Fünf Minuten wegen Meinung – DEL2

Eine Studie besagt, dass es einem deutlich besser geht, wenn man die Eisblog-Kolumnen liest. Ich wollte sie euch an dieser Stelle eigentlich verlinken, aber ich finde sie verflixt nochmal nicht mehr. Es war irgendeine namhafte Universität wie Stanford oder Harvard - versprochen. Wie auch immer, tut euch selbst etwas Gutes und bleibt Woche für Woche dran. 

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(Foto: Michael Pointvogel)

Geschichte in Oberbayern? Bereit für etwas Romantik? „Ja, ich will!“ Zumindest den ersten Hot-Take für die bevorstehende Saison abgeben. Da ich das bereits am 04.06. tue, könnte ich mir für diesen - wie Arthur Spooner einst sagte - einen Satz heiße Ohren abholen. Aber no risk, no fun. Ich wage es trotzdem. Also: Hinter Rosenheims zweiter PENNY DEL-Bewerbung in Folge steckt mehr als nur ein „man weiß ja nie“. Wir können mit einem Ausflug nach Kritikstadt, der Hauptstadt von „Das kann ja wohl nicht wahr sein“ beginnen und die Vielzahl der berühmten „Doppelflaggler“ anprangern. Ich tue mich aber schwer damit etwas hart anfahren zu wollen, was unter dem Strich regelkonform ist und so schlage ich vor, lieber die Fanfaren des Erfolges ertönen zu lassen. Das ist schon heute eine verdammt runde Truppe. Autio und Kolarz im Gespann sind genau das, was ich unter dem Ying und Yang des Torhüterspiels verstehe. Im Kern gegensätzlich, im Verbund dadurch umso stärker. Betrachten wir Neuzugänge wie Taupert, Plouffe, Feser oder Zerter-Gossage, die allesamt nicht ins Kontingent-Kontingent - WAS EIN WORT! - fallen, ist das tatsächlich eine ernstzunehmende Kampfansage an „die da oben“.

Google, Siri oder ChatGPT? „Das Internet ist nur ein Hype“. Rumms! Dieses Zitat zählt zu den Gründen, weshalb Bill Gates kein Autor wurde. Mit jedem Morgen mit dem wir aufstehen ergibt sich eine neue Möglichkeit herauszufinden, wer eigentlich Bryce Kindopp ist. Der deutsche Markt steht kurz vorm endgültigen Kehraus, so verlagert sich das Transfergeschäft langsam aber sicher über die Grenzen hinaus. Alex Voyer, Tyler Benson, Alex Berardinelli, das sind alles Chancen, Risiken, Investitionen in die Zukunft oder der klassische Griff in die Doppelnull. Sie alle vereint, dass selbst der größte Eishockeyexperte einen seiner digitalen Agenten losschicken muss und zumeist beim skandinavischen Dealer - Eliteprospects - landet. Im Laufe des Sommers geht das dann ins Floskeln dreschen über und wir bekommen unsere gewohnten „Ja leck, ist der schnell“ und „der hat einen Abschluss, ey!“ Wir dürfen nicht vergessen, dass die Importschlager einen ausschlaggebenden Faktor des Teamerfolges darstellen. Klar ist: Der getunten Ankündigung der Towerstars nach zu urteilen, scheinen wir mit Alex Voyer bereits mindestens einmal die Güteklasse „Santos“ erreicht zu haben.

„Alle ziehen ein Feld weiter“ Was klingt wie die Anweisung einer Brettspiel-Ereigniskarte, ist der Status Quo der DEL2. Abgesehen von Ausnahmen - bei denen es zum größten Teil aber auch nachvollziehbare Gründe gibt - scheint es, als würden alle Standorte einen großen Schritt nach vorn machen. Ich will nicht gänzlich ausschließen, dass es sich hierbei um ein psychologisches Phänomen handelt, bei dem der „Neu wirkt besser“-Effekt zuschlägt. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, die letzen drei Jahre in dieser Häufigkeit so oft das Gefühl von „Wow, der Spieler ist aber überqualifiziert“ ausgelöst bekommen zu haben. Krefeld und Düsseldorf übertreiben ihre Rolle dabei mal mindestens so sehr wie der Anzeigen-Hauptmeister es noch letzten Sommer tat. Doch auch die oben genannten Starbulls, der EVL, ja selbst die Lausitzer Füchse und Freiburg setzen gegenwärtig ganz penetrante Duftnoten eines Aufwärtstrends. Lange Rede, kurzer Sinn: WANN GEHT´S ENDLICH LOS?
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Erik Pannach