„Es war nervenaufreibend, nicht zu wissen was passiert“

Till Michel geht in seine zweite DEL2-Saison mit den Eispiraten Crimmitschau. Der 21-jährige Angreifer spielte in der Jugend unter anderem für die Löwen Frankfurt, die Düsseldorfer EG, den Augsburger EV und den EV Landshut. Mit dem EVL gewann er in seinem letzten DNL-Jahr die Meisterschaft. Zudem trug er 2022 das DEB-Jersey bei der U18-Heim-WM. Mit seinem Eishockeydasein führt der gebürtige Hesse eine Tradition fort. Sowohl Opa Jürgen als auch Vater Steffen spielten professionell Eishockey. Sein erster Scorerpunkt gelang ihm dann auch noch ausgerechnet gegen den gemeinsamen Ex-Verein seiner Vorgänger. 

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(Foto: Till Michel im Vordergrund (IMAGO - Mario Jahn)

Wieviel bedeutete Ihnen Ihr erster Scorerpunkt in der DEL2, der ausgerechnet gegen das Ex-Team ihres Vaters und Opas gelang? 

"⁠Es war schon schön gegen Bad Nauheim meinen ersten Punkt zu machen, hoffentlich kommen dieses Jahr noch ein paar dazu."

Welche Schulnote würden Sie ihrer persönlichen Saison 2024/2025 geben? 

"Eine drei."

Wieso diese Note?

"Da ich wenig Eiszeit hatte, um mich zu zeigen, aber trotzdem das Beste versucht habe, fällt meine Wahl auf die goldene Mitte."

Wie schwer ist es, mit so wenig Eiszeit auf sich aufmerksam zu machen und wie wichtig ist dementsprechend das Training, um dem Trainer zu zeigen, dass Sie mehr Eiszeit verdient hätten?

"⁠Ja, es ist schon schwierig. Zudem sollte jeder abgesehen von der Eiszeit immer Gas geben, aber mit wenig Spielzeit ist das Training natürlich die einzige Möglichkeit und von daher ist es sehr wichtig."

Was war das Wichtigste, was Sie vergangene Saison gelernt haben? 

"Nicht verkrampfen, bei Spielständen und der allgemeinen Situation, also einfach Spaß am Spiel haben und gelassener zu sein."

Gab es jemanden im Team der Sie „unter seine Fittiche“ genommen hat? 

"⁠Der Tim Lutz hat mich schon gepusht, Off-ice und On-ice konnte ich viel von ihm lernen und das macht er bisher auch fleißig weiter."

Was war der größte Unterschied von der DNL/Oberliga zur DEL2? 

"In der DEL2 werden Fehler direkt ausgenutzt, was in der Oberliga oder U20 nicht so stark der Fall ist. Hinzu kommt, dass das ganze Spiel schneller ist, vor allem mental."

In ihrer letzten DNL-Saison sind Sie Meister geworden, jetzt konnten Sie den Klassenerhalt feiern. Wo liegt mental der Unterschied zwischen, um die Meisterschaft spielen und gegen den Abstieg kämpfen? 

"⁠Bei der Meisterschaft geht es darum, etwas Großes zu gewinnen, was motivierend ist. Im Gegensatz zum Abstieg, dort geht es eher darum bloß nicht zu verlieren, was eine Menge Druck mit sich bringt."

Welche Schlusssirene war emotionaler: Die zum Klassenerhalt mit Crimmitschau oder die zur Meisterschaft mit Landshut? 

"Schwierig zu sagen, aber ich würde sagen zur Meisterschaft, da ich dort meine Junioren-Zeit beendet habe und das ein krönender Abschluss war."

Wie haben Sie die unklaren Stadionverhältnisse im Sommer wahrgenommen? 

"⁠Ich habe unseren Pressesprecher Aaron Frieß ab und zu mal angerufen, um noch ein bisschen mehr zu erfahren, aber sonst glaube ich genauso wie jeder Fan. Es war schon ein bisschen nervenaufreibend, nicht zu wissen was passiert, aber zum Glück hat ja alles geklappt."

Das stimmt, aber was wäre, wenn nicht?

"Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht, da der Verein zu uns meinte, es wird weiter gehen und daran habe ich auch geglaubt."

Abschließend würde ich gerne wissen, was Sie sich persönlich und für die Eispiraten in der neuen Saison erhoffen.

"Ich möchte dieses Jahr natürlich mehr Eiszeit und mich als Spieler weiterentwickeln. Für unser Team erhoffe ich uns ein Pre-Playoff Platz, vielleicht sogar direkte Playoffs, da das Teamgefüge echt sehr gut ist. Mit einem starken Team, wo jeder für jeden kämpft, kann sehr viel möglich sein."
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Torben Reith