Fünf Minuten wegen Meinung – DEL2

Frohe Weihnachten! So, das muss ehrlicherweise reichen. Wir haben im Eishockeysport einfach keine Zeit zu entschleunigen. Schon gar nicht in der Bubble der Medienschaffenden. Spiele am Fließband, Personalmeldungen an den Fließbändern, fast minütlich passiert nun bei irgendeinem Standort etwas. Das heißt für uns, dass der Glühwein – oder in dem Fall wohl lieber Kinderpunsch - „auf Ex“ genossen werden muss. So ganz leuchtet mir ja nicht ein, warum je entschieden wurde, ausgerechnet über Weihnachten und Silvester auf „Tabularasa“ umzuschalten. Aber….. ist halt schon auch geil. 

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(Foto: JMD)

Sorry, busy! Man stelle sich vor, man ist einer der „Alten-Schule-Scouts“, der sich zur Weihnachtszeit durchs Internet klickt, stets auf der Suche nach einer echten Verstärkung. Im Haifischbecken DEL2 könnte der doch glatt über die Namen Colin Smith, Andrew Yogan, Taylor Vause oder Lewis Zerter-Gossage hinweglesen und das, obwohl sie mit goldenen Schlägerkellen gesegnet sind. Was alle Genannten gemein haben? Ihre Körper haben in der laufenden Saison einige Striche durch deren Rechnungen gemacht, was für die Teams dahinter noch viel mehr Dramaturgie darstellt. Jüngstes Beispiel dafür, welchen Impact sie haben können, ist Colin Smith. Nach wochenlanger Ausfallzeit, bei den ohnehin stark kriselnden Eispiraten – insbesondere Offensiv -, meldet er sich mal eben mit einem Hattrick zurück. Ein beeindruckenderes Comeback traue ich eigentlich nur Dr. Oetker mit einer Wiedermarkteinführung des sehnlichst erwarteten „Frufoo“-Joghurts zu. 

Ist das titelfit? Vier Spiele kein Dreier, in der Formtabelle der letzten fünf Spiele nur Rang acht! Vielleicht sollte Thomas Popiesch einen der Praktikanten anweisen, eine Präsentation zum Thema Abstiegskampf erstellen zu lassen – nur zur Sicherheit. Hört auf in die Tasten zu hauen und Voodoo-Zauber auf mich anzuwenden, natürlich ist das nur Sarkasmus. Sorry, Sheldon. Die Tabellenführung ging zwar vorerst an die Eislöwen, diese haben aber auch zwei Spiele mehr auf der Habenseite. Bei den aktuellen Leistungen der Dresdner, wäre es aber auch bei gleicher Spielanzahl keine Schande nur Zweiter zu sein. Tabellarisch noch nicht zu belegen, aber spielerisch wieder ernstzunehmender agieren die Kassel Huskies und so treiben diese mich zwischen „titelfit“ und „versagensgefährdet“ umher. Die Ergebnisse passen wieder, die Defensive ist sattelfester und der Standort findet mehr Ruhe. Auf der Rückseite sind dann aber auch immense Undiszipliniertheiten, eine zu hohe Abhängigkeit der Top-Reihe und nicht logisch zu erklärende Konzentrations-Aussetzer zu finden. Nein, ich sehe sie noch nicht auf Aufstiegskurs. Ja, das Potenzial ist da und ausreichend Zeit vorhanden. 

VERPISST EUCH! Simon, mein Partner in Crime, im letzten Podcast: „Die nächsten Wochen kotzen mich an, weil die Fussball-Fans Winterpause haben und sich in den Eisstadien austoben“. Wie gewohnt ist das sinngemäß zitiert, er wird’s mir nachsehen. Recht hat er trotzdem. Wir haben Jahr für Jahr 350 Tage voller Zusammenhalt und Respekt unter den wahrhaft besten Fans der Sportwelt. Gibt’s da auch mal eine kleinere Grenzüberschreitung? Na klar! Zeig mir die perfekte Familie, in der es nie zu Streit oder Auseinandersetzungen kommt. Herausgezoomt aufs große Ganze, hält die Eishockey-Bubble aber stets zusammen und lässt nie Zweifel daran aufkommen, dass der Umgang miteinander mit einem „summa cum laude“ bewertet werden darf. Also tut mir den Gefallen, liebe „Fussball-Hooligans“ und sucht euch irgendwelche abgelegenen Plätze, an denen ihr niemanden stört. Ich habe aufgehört verstehen zu wollen, was am Köpfe einhauen seinen Charme haben soll. Hauptsache ihr lasst die Familienväter und Mütter mit ihren Kids in Frieden, die einfach einen schönen Tag im Stadion erleben wollen. „Ein schöner Tag im Stadion“, wäre übrigens auch ein passender Titel für ein Kinderbuch. *Siri, öffne die Notizen* In diesem Sinne, genießt die Weihnachtszeit und drückt eure Liebsten mal wieder so fest ihr könnt. Bis nächste Woche. 
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Erik Pannach