Fünf Minuten wegen Meinung – DEL2
Wenn Dominik Walsh nach dem Derbysieg in Weißwasser an der Bande mit Füchse-Mannschaftsbetreuer Klaus Schietzold philosophiert und sich daran nicht der Geringste stört, bin ich genau in dem Sport zuhause, in dem ich sein will. Das Crimmitschauer Urgestein übernahm in höchster Not in der Lausitz, zeigt dass die Rivalität zwischen den sächsischen Standorten wirklich ausschließlich sportlicher Natur ist und das ist exakt, wie Sport sein sollte.

(Foto: JMD)
Kategorie: Skandal! Stellt euch einen richtigen Scheiß-Abend vor. Mit „ich hab´ die Schnauze voll“, „die ganze Welt ist gegen mich“ und „das war das letzte Mal“ – das volle Programm eben. Diese Emotionen trügen die Wahrnehmung der Fans, während sie in die Tasten hämmern und uns in den DMs vom dritten Skandal eines normalen Freitagabends schreiben. Nun, ich hatte diese Emotionen nicht als ich die letzten zehn Minuten zwischen Regensburg und Weißwasser ertragen musste. In den allermeisten Fällen gelingt es uns in der Folge eines solchen Spiels deeskalierend einwirken zu können und den Prellbock zwischen Liga und Zuschauer zu spielen. In diesem Falle möchte ich es gar nicht. Das war Mist und bevor mich hier jemand falsch versteht, ich unterstelle dabei Niemandem auch nur das kleinste Fünkchen Absicht. Trotzdem war es Mist und für Regensburg der zwischenzeitliche Verlust des Playdown-Heimrechts. Keiner braucht nun einen gestreiften „Gang der Schande“ über den Marktplatz in Regensburg und den sollte darüber hinaus auch keiner fordern. Dafür, dass die Liga den gnadenlos lauten Schrei nach mehr Transparenz und Kommunikation immer noch nicht hört, fällt es mir aber immer schwerer plausible Erklärungen zu finden. Sommerpause ist letzte Deadline!
Kategorie: Ärger! Pünktlich zur gewohnten Unzeit einer Eishockeysaison sind die Anti-Vogler-Transparente wieder auf den Rängen in Landshut zu finden. Ich will es vermeiden, die neuesten Entwicklungen hier aufzuarbeiten und mich zu positionieren. Damit haben auch wir beim Eisblog uns deutlich öfter verbrannt, als beim Al-Dente-Test einer Nudel aus kochendem Wasser – Ahh! Heiß! Wie überraschend! Ich frage mich eher, wie lang beide Seiten diese anstrengende Situation noch beibehalten wollen. Das Tischtuch ist zerschnitten und bei diesem Extrembeispiel wohl nicht mal mehr durch eine Meisterschaft zu flicken. Ich bin ehrlich kein Fan davon, sich einer Anhängerschaft in seiner Entscheidungsfindung zu beugen. Ein professionell geführter Club muss diesem Gegenwind standhalten können, wenn die eigenen Überzeugungen das so verlangen. Aber dieser Käse geht ja nun fast so lang wie es den Eisblog gibt und das will ich bewusst nicht mit einem Datum unterfüttern. Irgendwann wäre ein richtiges Miteinander in einer zurecht als „Hockeytown“ betitelten Stadt doch auch mal wieder schön. Irgendwo muss eine Lösung vergraben liegen, vielleicht direkt am Ufer der wunderschönen Isar vor der Fanatec Arena. Holt die Metalldetektoren raus.
Kategorie: Ups! Über den Favoritenkreis des Aufstiegs haben wir an dieser Stelle schon ausführlich gesprochen. Nach neuesten Erkenntnissen nordet sich die DEL2 kurz vor den Playoffs nun zum Haifischbecken ein und lässt das eigene unberechenbare Gesicht mal wieder aus der Kapuze blitzen. Die Kader der Krefeld Pinguine, Kassel Huskies und Dresdner Eislöwen sprechen in der Diskussion, ob es einen sportlichen Aufsteiger geben wird eine eigentlich recht deutliche Sprache. Sind wir ehrlich, müssen wir zugeben, dass die volle Entfaltung dieser Ensembles aber auch nicht aufs Eis kam. Wenn ich euch nun den Ausnahmekönner Oskar Autio und seine Starbulls, die ekelhaft zu bespielenden Towerstars und deren aktuelles Hoch und die mittlerweile voll im Saft stehenden Roten Teufel an den Kopf werfe, lest ihr doch auch schon die „Favorit in den Playoffs geknackt“-Schlagzeilen, oder? Noch ein Wochenende Hauptrunde, dann atmen wir ganz kurz durch und dann beginnt, worauf alle Teams 52 lange Spieltage hingearbeitet haben. In mir kribbelt´s richtig!
_
Erik Pannach





