aber auch nach zu viel künstlerischer Freiheit am Ziel vorbei. Mal ehrlich: Seht ihr Krefeld diese Saison stolpern? Die haben trotz einer Ausfallliste mit mehr Zeilen als der Punkt „Anmerkungen für die Eltern“ auf meinem Zeugnis der sechsten Klasse hatte, als einzige Sorge, dass ja ein Emergency-Goalie für die Playoffs fehlt. Das is’ ein bisschen wie an der Dartscheibe vorm Wurf noch zwei Schritte zurückzutreten – weil: reicht.
Ich überspitze diesen Part mit Absicht, aber ganz ehrlich: Auf meiner gedachten Pro-/Contra-Liste über den Aufstieg der Pinguine is’ halt wenig bis kein Contra. Ich könnt’ euch jetzt eine Litanei an Statistiken um die Löffel hauen, aber das is’ schlicht nich’ nötig. Krefeld gewinnt das Powerranking auf einem Bein hüpfend – und daran trägt auch die schwächelnde Konkurrenz eine Teilschuld.
Derbyschmerz? Ein Derby mit so hoher Brisanz wie zwischen Rosenheim und Landshut zu verlieren, is’ ein bisschen wie Liebeskummer x100. Die Anhänger des EVL mussten das diese Saison schon dreimal durchmachen und sehen einige weitere bedenkliche Auftritte ihres auf dem Eis durch Tickets investierten Geldes. Das Positive? Wenn ich an all die Grenzüberschreitungen der letzten Jahre denke, kommt mir das in der Dreihelmenstadt noch ganz ruhig vor – und da schwingt weder Ironie noch Sarkasmus noch ein Verwandter der beiden mit. Bravo!
Die jüngsten Auftritte sind deswegen aber nich’ weggeredet. Und dass mir das von Headcoach Krupp grad zu sehr über Ausreden moderiert wird, auch nich’. Landshut hat ein Überangebot an Qualität – aber wo sind jetz’ die Charaktere, die Verantwortung schultern und den im Dreck steckenden Karren wieder ins Rollen bringen?
Ich sag mal so: Solange das Problem keinen Namen bekommt, seh’ ich auch keine Lösung auf der Ankunftstafel des Landshuter Bahnhofs.
Lasst das Dorf jetz’ mal in der Kirche! Kislinger und die Samanski-Brüder, Dugan gegen Maurer, Hirano gegen Pulkkinen – was für ein sche… Spieltag war das denn schon wieder? Beginnen wir mit dem Einfachen: Hakt Kislinger, die Samanskis, Dugan und Maurer ab. Ja, das war in vielen Teilen nich’ sauber, aber schlussendlich kamen alle mit einem blauen Auge davon. Und dann is’ der Rahmen eines hitzigen Eishockeynachmittags auch nich’ grenzenlos überschritten worden. Ganz im Gegenteil: Lasst uns hier doch lieber die Chance nutzen und den Schiedsrichtern zum starken Handeln in heiklen Situationen gratulieren. Nich’ geschimpft is’ nich’ immer genug gelobt. Wenn wir Hirano und Pulkkinen für ein paar Wochen nich’ mehr sehen, is’ auch diese Situation gut von allen ausführenden Parteien entschieden worden. Die Schlittschuhe gehören aufs Eis, Rassismus verdient null Toleranz. Diese beiden Grenzen wurden möglicherweise überschritten – sollte dem so sein reichen aus meiner Sicht auch keine zwei Spiele in der stillen Ecke. Das dürften gerne zehn Spiele mit (hoffentlich) Lerneffekt sein.
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Erik Pannach





