Fünf Minuten wegen Meinung – DEL2

Aus 14 mach zwölf, dann sechs, dann vier, dann zwei. Das Prinzip Eishockey ist herrlich kompliziert für Laien, trotzdem nahezu perfekt ausgeklügelt. Wir sind wieder am Ende dieser Rechnung angekommen und genießen jetzt in vollen Zügen das Grande Finale.

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(Foto: Michael Pointvogel)

Ali gegen Frazier, Ferrari gegen Mercedes, Magnus Carlsen gegen Sergej Karjakin! 

Das ist die Kragenweite des Finales der DEL2. Dass am Ende zwangsläufig die zwei besten Teams gegenüberstehen, ist eine Kachel für „Faktastisch“ ohne Wow-Effekt. Trotzdem ist es diesmal anders. Es sind exakt die Schwergewichte, die den Titel unter sich manifestiert haben.

Das größte Uff der Serie? Kassel ist der klare Außenseiter. Die Finger wehren sich beim Tippen dieser Prognose zwar gegen eine Gicht in den Gelenken, vielleicht ist das aber auch die erste echte Chance für die Nordhessen. Die Favoritenrolle schien am Ende immer schwer auf den Schultern zu lasten.

So oder so sind die Pinguine aktuell eine Übermacht, die in den Playoffs noch nicht einmal die Gänge fünf und sechs des 800-PS-Boliden ausfahren mussten. Doch wie sagte Mario Andretti einst? „Es gibt keine Garantie, und das ist das Schöne daran.“

Charme hinter der Bühne!

Kennt ihr die „Wir müssen draußen bleiben“-Schilder an Bäckereien? Ich mag sie nicht, und da sind mir die Hipster-Cafés, in denen ein Hund zum Inventar gehört, deutlich lieber. Aber genau so ein Schild hängt seit Sonntag wohl am Dresdner Ortseingang und zeigt das Porträt von Tristan Keck.

Der in den Playoffs leistungseskalierende Deutsch-Kanadier besiegelt mit seinem Gamewinner den Abstieg der Eislöwen. Zuallererst mal: Das ist wichtig für das deutsche Eishockey! Und dann aber auch die Chance auf schnelle Genesung für die in der PENNY DEL an „chronischer Handlungsunfähigkeit“ erkrankten Eislöwen.

Der mittlerweile kommunizierte Etat von rund sieben Millionen Euro lässt ohnehin vermuten, dass dieser Abstieg nur als Kurbesuch angesehen wird.

Die Akte „Sag lieber nichts“!

Wie soll ich mich in dieser Kolumne um die Personalie Alexander Dück schlängeln? Das ist, als wolle man mit einer Bowlingkugel auf dem Billardtisch Erfolg haben. Die Entscheidung, sich nach neuesten Erkenntnissen zu trennen, war mutig, riskant, aber vor allem absolut richtig.

Hier hätte ich gern einen Punkt gesetzt, aber damit auch eine Halbwahrheit auf die Reise geschickt. Ganz ehrlich: Das kam doch jetzt auch einfach sechs bis sieben Monate zu spät. Wir waren uns doch alle zum Saisonstart schon einig, dass irgendwas an den Vorwürfen dran sein muss. Und zum Zeitpunkt von „wenn sich das bewahrheitet, …“ liegt das Kind doch schon fast im Brunnen.

Die Saison des Aufsteigers war famos und hätte ausschließlich Augenmerk auf das sportliche Geschehen verdient. Schade.
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Erik Pannach