Fünf Minuten wegen Meinung – DEL2
Das ist die härteste Phase der Sommerpause. Es riecht an jeder Ecke noch nach dem gerade erst abgeschlossenen Finale, über sämtliche Kanäle fliegen noch Feierbilder rein – und du weißt: Weiter warst du nur selten vom Live-Eishockey in der DEL2 entfernt.

(Foto: City-Press)
Salut, Ciao, Hola – willkommen.
Stellt euch ’ne richtig gute Party vor. Mit jedem Klingeln kommt mehr Wahnsinn dazu. RING – Eispiraten, RING – Huskies, RING – einfach Starbulls. Was fehlt in der im Laufe des Abends entstehenden illustren Runde? Indianer! Das lässt sich Daniel Huhn nicht zweimal sagen, schickt seine Memminger auf die Reise in völlig neue Gefilde. Die weite Welt der DEL2. Wobei „weit“ hier vielleicht ein bisschen hoch gegriffen ist – alles oberhalb Kassels ist und bleibt Hörensagen. Natürlich hätten beide Finalisten das Ticket nach oben verdient, ich freue mich aber besonders auf dieses für die Liga komplett neue Gesicht. Also … abgesehen von Markus Lillich oder Tyler Spurgeon, die in der Drittklassigkeit so viel verloren hatten wie Gemischtes Hack im Speiseplan eines Veganer-Ultras. Oder Tommi und Felix?
t.A.T.u. – echter Erfolg kommt im Duo
Schmidt & Schneider klingt wie der Notar aus der Innenstadt, bei dem es verdammt nochmal keine Parkplätze gibt, ist aber das neue Goalie-Duo im Breisgau. Das ist so smart, wie Samsung seit rund anderthalb Jahrzehnten gern auch außerhalb des Marketings wäre. Olafr Schmidt hat seine Kritiker letzte Saison verstummen lassen, indem er den Oberliga-Aufsteiger bis ins Halbfinale getragen hat. Christian Schneider war bei den Eispiraten seit Jahren vielleicht der beste Backup der DEL2. Seine Performance der letzten Saison mit 93,8 % in zwölf Spielen liest sich fast schon wie ein Fehler des schwedischen Statistik-Lieferanten „Eliteprospects“. Das ist, was ich mir unter einer echten 1A/1B-Lösung fürs Tor vorstelle. Klasse Job, Freiburg.
Wenn nicht jetzt, wann dann?
Ausbruch, Aufbruch, Anbruch – schon verrückt, wie ähnlich diese Wörter sind, und trotzdem stehen sie in keinem Zusammenhang. Deutsch lernen muss sich anfühlen wie Suppe essen mit einer scheiß Gabel. Jetzt geht’s um die Großcousine „Umbruch“, die gerade die Verwandtschaft in Kassel besucht. Maxwell, Bender, Wilde, Daugavins, Bender, Hoelscher, Turgeon (…). Die Abgänge des Schlittenhundegespanns könnten auf dem Papier eigentlich schon ’ne solide Truppe für die neue Saison ergeben. Es fühlt sich dieses Mal nicht nach „Der irre König kauft sich die Schatzkammer leer“ an – es ist konsequentes Handeln für ein großes Ziel. Soll der Traum nächstes Jahr endlich fliegen lernen, musst du mit Düsseldorf, Dresden, Rosenheim, Landshut und der ein oder anderen Überraschung mithalten können – und dafür braucht es Unterschiedsspieler.
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Erik Pannach





