Is dat herrlich, hömma!
Wir haben Sommer – ohne Wenn und Aber. Das ist erst mal noch nichts, was sich nicht Jahr für Jahr wiederholt. Aber diese gespenstische, schon fast süchtig machende Ruhe. Wo sind die Eishallen-Kämpfe zwischen Clubs, Städten und Ländern? Die kaum zu stemmenden Lizenzauflagen, wegen derer die Plattform GoFundMe über neue Server in der Wüste Albuquerques nachdenken muss? Nichts davon?

(Foto: City-Press)
Stattdessen geistern völlig neue Güteklassen an den DEL2-Ladenkassen herum. Chris Wilkie kommt aus erstklassigen – Mehrfachbedeutung! – Vertragsbedingungen nach Kassel, die Füchse wildern im dänischen WM-Kader und, nach fast schon neuer Tradition, hat sich auch Ex-Bestverdiener Colin Smith wieder unter die Meute tanzender sportlicher Leiter gemischt. Wie funktioniert das? Haben die Clubs etwa aus den Parade(nicht)beispielen Riesersee, Bad Tölz und Landshut gelernt und gesunde Organisationen aufgebaut? Ja!
Zwischen dem ganzen Gejammere auf höchstem Niveau muss durchaus mal gelobt werden, dass wir uns in den oberen beiden Ligen nur noch selten mit selbstverschuldeten Existenzkämpfen auseinandersetzen müssen. Da gab’s schon ganz andere Zeiten, mit ganzen Wartelisten an Nachrückern für all jene Clubs, die es „wieder mal verkackt haben“.
Chaos haben wir erst ab der Oberliga, und selbst da bin ich mir nicht sicher, wie viel Schuld ich den Clubs geben will. Kennt ihr den „Großstadt-Lehrereffekt“? Könnt ihr nicht, ist meine Erfindung – entspannt euch.
Also: Viel zu viele Kinder für viel zu wenige Lehrkräfte, und irgendwann sitzt die Klasse gleich ohne Dompteur im Klassenzimmer. Das erleben wir gerade in der Oberliga. Jeder macht, was er will, Regelungen dürfen als Empfehlungen gesehen werden, und am Ende frisst der Stärkere den Schwächeren.
Wer trägt die Verantwortung? „Ah, sorry, die Stelle haben wir aktuell leider nicht besetzt.“ Schade. Aber könnten wir vielleicht etwas zur Lösung beitragen? „Puuuuh, auf die Schnelle nicht. Ich muss jetzt auch weiter.“ (…)
Ich mag es sehr, dass ich mir für die DEL2 im Sommerloch genau solche Themen aus den Fingern saugen muss und solche Baustellen irrelevant sind. So funktioniert eine saubere Liga mit 14 gesunden Clubs. Auch wenn der Journalismus seine Skandale braucht: Behaltet das bitte so bei.
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Erik Pannach





